American Football - Aaron Rodgers und Tom Brady kämpfen am Sonntag um den Einzug in den Super Bowl Duell der Quarterback-Giganten

Von 
Maximilian Haupt
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Green Bay. Aaron Rodgers und Tom Brady haben einige Gemeinsamkeiten. Beide zählen zu den besten Quarterbacks, die jemals in der National Football League auf dem Platz gestanden haben. Rodgers prägt bei den Green Bay Packers eine Ära, wie es Brady bis zum Ende der vergangenen Saison bei den New England Patriots tat. Sowohl dem inzwischen 43 Jahre alten Brady wie auch dem 37-jährigen Rodgers wurde vor dieser Saison mehr oder weniger offen vorgehalten, dass ihre Zeit abgelaufen sei. Und nun trennt beide nur noch das direkte Duell der Packers und der Tampa Bay Buccaneers, Bradys neuem Team, am Sonntag vom Einzug in den Super Bowl.

Tom Brady (l.) muss mit Tampa Bay im NFL-Halbfinale bei Aaron Rodgers in Green Bay antreten. © dpa
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Patrick Mahomes und Kyle Allen, die Quarterbacks von Titelverteidiger Kansas City Chiefs und der Buffalo Bills, die im Finale der American Football Conference um das andere Super-Bowl-Ticket spielen, sind junge Spielmacher auf dem Weg nach oben. Rodgers und Brady, die sich erstmals in einem Finale der National Football Conference gegenüberstehen, zählen dagegen zu der Generation Quarterbacks, die die NFL seit mehr als zehn Jahren prägt. Und beide spielen eine überragende (Rodgers) oder zumindest sehr ordentliche (Brady) Saison.

Skeptische Experten

Dennoch wollten sie einige Experten und Stimmungsmacher vor der Saison abschreiben. Brady verließ die Patriots und ging zu den Buccaneers, einem Team, das seit Jahren nichts mehr gewonnen hat. Dass ein 43-Jährige ohne Trainer-Guru Bill Belichik an seiner Seite das würde ändern können, noch dazu wegen der Corona-Pandemie ohne Testspiele in der Saisonvorbereitung, glaubten die wengisten. Die Ära Brady würde mit vielen Schrammen und unehrenhaft zu Ende gehen, war die vorherrschende Meinung.

Rodgers verdrängte bei den Packers einst den großen Brett Favre aus dem Team und schien nun dem gleichen Schicksal entgegenzusehen. Statt ihm mit starken Passempfängern zu helfen, entschieden sich die Verantwortlichen in der ersten Runde der Talentevergabe für den jungen Quarterback Jordan Love. Rodgers bekam statt einer weiteren Option im Angriff also seinen designierten Nachfolger präsentiert. Seine Reaktion: „Wen auch immer sie da bringen, er wird mich so schnell nicht verdrängen können.“ Und das bewies er mit der womöglich besten Saison seiner Karriere, die ihn zum Topkandidaten für die Auszeichnung als wertvollster Spieler der Hauptrunde macht. Es wäre das dritte Mal, dass Rodgers als MVP ausgezeichnet wird – damit würde er mit Brady gleichziehen. Zumindest in dieser Kategorie. Denn mit der Ausbeute des erfolgreichsten Quarterbacks in der Geschichte der NFL kann Rodgers nicht mithalten. Neunmal führte Brady die Patriots in den Super Bowl, sechsmal gewann er mit seiner Mannschaft den Titel. Rodgers wartet seit dem Sieg im Februar 2011 auf eine Rückkehr ins Endspiel. Dennoch halten nicht wenige Rodgers für den besseren Spieler. „Meiner Meinung nach ist er der GOAT (Größte aller Zeiten)“, sagte Packers-Receiver Davante Adams. Der deutsch-amerikanische Passempfänger Equanimeous St. Brown empfindet ähnlich. Beide sind als Mitspieler Rodgers’ zwar parteiisch, können sich aber beispielsweise auf dessen beeindruckende Quote bei Fehlpässen berufen. 562 Pässe warf Rodgers in dieser Saison bislang. Wie viele davon vom Gegner abgefangen werden konnten? Fünf. dpa