WM-Qualifikation

Deutschlands Basketballer mit zweiter Niederlage

Die Serie ist gerissen. Nach acht aufeinanderfolgenden Quali-Siegen gehen Deutschlands Basketballer mal wieder als Verlierer vom Feld. Im Februar geht es um den Gruppensieg.

Von 
Patrick Reichardt
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Stärkster Werfer des Spiels: David Krämer. © Matthias Stiekel

Koper. Die deutschen Basketballer haben zum Abschluss eines erfolgreichen Jahres eine Niederlage hinnehmen müssen. Das wegen Terminkollisionen stark ersatzgeschwächte Team von Bundestrainer Gordon Herbert unterlag in Koper den Slowenen mit 75:81 (34:41) und musste damit die zweite Niederlage in der WM-Qualifikation hinnehmen.

Für das Turnier in Asien 2023 hatte sich Deutschland aber schon am vergangenen Freitag qualifiziert.

«Wir haben nie aufgegeben, wir haben immer weiter gekämpft», sagte Herbert am Abend bei Magentasport. Auch für Führungsspieler Christian Sengfelder lag es nicht an der Einstellung. «Das würde ich auf keinen Fall sagen, dass die Motivation gefehlt hat. Offensiv haben sie aber mit uns gemacht, was sie wollten. Da waren wir nicht physisch genug», gestand der Bamberg-Profi ein.

Bester Werfer der Deutschen war David Krämer mit 21 Punkten. Für Slowenien agierten Jordan Morgan (22 Punkte, 13 Rebounds) und Ziga Samar (14 Punkte, zwölf Assists) in der Offensive exzellent. Deutschland hat im Februar zwei verbleibende Quali-Spiele gegen Schweden sowie in Finnland und kämpft dabei noch um den Gruppensieg. Für die Slowenen ist das WM-Ticket mit dem Heimsieg nun ebenfalls gelöst.

Führung wechselt hin und her

Auch ohne die fehlenden NBA-Stars um Dallas-Mavericks-Anführer Luka Doncic, Dennis Schröder und Franz Wagner, die derzeit in Nordamerika gefordert sind, war im ersten Viertel attraktiver Basketball geboten. Deutschland ging schnell mit 6:2 in Führung, ein Dunk von Christian Sengfelder löste im DBB-Team Begeisterung aus. Danach wechselte die Führung hin und her: Erst gelang den ebenfalls stark ersatzgeschwächten Slowenen ein 12:2-Lauf, dann zogen die Deutschen wieder vorbei und führten zur Viertelpause mit 24:16.

Chefcoach Herbert kündigte zwar an, das Spiel trotz gemeisterter Quali ernst zu nehmen, verteilte die Spielminuten aber diesmal auf mehr Spieler. Alle zwölf Nominierten kamen schon in der ersten Halbzeit zum Einsatz. Am Freitag hatten beim 94:80 gegen Finnland in Bamberg hauptsächlich die EM-Bronzegewinner Justus Hollatz, der diesmal früh raus musste, und Sengfelder sowie Krämer im Blickpunkt gestanden. Diesmal waren auch Lukas Wank und Gavin Schilling als Bankspieler von Anfang an präsent.

Schlussoffensive erfolgte zu spät

Zur Halbzeit führten die Slowenen, die von den halbleeren Rängen eher spärliche Unterstützung genossen, nach starkem Schlussspurt mit sieben Punkten. Nach dem Wechsel gaben sich die Herbert-Schützlinge zwar nicht auf, doch Slowenien war selbst ohne Doncic und die weiteren Stars diesmal zu stark. Deutschland war insbesondere von der Dreierpunktelinie schwach unterwegs. Die Schlussoffensive, bei der die Gäste noch einmal auf vier Punkte herankamen, erfolgte zu spät.

Auch abseits des deutschen Teams, das vom 25. August bis zum 10. September 2023 um eine WM-Medaille kämpfen will, wird das Feld konkreter. Europameister Spanien löste genauso das Ticket wie die Italiener, auch die Letten werden in Asien dabei sein. Neben den Europäern sind auch Neuseeland, Australien und Kanada bereits qualifiziert. Welche Nation in welchem Land spielt, klärt erst die Auslosung im Frühjahr 2023. Vier Vorrundengruppen steigen auf den Philippinen, je zwei in Japan und Indonesien. Die Finalrunde wird im Großraum Manila ausgespielt.

© dpa-infocom, dpa:221114-99-519421/4

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