US-Wahl - In den Vereinigten Staaten dominiert American Football das Sportinteresse Der Quarterback ist der König

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Washington. So sehr man in Europa den Fußball liebt, so wenig interessieren sich Nordamerikaner für das runde Leder. Die beliebteste Sportart in den USA heißt zwar genauso, ist aber etwas völlig anderes: der American Football. Es gleicht einem Volksfest, wenn große Spiele stattfinden. Rund um die Sportarenen werden auf den Parkplätzen Feiern veranstaltet: das „Tailgating“. Das Wort kommt von „tailgate“ = Kofferraum.

Quarterback Colin Kaepernick kniet bei der Nationalhymne. © dpa
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Wenn Amerikaner Tailgatepartys feiern, holen sie aus den Kofferräumen alles, was man braucht: Hamburger, Hot Dogs, Kohlsalat, Grills für Barbecues, Campingstühle und Kühlboxen voller Getränke. Man fachsimpelt über die Spiele und lernt neue Leute kennen. Sport-Ereignis des Jahres ist der Super Bowl, vergleichbar mit unseren Europa-, oder Weltmeisterschaften im Fußball. Der heißt übrigens in USA „Soccer“. Während der bei den Männern eher ein Schattendasein fristet, steht er im Hochschulsport und bei den Frauen hoch im Kurs.

Dennoch ist American Football wesentlich beliebter. Und das trotz viel mehr Taktik und verwinkelter Schachzüge. Es gibt tatsächlich eine Ähnlichkeit zum Schachspiel. Im Schach ist der König die wichtigste Figur. Im Football gibt es den Quarterback, der so wichtig wie ein König ist. Mit Colin Kaepernick hat es sogar einer dieser Regisseure geschafft, das Land auf den andauernden Rassismus aufmerksam zu machen, als er bei der Nationalhymne niederkniete. Das war 2016. Von Präsident Donald Trump wurde er dafür öffentlich an den Pranger gestellt und verlor seinen Job bei den San Francisco 49ers. Erst in diesem Jahr entschuldigten sich die Liga-Bosse für ihr Vorgehen.

Und wie läuft das Spiel ab? Der Ball ist genaugenommen ein Leder-Ei mit Spitzen. Und die Füße kommen auch nicht so viel zum Einsatz. Ziemlich rau, aber fair und nach festen Regeln geht es zu. Die Schiedsrichter achten aber ganz genau auf Verstöße dagegen. Das Spiel dauert vier Mal 15 Minuten. Ziel ist es, den Football, in die Endzone des Gegners zu bringen. Das nennt man Touchdown. Gewonnen hat, wer die meisten Punkte erzielt. Man kann den Football in der Hand dorthin bringen oder seinen Mitspielern zuwerfen. Er darf vorher nur nicht auf die Erde fallen. Da die gegnerische Mannschaft das verhindern will, stoßen die Verteidiger immer den Spieler mit dem Ball um. sifri/jako