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Dänemark - Ex-Hoffenheimer Vestergaard wird zum Eckpfeiler der Nordmänner

Der größte Fels in der Brandung

Von 
Frank Hellmann
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Auch in der Nationalelf angekommen: Jannik Vestergaard. © dpa

Frankfurt/Helsingør. Im Hintergrund ertönte Vogelgezwitscher, neben den Ästen an den Bäumen bog sich auch die Werbewand sanft im Wind. Die Pressekonferenz aus dem dänischen Teamquartier in Helsingør, wo nicht nur Nationaltrainer Kasper Hjulmand, sondern gleich weitere drei Nationalspieler zu früher Stunde unter freiem Himmel über das EM-Halbfinale gegen England (Mittwoch, 21 Uhr/ZDF) sprachen, vermittelte einen guten Eindruck von der Gelassenheit, mit der ein für sein Stehvermögen bewunderter Außenseiter die Aufgabe in Wembley angeht. „England hat keine Schwächen“, sagte Hjulmand, ohne mit der Wimper zu zucken, um nur eine Windböe später auch zu versprechen: „Sie werden sehr gut sein müssen, um uns zu schlagen.“

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Sehr bald ist der 49-Jährige dann auch gefragt worden, ob er gegen die von 60 000 Fans nach vorne gepeitschten Engländer plane, den berühmten Bus vor dem eigenen Tor parken zu wollen. Hjulmand verneinte. Eine solche Strategie passe weder in die Zeit noch zu seiner Mannschaft. Und hat er nicht drei Kerle in seiner Abwehrreihe, die jeder für sich einen Mini-Bus geben?

Gestatten: Andreas Christensen, 25, früher mal bei Borussia Mönchengladbach, heute FC Chelsea; Simon Kjaer, 32, einst beim VfL Wolfsburg, nun AC Mailand – und Jannik Vestergaard, 28, vorher bei der TSG 1899 Hoffenheim, Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach, inzwischen beim FC Southampton.

Diese dänischen Modellathleten bilden eine Dreierkette, die es in Sachen Körperlichkeit mit jedem Gegner aufnehmen kann. Es ging im vom Drama um Christian Eriksen überlagerten ersten Spiel gegen Finnland (0:1) unter, dass Hjulmand damals nach einer Stunde Vestergaard einwechselte, der seitdem keine Minute mehr versäumte. Seine Nebenleute würden ihn auch nicht mehr missen wollen, wie Christensen bestätigte: „Jannik ist ein großartiger Verteidiger. Er hatte keine einfache Zeit im Nationalteam, aber er ist mit diesem Turnier gewachsen.“

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Wobei der der größte von drei dänischen Felsen in der Brandung ziemlich ausgewachsen rüberkommt: Als er noch lange Haare trug, hätte der 98 Kilo schwere und 1,99 Meter große Profifußballer auch in jedem Wikingerfilm mitspielen können. Trotzdem waren im Nationalteam meist nur Nebenrollen für ihn reserviert. Immer schienen zwei Innenverteidiger gerade besser als der acht Jahre in der Bundesliga beschäftigte Sohn einer deutschen Mutter, die aus Krefeld stammt,während sein Vater im dänischen Justizministerium angestellt ist.

Freude am Spiel wiedergefunden

Nun feiert ganz Dänemark seine neue Helden. „Es bedeutet mir sehr viel, Teile dieser Erfolgsgeschichte zu sein“, beteuerte Vestergaard. Dass auch ihn, in Southampton gesetzt unter Trainer Ralph Hasenhüttl, der drohende Herztod des Mitspielers Eriksen verändert hat, kann er nicht verhehlen. „Ich habe den kleinen Jungen in mir wiedergefunden, den kleinen Jungen vom Spielplatz, als ich ein Kind war. Der kleine Junge und die Freude am Spiel, die Freude am Leben im Allgemeinen. Ich denke, das konnte man sehen.“

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