Eishockey - Adler-Trainer Gross ordnet 2:1-Sieg über Augsburg ein und erwartet am Freitag in Straubing eine Steigerung „Das ist nicht unser Anspruch“

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Jan Kotulla
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Mannheim. Adler-Cheftrainer Pavel Gross ist ein Mann klarer Worte. Um den heißen Brei herumreden, das ist nicht das Ding des 52-Jährigen. Nach dem schmeichelhaften 2:1 (0:0, 1:0, 1:1)-Heimsieg am Mittwochabend gegen die Augsburger Panther war das nicht anders.

Weggeschnappt: Adler-Torhüter Dennis Endras vereitelt die Riesenchance von Jaroslav Hafenrichter. © Soerli Binder
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„Man muss sagen, dass Augsburg die ersten 40 Minuten optisch besser war. Die Panther hatten gute Chancen, um in Führung zu gehen“, fiel seine Analyse eindeutig aus. „Im letzten Drittel wurden wir besser, haben da mehr Energie hineingebracht. Da waren wir so oft in der offensiven Zone wie in den ersten 40 Minuten zusammen. Wir sind froh, diese drei Punkte gewonnen zu haben“, fuhr der Coach fort.

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„Es ist nicht unser Anspruch, so zu spielen. Da gibt es keine Ausreden“, erklärte er auf Nachfrage dieser Redaktion. Zumal klar war, wer da kommt: Die Panther hatten in den jüngsten drei Spielen 15 Tore erzielt. „Wir hätten schauen müssen, sofort zu marschieren. Uns sind aber zum Beispiel Fehler an der blauen Linie passiert, die zu Kontern geführt haben. Aber, gute Mannschaften finden einen Weg, um solche Spiele zu gewinnen“, hakte der Trainer den achten Erfolg im neunten Spiel als Arbeitssieg ab.

Endras – die Ruhe selbst

Er wusste, dass es vor allem Torhüter Dennis Endras zu verdanken war, dass sein Team überhaupt eine Chance zum Gewinnen hatte. Denis Reul (40.) und Felix Schütz (48.) besorgten die Tore für die Adler. Bis es soweit war, hatte Endras den Panthern ein ums andere Mal den Zahn gezogen. So blieb der 35-Jährige gewohnt ruhig, wenn die Verteidigung wieder einmal mit einem schnellen Pass ausgehebelt wurde und ein Augsburger mutterseelenalleine auf ihn zufuhr. So wie Jaroslav Hafenrichter (17.) oder Alex Lambacher (24.).

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„Wie Felix Brückmann in Nürnberg war Dennis heute überragend und unser bester Mann auf dem Eis“, gab es von Gross ein Extra-Lob. Dass Endras dann zehn Minuten vor Schluss nach dem Schuss von Samir Kharboutli doch noch hinter sich greifen musste und ihm damit der verdiente Shut-out versagt blieb, störte ihn nicht. „Im Endeffekt ist mir das wurscht. Wir sind froh, trotz des dezimierten Kaders mit drei Punkten aus der Nummer rausgekommen zu sein. Gerade im zweiten Drittel hat uns Augsburg gut hinten reingedrängt“, sagte der Goalie.

„Ich will keine Ausreden nutzen. Es stimmt, wir haben vier Top-Verteidiger draußen“, nahm Gross zum Thema kurze Bank Stellung. „Aber das öffnet die Tür für die jungen Spieler. Akki (Arkadiusz Dziambor/Anm. d. Red.) macht das beispielsweise überragend“, verwies er auf den 18-jährigen Abwehrspieler. „Warum schaffen es die Topspieler in die NHL“, fragte Gross – und gab die Antwort gleich selbst: „Weil sie die Chance bekommen und diese nutzen. Andere eiern hier rum und sind dann mit 23 Jahren in der Oberliga. Wir wollen, dass die Jungen spielen.“

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Das ist das erklärte Ziel von Gross und seines Assistenten Mike Pellegrims. Moritz Seider und Tim Stützle haben davon profitiert. „Die Jungs dürfen auch Fehler machen, sie sollen nur nicht mehrfach die gleichen Fehler machen. Das ist nicht schlau“, machte der Coach klar. „Wir haben versucht, eine gewisse Balance in die Reihen zu bekommen. In der einen Sturmreihe spielt Florian Elias, in der anderen Louis Brune, in der dritten Yannik Valenti“, so Gross über die Youngster. Elias ist erst 18, Brune und Valenti sind 20. „Mich interessiert es nicht, wenn mir jemand mit 27 sagt, ,ich hätte damals dieses und jenes geschafft’. Eishockey ist so schnell. Nächstes Jahr gibt es andere junge Spieler“, so Gross.

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Einer, der seine Chancen genutzt und mittlerweile dienstältester Adler ist, trägt das Trikot mit der Nummer 29 – Denis Reul. Er ist der Routinier neben Dziambor und stellte gegen Augsburg mit seinem Tor den Spielverlauf auf den Kopf. „Das mag schon sein. Wir waren heute nicht gut“, gab der 31-Jährige zu. „Wir müssen einfacher spielen und uns auf unsere Stärken besinnen“, nannte Reul das Erfolgsrezept. Bereits am Freitag in Straubing (18.30 Uhr) haben die Adler die Chance, es umzusetzen.

Was sie dort erwartet, weiß Pavel Gross genau: „Die Tigers sind läuferisch stark. Wir müssen schauen, dass wir gegen sie so spielen, wie gegen Augsburg im letzten Drittel. Das wollen wir 60 Minuten durchziehen. Zusätzlich wäre es wichtig, von der Strafbank wegzubleiben, denn Straubing hat ein gutes Powerplay.“

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Redaktion Sportredakteur