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Hintergrund - Noch 27 Profis aus der deutschen Eliteklasse sind beim europäischen Turnier im Einsatz / Borussia Dortmund stellt die meisten Spieler

Bundesliga hat weiter Chancen auf den EM-Titel

Von 
dpa/red
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Der Leipziger Dani Olmo ist bei der EM für Mitfavorit Spanien im Einsatz. Hier bejubelt er sein Tor zum 5:0 gegen die Slowakei. © dpa

Düsseldorf. Die deutschen Nationalspieler sind nach dem Achtelfinal-K.o. schon im Urlaub. Doch mehr als ein ganzes Team aus der Bundesliga spielt bei der Fußball-EM weiter. Und die Chance, dass die deutsche Top-Liga bald mindestens einen aktuellen Europameister stellt, ist groß. Denn in sechs von acht Viertelfinalisten spielt mindestens einer von noch 27 Bundesliga-Profis. Nur Italien und die Ukraine kommen ohne Verstärkung aus Deutschland aus.

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Kein Bayern-Star mehr im Turnier

Trotz des Achtelfinal-Ausscheidens der deutschen Mannschaft sind im Viertelfinale der Fußball-EM noch 27 Spieler aus der Bundesliga im Turnier. Fast die Hälfte davon spielt für die Schweiz. Italien und die Ukraine haben keine Bundesliga-Spieler in ihren Reihen. Kurioserweise nicht mehr dabei ist der FC Bayern. Dessen 14 Spieler – acht Deutsche, vier Franzosen, der Österreicher David Alaba und der Pole Robert Lewandowski – sind alle ausgeschieden.

Schweiz (12): Yann Sommer, Nico Elvedi, Breel Embolo, Denis Zakaria (alle Mönchengladbach), Kevin Mbabu, Admir Mehmedi (beide Wolfsburg), Steven Zuber, Djibril Sow (beide Frankfurt), Gregor Kobel, Manuel Akanji (beide Dortmund), Edimilson Fernandes (Mainz), Ruben Vargas (Augsburg).

Belgien (4): Thomas Meunier, Axel Witsel, Thorgan Hazard (alle Dortmund), Dedryck Boyata (Hertha BSC).

Dänemark (4): Frederik Rönnow (Frankfurt), Thomas Delaney (Dortmund), Robert Skov (Hoffenheim), Yussuf Poulsen (Leipzig).

Tschechien (4): Tomas Koubek (Augsburg), Pavel Kaderabek (Hoffenheim), Vladimir Darida (Hertha BSC), Patrik Schick (Leverkusen).

England (2): Jude Bellingham, Jadon Sancho (beide Dortmund).

Spanien (1): Dani Olmo (Leipzig).

Besonders präsent ist Borussia Dortmund, das quasi das erste Fernduell gegen Serienmeister FC Bayern gewann. Denn während die 14 Bayern-Profis allesamt raus sind, stellt der BVB sieben Spieler in vier Teams. Den noch als Stuttgarter ins Turnier gegangenen Schweizer Gregor Kobel mitgerechnet, sind es sogar acht. In jedem der vier Viertelfinals ist mindestens ein Dortmunder vertreten.

Weltweit ein gutes Image

Die Kehrseite der Medaille für den BVB: Während ihr neuer Trainer Marco Rose acht Spieler erst spät in der Vorbereitung begrüßen kann, kann der neue Bayern-Coach Julian Nagelsmann seine 13 EM-Rückkehrer schneller als gedacht einbauen. Im Falle eines Endspiels Deutschland gegen Frankreich hätten zwölf Bayern-Stars große Teile der Vorbereitung verpasst.

Die Dortmunder sehen die Sache aber positiv. „Ich werde die Mannschaft nur step by step kennenlernen können, weil ein paar Jungs zum Glück noch EM spielen dürfen“, sagte Rose bei seiner Vorstellung am Donnerstag: „Aber wir drücken allen die Daumen, dass sie so weit wie möglich kommen und mit einem guten Gefühl zurückkehren.“

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Dass die Bundesliga auch ohne die Bayern so breit vertreten ist, stärkt ihren Ruf. Der ohnehin gut ist, wie Lutz Pfannenstiel erklärt. „Die Bundesliga wird europaweit als Top-3-Liga betrachtet. Nicht nur in Ländern wie der Schweiz oder Österreich, sondern auch in großen Teilen Osteuropas wird sie als die Liga überhaupt gesehen, mindestens nach der englischen Premier League“, sagt Pfannenstiel, der auf allen Kontinenten spielte, derzeit den Aufbau des MLS-Profiteams St. Louis City in den USA leitet und bei der EM als Experte unter anderem für die britische BBC und den Schweizer Sender SRF dabei ist.

„Dass die Bayern sowieso immer Meister werden, ist zwar schädlich für das Interesse“, sagt Pfannenstiel: „Aber die Bundesliga wird geschätzt für ihre Stärke und Breite nach den Bayern. Vor allem genießt sie einen großartigen Ruf als Ausbildungsliga, in der junge Spieler sich schnell auf der großen Bühne beweisen können.“

In der Tat sind die verbliebenen Bundesliga-Profis selten die Top-Stars ihrer Teams. Sehr oft aber doch tragende Säulen. Bis auf Ersatzkeeper Kobel und den Mainzer Edimilson Fernandes wurden bei der Schweiz schon alle Bundesliga-Spieler eingesetzt. Fünf von ihnen waren in allen vier Partien dabei. Gladbachs Yann Sommer wurde während des Turniers zum Rekord-Torhüter der Eidgenossen und zum Helden im Elfmeterschießen gegen Frankreich. Der Frankfurter Steven Zuber rückte mit vier Tor-Vorlagen bei einem Turnier zu den EM-Rekordhaltern auf. Dortmunds Manuel Akanji und der Gladbacher Nico Elvedi sind in der Defensive gesetzt.

Der Hoffenheimer Pavel Kaderabek spielte bisher einmal für Tschechien, sein Vereinskollege Robert Skov wurde bei Dänemark bisher noch nicht eingesetzt. dpa/red

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