Tennis - Außenseiterin überrascht in Melbourne Barthel hält die deutsche Fahne hoch

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dpa
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Mona Barthel steht bei den Australian Open in der zweiten Runde. © dpa

Melbourne. Da saß nun also Mona Barthel in dem kleinen Interviewraum ohne Reporter und blickte zunächst etwas unsicher in die Kamera. „Das ist so verrückt, ich hab das zum ersten Mal so gemacht“, sagte die letzte im Feld der Australian Open verbliebene deutsche Tennisspielerin nach der Videokonferenz, als sie die aus der Ferne zugeschalteten Berichterstatter längst ausgeloggt wähnte und sich mit der Presse-Dame vor Ort in Melbourne unterhielt.

Damen, 1. Runde: Mona Barthel (Neumünster) - Elisabetta ...

Damen, 1. Runde: Mona Barthel (Neumünster) - Elisabetta Cocciaretto (Italien) 3:6, 6:4, 6:4; Ashleigh Barty (Australien/1) - Danka Kovinic (Montenegro) 6:0, 6:0; Sofia Kenin (USA/4) - Maddison Inglis (Australien) 7:5, 6:4; Jelina Switolina (Ukraine/5) - Marie Bouzkova (Tschechien) 6:3, 7:6 (7:5); Karolina Pliskova (Tschechien/6) - Jasmine Paolini (Italien) 6:0, 6:2.

Herren, 1. Runde: Andrej Rubljow (Russland/7) - Yannick Hanfmann (Weinheim) 6:3, 6:3, 6:4; Christopher O’Connell (Australien) - Jan-Lennard Struff (Warstein) 7:6 (7:2), 7:6 (7:5), 6:1; Rafael Nadal (Spanien/2) - Laslo Djere (Serbien) 6:3, 6:4, 6:1.

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Dass ausgerechnet die so zurückhaltende und stets unter dem Radar aufschlagende Schleswig-Holsteinerin als einzige der ohnehin nur vier deutschen Damen die erste Runde des Grand-Slam-Turniers überstand, passt perfekt ins Bild dieses aus deutscher Sicht schon jetzt zum überwiegenden Teil verkorksten Jahresauftakts. Bei den Herren verabschiedeten sich am Dienstag der zuletzt so stark aufspielende Jan-Lennard Struff und dessen Davis-Cup-Kollege Yannick Hanfmann. Das Damen-Trio Angelique Kerber, Laura Siegemund und Andrea Petkovic hatte tags zuvor schon seine Premierenprüfungen nicht bestanden. „Es sah schon mal besser aus“, sagte Eurosport-Experte Boris Becker und sprach mit Blick auf die deutsche Erstrunden-Bilanz von „ein bisschen Bauchschmerzen“.

Vorteil für Zverev

Das nächste Match von Alexander Zverev gegen den amerikanischen Qualifikanten Maxime Cressy wurde am Mittwoch als zweites Match der Nightsession angesetzt (ca. 11 Uhr MEZ/Eurosport) – was für den erklärten Langschläfer zumindest kein Nachteil sein sollte. „Das ist ein perfekter Zeitplan für ihn, so spät am Abend zu spielen. Er steht ja nicht so gerne früh auf“, verriet Alexander Zverevs Bruder-Manager Mischa Zverev bei Eurosport. „Ich bin guter Dinge“, sagte er mit Blick auf das Zweitrunden-Duell seines Bruders.

Dieser scheint im Gegensatz zu vielen seiner DTB-Kollegen mit der suboptimalen Vorbereitung und den ungewohnten Umständen bislang ganz gut zurechtzukommen. Struff hingegen erlebte das, was gerne als „gebrauchter Tag“ umschrieben wird. „Ich habe so oft im Match gedacht, das kann doch nicht wahr sein, das gibt es doch gar nicht. Ich bin einfach mega-enttäuscht“, sagte der Warsteiner, der mit 6:7 (2:7), 6:7 (5:7), 1:6 vom australischen Wildcard-Inhaber Christopher O’Connell jäh ausgebremst wurde. Festtagsstimmung statt Tristesse war hingegen in Barthels Gesicht unschwer zu erkennen. Gefühlt ein Dutzend Mal fielen die Worte „happy“ oder „glücklich“ nach dem 3:6, 6:4, 6:4 gegen die italienische Qualifikantin Elisabetta Cocciaretto. dpa