Eishockey - Nico Krämmers Wert für die Adler-Mannschaft lässt sich kaum an seinen persönlichen Statistiken ablesen Arbeiter mit Opferbereitschaft

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Christian Rotter
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Ein Mannheimer dreht zum Jubeln ab, vier Stockholmer haben das Nachsehen: Nico Krämmer überwindet Djurgårdens Torhüter Karri Rämö zum 2:0. © Binder

Mannheim. Es dauerte ein wenig, ehe sich Nico Krämmer den Fragen der Medienvertreter stellen konnte. Humpelnd betrat er die sogenannte Mixed Zone, in der nach einem Spiel Sportler und Medienvertreter aufeinandertreffen. Ein dicker Eisbeutel bedeckte den rechten Knöchel des 26-Jährigen, der gebürtige Landshuter gab allerdings umgehend Entwarnung: „Das ist nichts Wildes.“

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Krämmer hatte am Dienstagabend mit seinem Tor zum 2:0 entscheidenden Anteil daran, dass seine Adler Mannheim in der Champions Hockey League den Sieg in der Gruppe F feierten. Nachdem die Mannschaft von Trainer Pavel Gross die Tabellenführung in der Vorwoche nach dem 3:6 bei Djurgården Stockholm an den schwedischen Vizemeister verloren hatte, holte sie sich diese mit einem verdienten 2:1-Heimerfolg zurück. Zur Belohnung treffen die Blau-Weiß-Roten im Achtelfinale nun auf einen Gruppenzweiten. Mögliche Kandidaten sind unter anderen Färjestad Karlstad (Schweden), der SC Bern (Schweiz) und Tappara Tampere (Finnland). Ausgeschlossen ist dagegen ein Duell mit dem EHC Red Bull München, da sich der deutsche Vizemeister in seiner Gruppe ebenfalls den Sieg sicherte. Der Mannheimer Gegner in der Runde der letzten 16 wird am Freitag in Helsinki ausgelost.

Erstes Pflichtspieltor der Saison

Krämmer stellte zwar den Mannschaftserfolg in den Vordergrund, aus seiner Erleichterung machte er aber keinen Hehl. „Für den Kopf ist das natürlich eine gute Sache“, sagte er über sein erstes Pflichtspieltor in dieser Saison. Auch seine Reihenkollegen Marcel Goc und Phil Hungerecker haben bislang nur in der Champions Hockey League eingenetzt, in der DEL wartet das Trio auf ein persönliches Erfolgserlebnis.

„Wir werden weiter am Abschluss arbeiten und versuchen, uns unser Glück zu erarbeiten“, betonte Krämmer. Ein Musterbeispiel dafür, wie es gehen kann, lieferte er in der 13. Minute. Der Außenstürmer erzielte keinen Treffer der Marke „Tor des Monats“, sondern staubte zum 2:0 ab. „Die Entstehung des Tors hat in der eigenen Zone angefangen, als Borna Rendulic einen Schuss geblockt hat. Mein Verdienst war eher gering: Nach seinem Schuss musste ich vor dem Kasten nur noch abbremsen und das Ding reindrücken.“

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Krämmer, der 2018, den Weg aus Köln nach Manheim fand, ist aber ohnehin kein Spieler, dessen Wert sich in seiner Punktestatistik ablesen lässt. Der 26-Jährige gilt als harter Arbeiter, der keinem Zweikampf aus dem Weg geht und sich für das Team opfert – so wie in der Szene im zweiten Drittel, als er einen Schlagschuss blockte und die Blessur am Knöchel davontrug. Klar ist aber auch: Der eine oder andere Treffer mehr auf dem Konto würde ihm guttun.

Dass die Adler nach der überschaubaren Darbietung beim 1:3 in Straubing am Sonntag gegen Stockholm die gewünschte Reaktion zeigte, gefiel Pavel Gross. Der Trainer hatte die Mannschaft am Montag zusammengetrommelt und über die Schlappe gesprochen. Gross betonte aber nicht nur das Negative, sondern motivierte seine Spieler. „Wir haben den Jungs 20 Szenen unseres aggressiven Forechecks aus der vergangenen Saison gezeigt. Das ist das Eishockey, das wir zeigen wollen“, hatte der 51-Jährige mit seinem Trainerteam ein Manko der jüngsten Auftritte identifiziert: Vor allem in Straubing agierten die Adler zu behäbig. Sie hatten kein Vertrauen in das, was sie auf dem Eis taten – und entsprechend waren alle Aktionen zu zögerlich und wurden nicht mit der nötigen Konsequenz ausgeführt.

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Gegen Stockholm sah das anders aus. In der Anfangsphase überrumpelten die Mannheimer das schwedische Topteam – und hinten heraus ließen sie zwar die Entscheidung liegen, dafür stand aber die Defensive bis auf wenige Ausnahmen.

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