AdUnit Billboard

Alles oder nichts

Von 
Thorsten Hof
Lesedauer: 

Der Zeitpunkt mag ungewöhnlich erscheinen und auf den ersten Blick hat Marco Antwerpen beim 1. FC Kaiserslautern viel richtig gemacht. Er rettete den Pfälzer Traditionsclub in der vergangenen Saison vor dem Fall ins Bodenlose und machte den FCK danach trotz eines holprigen Starts mit einer starken Serie zum Aufstiegskandidaten. Doch als eigentlich schon sicher schien, dass die Roten Teufel in die 2. Liga zurückkehren würden, kam plötzlich alles ins Stocken. Mit drei Niederlagen in Folge verspielte Kaiserslautern den direkten Aufstieg und steht nun vor zwei schwierigen Relegationsspielen gegen Dynamo Dresden.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Bedeutung eines Startplatzes in Liga zwei für den gerade erst 2020 insolvent gegangenen Club vom Betzenberg haben die Verantwortlichen nun die Reißleine gezogen und setzen auf den zweitligaerfahrenen Dirk Schuster. Der hat jetzt gerade einmal eineinhalb Wochen Zeit, die zuletzt sichtlich verunsicherte Mannschaft wieder aufs Gleis zu setzen. Damit die Vereinsführung solch ein Risiko eingeht und in der entscheidenden Saisonphase auf alles oder nichts setzt, muss schon ziemlich viel Vertrauen in die Fähigkeiten des bisherigen Coaches verloren gegangen sein.

Zuletzt hatte Antwerpen aber auch kaum noch Argumente. Der Abwärtstrend eines spielerisch ohnehin limitierten Teams war bedenklich, der Coach musste so kurz vor der Ziellinie plötzlich Grundtugenden einfordern und gab auch selbst ein rätselhaftes Bild ab. Sonst der aggressive Lautsprecher, der sich nicht darum scherte, den Unmut anderer auf sich zu ziehen, war Antwerpen zuletzt fast schon demütig und kleinlaut. Vielleicht ahnte er auch, was bereits hinter seinem Rücken gespielt wurde.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Die Freistellung in der Pfalz reiht sich nun in Antwerpens bemerkenswerte Rauswürfe wie etwa in Braunschweig oder Würzburg ein, die seine Trainervita prägen. Funktioniert das Experiment mit Schuster nicht, wird diese Episode aber auch an den FCK-Oberen haften bleiben.

Redaktion Sportredakteur, Schwerpunkte SV Waldhof, Rhein-Neckar Löwen.

AdUnit Mobile_Footer_1