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Olympia - 27-Jähriger möchte langersehnte Medaille holen

Tokio ordnet Schachmann alles unter

Von 
dpa
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Tokio. Wenn Maximilian Schachmann fernab des Olympia-Trubels in Tokio aus dem Hotelzimmer blickt, sieht er die beeindruckende Skyline des Mount Fuji. So hat die deutsche Medaillenhoffnung jeden Morgen nach dem Aufstehen das große Ziel gleich vor Augen. Denn auf dem mit 3776 Metern höchsten Berg Japans entscheidet sich am Samstag im Straßenradrennen für den deutschen Meister, ob sich all die Mühen im Vorfeld der Olympischen Spiele gelohnt haben.

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„Ich bin ganz sicher nicht der Topfavorit, aber auch nicht völlig chancenlos. Ich gehe ambitioniert in das Rennen und werde alles geben“, sagt Schachmann. Geht es nach den Watt-Zahlen und dem eigenen Körpergefühl sei die Form „ganz okay“.

Damit es mit der ersten deutschen Medaille im olympischen Straßenrennen seit Jan Ullrich und Andreas Klöden bei den Spielen in Sydney 2000 (Gold und Bronze) klappt, hat Schachmann einiges getan. Nach seinem Triumph bei den deutschen Meisterschaften ging es nicht zur Tour de France, sondern ins Höhentrainingslager in die Sierra Nevada. Und als Tadej Pogacar noch in den Pyrenäen um seinen zweiten Tour-Sieg kämpfte, saß Schachmann schon in Tokio auf dem Rad.

Die Tour findet jedes Jahr statt, Olympia nur alle vier Jahre. Die Sommerspiele seien „ein Karriereziel für die meisten Sportler“, sagte der Berliner, der erstmals im Zeichen der fünf Ringe startet. Und schließlich sind Eintagesrennen seine Spezialität, Schachmann hat sich in den vergangenen Jahren bei den schweren Klassikern einen Namen gemacht.

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Quartett vertritt Deutschland

Schwer wird es auch dieses Mal mit fast 5000 Höhenmetern auf dem 234 Kilometer langen Kurs. Vor allem der Anstieg zum Mikuni Pass sei extrem steil. Deshalb seien die Bergfahrer wie Pogacar im Vorteil. Schachmanns Favorit ist Belgiens Wunderkind Remco Evenepoel, das ebenfalls bei der Tour nicht dabei war. Bundestrainer Jens Zemke hat seinen Schützling aber trotzdem auf der Rechnung. „Wenn er einen guten Tag erwischt, traue ich ihm sehr viel zu. Er ist sehr fokussiert“, sagte Zemke. Ähnlich sieht es Simon Geschke, der direkt nach der Tour in den Flieger nach Japan gestiegen ist.

Mit einem Vier-Mann-Team geht die deutsche Auswahl an den Start. Neben Schachmann ist Kletterspezialist Emanuel Buchmann der zweite Trumpf. Geschke und Nikias Arndt sind als Helfer gefragt. 

Thema : Die Olympischen Sommerspiele in Tokio

  • Sport Kusterer belohnt sich mit Obst

    Nach dem Ende ihrer Abnehm-Qual bei den Olympischen Spielen war Gewichtheberin Sabine Kusterer unglaublich erleichtert. Die 30-Jährige aus Karlsruhe hatte für ihren Start in Tokio innerhalb von nur 45 Tagen satte acht Kilo abnehmen müssen, um das Gewichtslimit bis 59 Kilo zu schaffen. „Ich habe meinen Körper sehr gefordert in letzter Zeit. Jetzt ist es an der Zeit, meinem Körper mit gutem Essen danke zu sagen“, erzählte Kusterer der Deutschen Presse-Agentur nach ihrem Auftritt am Dienstag. Weniger als 1000 Kalorien pro Tag habe sie in den vergangenen rund vier Wochen zu sich nehmen dürfen. Kusterer musste daher ihr Trainingspensum reduzieren. Manchmal habe sie nach dem Heben sogar Schwindelanfälle bekommen, berichtete sie. „Das war echt nicht immer einfach.“ Im Wettkampf gönnte sie sich zwischendurch schon mal eine Banane mit Schokocreme, so wie schon 2016 bei Olympia in Rio de Janeiro. „Ich bin froh, meinen Körper wieder gut versorgen zu können“, sagte sie und freute sich auf Obst und Gemüse. {element} Kusterer schaffte eine Zweikampfleistung von 198 Kilogramm (Reißen: 91, Stoßen: 107) und wurde Zehnte. Mit olympischem Rekord landete Kuo Hsing-Chun (236) aus Taiwan auf Rang eins. Die Gewichtheberin vom KSV Durlach war dennoch glücklich, war sie doch wie auch Lisa Marie Schweizer erst nach Dopingsperren anderer Nationen nachgerückt. {furtherread} „Das ist für mich so krass gewesen auf der Bühne zu stehen, ich musste auch die ganze Zeit grinsen“, sagte Kusterer, die eigentlich im Urlaub war, als sie für Olympia überraschend Grünes Licht bekam. „Ich will auch jetzt noch nicht aufhören, es geht weiter“, versicherte Kusterer, die an der Universität Heidelberg Economics studiert. dpa

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  • Sport Gelungene Premiere für Weigand

    Bundestrainer Kais al Saadi war nach dem bestandenen Charaktertest seiner Mannschaft stolz, für Dreifach-Torschütze Florian Fuchs sind Deutschlands Hockey-Herren aber noch lange nicht am Limit. Mit dem zweiten Sieg im dritten Spiel hat die Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Tokio klar Kurs auf das Viertelfinale genommen – und kann durch das wichtige 5:1 (1:1) gegen Großbritannien zudem auf einen leichteren Gegner hoffen. „Ich glaube, wir wissen noch gar nicht, wie gut wir spielen können, wenn es am Ende drauf ankommt“, sagte Anführer Fuchs nach dem hochverdienten Sieg im Oi Hockey Stadium. „Da habe ich absolutes Vertrauen in die Truppe.“ Stürmer Justus Weigand vom Mannheimer HC, dem der dritte Treffer gelang, ergänzte: „Bei solch einer Teamleistung seinen ersten olympischen Einsatz zu haben, fühlt sich unvorstellbar gut an.“ Mit dem starken Auftritt gab das Team am Dienstag im teils strömenden Regen von Tokio die richtige Antwort auf das 1:3 gegen Weltmeister Belgien am Tag zuvor. Auch vom frühen Rückstand (9.) nach dominantem Start ließ sich das Team nicht verunsichern. „Das war dann eine wichtige Charakterprobe für uns“, urteilte al Saadi. Seine Mannschaft kämpfte sich eindrucksvoll zurück und drehte die Partie durch Dreifachtorschütze Fuchs (15./51./60.) und die Treffer von Christopher Rühr (35.) und Weigand (42.). „Selbst, wenn ich nicht ein Tor erzielt hätte, wäre das heute ein ganz besonderes Ereignis für mich gewesen“, sagte Weigand. „Ich freue mich natürlich trotzdem riesig über den Treffer – und dass ich so gut reingekommen bin ins Turnier.“ Neben ihm bekam auch Paul-Phillip Kaufmann vom TSV Mannheim Hockey erstmals das Vertrauen von Bundestrainer al Saadi. „Wir waren völlig dominant und von Beginn an voll da. Das 0:1 hat uns überhaupt nicht aus der Fassung gebracht. Am Ende hätte es sogar noch höher für uns ausfallen können“, berichtete Kaufmann. Torhüter Alexander Stadler (TSVMH) und Abwehrspieler Linus Müller (MHC) standen ebenfalls auf dem Platz. Am Mittwoch spielfrei {element} Vor den Partien gegen Südafrika am Donnerstag und die Niederlande am Freitag ist die DHB-Auswahl nun klar auf Kurs Richtung K.o.-Runde. Die besten vier Teams aus der Sechsergruppe kommen weiter. Je besser die Platzierung in der Vorrunde, desto vermeintlich leichter ist der Gegner in der Runde der besten Acht. „Wir werden ins Viertelfinale kommen, so selbstbewusst sind wir“, sagte der Bundestrainer, der sich aber noch nicht mit möglichen Gegnern beschäftigen wollte: „Wir müssen auf uns schauen, unsere Form aufbauen und dann in der Verfassung sein, zu dem Zeitpunkt eine Top-Performance zu bringen.“ Am Mittwoch hat das Team erst einmal spielfrei. dpa/red {furtherread}

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  • Steckbriefe und Wettkampf-Termine Das sind unsere Olympia-Starterinnen und -Starter aus der Metropolregion Rhein-Neckar

    34 Sportlerinnen und Sportler aus der Metropolregion Rhein-Neckar starten für die Deutsche Olympiamannschaft in Tokio. Die Sommerspiele beginnen am heutigen Freitag. Eine Übersicht unserer Athletinnen und Athleten.

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