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Olympia - TV-Anstalten arbeiten in Tokio mit neuen Konzepten

Schwierige Bedingungen für Sender

Von 
dpa
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Tokio. Wenn Millionen von Sportfans in den nächsten Tagen im Fernsehen die Olympischen Spiele verfolgen, werden sie von den noch immer offenen Fragen und den vielen Problemen der TV-Sender wohl nicht viel bemerken. Auch beim Sport ist Fernsehen immer eine Inszenierung – und in die musste dieses Mal wegen Corona noch viel mehr Aufwand als gewöhnlich gesteckt werden. Die Vorbereitungen auf das größte Sportevent der Welt und die umfassende TV-Berichterstattung darüber dauern mehrere Jahre. Normalerweise zumindest, denn dieses Mal mussten die Fernsehanstalten „alle drei, vier Wochen einen neuen Plan entwerfen“, wie es ARD-Teamchef Gerd Gottlob ausdrückte.

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Nach der Verschiebung im Vorjahr wegen der Corona-Pandemie haben die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF „nochmal ein komplett neues Konstrukt entworfen“, sagte Gottlob. „Und dann kam hier wieder eine Bestimmung und da nochmal eine neue Regel.“ Auch kurz vor dem Beginn der Spiele „sind wir jetzt noch dabei, unsere Pläne anzupassen und umzubauen“.

„Irgendwie absurd“

Rund 180 Mitarbeiter von ARD und ZDF sind in Tokio. © dpa

Die Abwesenheit von Zuschauern bei den Wettkämpfen stellt für die Olympia-Sender eines der vielen Rätsel dar. „Wir wissen nur, dass es ein komplett anderes Bild wird im Vergleich zu allem, was wir bislang gesehen haben von Olympischen Sommerspielen“, sagte ARD-Teamchef Gottlob. „Spätestens bei der Eröffnungsfeier: Einmarsch der Nationen – und niemand winkt zurück. Das ist ja irgendwie absurd.“ Und dann ist da noch die Sache mit der Zuschauer-Atmosphäre vom Band. Eine Geräuschkulisse von früheren Olympischen Spielen soll eingespielt werden. „Dadurch sollen die Sportler unterstützt werden und keine sterile Stimmung aufkommen“, sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann und fügte skeptisch an: „Wir müssen abwarten, ob das Kalkül aufgeht.“ Begeistert klingt das nicht.

Die TV-Sender sind vom Olympic Broadcasting Service (OBS) über die Einspielungen informiert worden. Das solle „auf geringem Niveau“ geschehen, erklärte der ZDF-Sportchef. OBS liefert seit 2001 für das Internationale Olympische Komitee das weltweite Fernsehbild, das alle Sender ausstrahlen. Von den heimischen Sendern kommen dann die Kommentierungen zu den bewegten Bildern und die Interviews vor Ort. Produziert wird das Ganze dieses Mal nicht vor Ort, sondern in Mainz. „Das Herz von Olympia schlägt auf dem Lerchenberg. Dort ist die zentrale Regie“, sagte Fuhrmann. Der Teamchef des ZDF gab zu: „Wir gehen ein Risiko ein, so ist noch nie produziert worden.“

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Durch Corona und die Auswirkungen der Pandemie wird ein Großteil der TV-Berichterstattung gezwungenermaßen in einem großen Homeoffice in Mainz erstellt, wo ARD und ZDF sich sogar das Studio teilen. Rund 180 Mitarbeiter für Produktion und Redaktion arbeiten in Japan und „ungefähr das Doppelte“ auf dem Lerchenberg. Ähnlich sieht es bei Eurosport aus. 

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