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Formel 1 - Titelverteidiger will nicht nur Titel Nummer acht, sondern auch Minderheiten den Zugang in den Motorsport erleichtern

Hamilton arbeitet am Vermächtnis

Von 
dpa
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Schwer, aber keinesfalls aussichtslos: Lewis Hamilton muss einen 32-Punkte-Rückstand auf Max Verstappen aufholen. © dpa

Silverstone. Mit Kommentaren von Bernie Ecclestone wollte sich Lewis Hamilton eigentlich nicht auch noch beschäftigen. Nach einer Woche, in der der Rekordweltmeister mit einem Kommissionsbericht die Benachteiligung von Minderheiten im Motorsport gebrandmarkt hatte, wurde der Engländer mit den dann doch eher leichten Spitzen des früheren Formel-1-Alleinherrschers konfrontiert.

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Hamilton sei nicht mehr ganz der Kämpfer von früher, meinte der 90-Jährige über den 36-Jährigen vor dem Heimspiel in Großbritannien. Der Mercedes-Pilot, dem der Verlust seiner Vormachtstellung in dieser Saison droht, gab Ecclestone sogar Recht. „Ich bin definitiv nicht mehr der Fahrer, der ich war, als ich angefangen habe“, räumte Hamilton ein und ergänzte mit weltmeisterlicher Gelassenheit: „Ich bin besser und kenne mich viel besser als früher.“

Hamilton und Ecclestone haben eine spezielle Beziehung. Im vergangenen Jahr hatte der streitlustige Rentner behauptet, in vielen Fällen seien schwarze Menschen rassistischer als weiße Menschen. Hamilton, der einzige Schwarze in einem Formel-1-Cockpit, warf Ecclestone daraufhin Ignoranz vor.

Den siebenmaligen Weltmeister treibt mittlerweile mehr an, als die Sehnsucht nach weiteren Siegen. Auch wenn diese Begierde natürlich immer noch riesig ist. „Davon träume ich und darauf arbeite ich hin“, sagte Hamilton der BBC über diesen achten WM-Titel, mit dem er sogar Michael Schumacher hinter sich lassen würde: „Ich bin extrem getrieben. Aber es ist eine große Aufgabe.“

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Hamilton, der väterlicherseits karibische Wurzeln hat, ist in Silverstone der Rekordgewinner. Im Qualifying für das erstmals ausgetragene Sprintrennen am Samstag (17.30 Uhr/Sky) sicherte er sich vor Max Verstappen die Pole Position. Dritter wurde Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas. Sebastian Vettel im Aston Martin landete auf Position zehn.

32 Punkte Rückstand auf den fast schon traumwandlerisch sicher fahrenden Verstappen im Red Bull muss Hamilton aber aufholen. Seinen Treibstoff findet der Brite aber eben auch abseits des Asphalts. „Als ich jünger war, wollte ich als einer der besten Formel-1-Fahrer angesehen werden. Aber mit der Zeit habe ich den Erfolg gehabt, und die Freude, die das mit sich bringt, ist immer nur von kurzer Dauer“, befand der 98-malige Grand-Prix-Gewinner.

Was bleibt also, wenn er die Königsklasse des Motorsports einmal verlässt? Bis Ende 2023 läuft sein neuer Vertrag noch. Hinterlässt er ein Erbe über Zeiten und Siege hinaus? Da kommt die Studie einer nach ihm benannten Expertenkommission ins Spiel. Hamilton will Minderheiten den Zugang in den Motorsport erleichtern. Das wäre die „wertvollste Sache“ für ihn, räumte er ein. Es soll ein „Teil meines Vermächtnisses“ werden.

Silverstone ist Mercedes-Terrain

Im Hier und Jetzt auf der Strecke heißt Hamiltons Herausforderung Verstappen. Die drei vergangenen Grand Prix hat der Niederländer gewonnen. „Natürlich waren wir mit den letzten Rennen zufrieden, aber wir schauen immer auf die Dinge, die wir besser machen können“, äußerte Verstappen, der auch weiß, dass Silverstone (Sonntag, 16 Uhr) Hoheitsgebiet von Mercedes ist.

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Die neuen Aerodynamikregeln haben die Silberpfeile, die im Gegensatz zur Konkurrenz mit einer tieferen Anstellung des Hecks fahren, aber zurückgeworfen. Nachbesserungen sollen Hamilton wieder ganz nach vorne bringen. dpa

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