Eishockey - Ein Schritt fehlt noch zur Wolfsburger DEL-Krönung

Cortina plant den großen Titel-Coup

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dpa
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Pat Cortina gewann mit den Grizzlys das erste Finalspiel gegen Berlin. © dpa

Berlin/Wolfsburg. Pat Cortina richtete das Mikrofon. Der Trainer des krassen Final-Außenseiters Grizzlys Wolfsburg rückte seine Brille zurecht. Als er dann nach seiner Meinung zum ersten Sieg seines Überraschungsteams im Play-off-Endspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bei den Eisbären Berlin gefragt wurde, war von Euphorie oder Aufregung nichts zu spüren. „Unglaublich von den Jungs“, sagte der frühere Bundestrainer bloß, lobte damit aber sogar beide Teams und meinte: „Wir haben das Spiel gewonnen. Ich erwarte ein hartes Spiel am Mittwoch.“ Nach außen hin wirkte er stoisch, ganz so, als wäre es einfach das nächste einer ganzen Reihe von Eishockey-Spielen.

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Dabei kann Cortina mit den Grizzlys Wolfsburg dieser ungewöhnlichen und auch für ihn persönlich komplizierten Saison mit Diskussionen darüber, ob er gehen muss, ein Wahnsinnsende bescheren. Er kann sich vom gescheiterten Bundestrainer zum Meistercoach entwickeln. Ein Sieg am Mittwoch (19.30 Uhr/MagentaSport) fehlt – oder im Falle einer Niederlage ein Sieg im dann entscheidenden Spiel am Freitag. Dann wäre der 56-Jährige mit Wolfsburg Champion. Dann wären die Grizzlys nach einer wechselhaften Saison der 100. deutsche Eishockey-Meister. Der erste Titel und der größte Erfolg des Clubs wären perfekt.

Nachfolger von Gross

Mit seiner höflichen, nach außen unaufgeregten Art bot Cortina am Wochenende ein Bild, das im Kontrast stand zum Auftreten eines seiner Vorgänger in Wolfsburg. Pavel Gross wütete nach seinem Halbfinal-Aus mit Topfavorit Adler Mannheim (gegen seinen Ex-Club Wolfsburg) übel gegen die DEL. In Wolfsburg wurde Gross verehrt dafür, dass er die Niedersachsen mit eher bescheideneren Mitteln zum konstantesten Team der DEL formte. Nun kann aber Cortina das schaffen, was Gross 2011, 2016 und 2017 nicht gelang: Die Finalserie gewinnen.

„Natürlich hat Pat Cortina als Cheftrainer einen großen Anteil, keine Frage“, sagte Wolfsburgs Sportdirektor Karl-Heinz Fliegauf bei „MagentaSport“. dpa

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