Fußball, 3. Liga Wellenreiter des SV Waldhof surfen Richtung Relegationsplatz

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Thorsten Hof
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Torschütze und Vorbereiter: Marcel Costly (links) freut sich mit Rafael Garcia über seinen Treffer per Hacke zum zwischenzeitlichen 1:0 bei Türkgücü München. © Michael Ruffler

Mannheim. Die Rückreise von München nach Mannheim am späten Samstagnachmittag gestaltete sich entspannt, danach ging es für die Profis des SV Waldhof vom Bus aus direkt ins verlängerte lange Wochenende. „Die Jungs kriegen jetzt frei, damit sie diesen Januar mal aus den Köpfen bekommen. Das war auch für die Psyche sehr anstrengend“, begründete Waldhof-Trainer Patrick Glöckner mit Blick auf das zurückliegende Mammut-Programm die kleine Auszeit. Schließlich steckten den Mannheimern sieben Spiele in nur 22 Tagen in den Knochen - ein Programm, bei dem man auch als Berufssportler mal in die Knie gehen kann.

3. Liga Waldhof weiter auf Erfolgskurs - 2:0 bei Türkgücü München

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Allerdings machte Glöckners Mannschaft nach dem 2:0 (1:0) bei Türkgücü München und sieben Spielen ohne Niederlage nicht unbedingt den Eindruck, gerade genug zu haben, sondern strahlte eher eine Energie aus, das Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern (Samstag, 14 Uhr) schon innerhalb der nächsten 48 Stunden bestreiten zu können. „Grundsätzlich hätten wir das sicher auch noch geschafft“, bestätigte Kapitän Marcel Seegert mit einem Augenzwinkern. „Aber mal ein bisschen die Seele baumeln zu lassen, kann sicher nicht schaden“, meinte der Abwehrchef.

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Die strahlenden Gesichter, die geballten Fäuste im Grünwalder Stadion - das alles hatte natürlich auch mit dem dritten Sieg in Serie zu tun, insgesamt sind die Mannheimer seit dem Neustart Anfang Januar nun schon sieben Spiele ohne Niederlage. Auch der Blick auf die Tabelle mit Platz sieben und nur noch vier Punkten Rückstand auf den Relegationsrang dürfte dem SV Waldhof nach dem Traumstart ins neue Fußball-Jahr zusätzliche Flügel verleihen. Eine erstaunliche Wendung, nachdem die Kurpfälzer Richtung Jahreswechsel ordentlich ins Wanken geraten waren.


Stabile Grundordnung


„Mit so einer Ausbeute war nie zu rechnen in dieser Liga“, blickte Coach Glöckner deshalb erleichtert auf die zurückliegenden harten Wochen zurück, vor denen auch Kapitän Seegert durchaus Respekt hatte. „Aber man kann aus jeder Situation auch etwas herausholen“, findet der 26-Jährige, dass über die viele gemeinsame Zeit auf den langen Auswärtsfahrten auch etwas gewachsen zu sein scheint. „Man hat gesehen, dass wir zuletzt auch wieder über den Zusammenhalt gekommen sind und das Programm auf diese Weise stemmen konnten.“ Zudem ist das Spiel des SVW wieder deutlich kompakter, wie auch in München zu sehen war.

Türkgücü – SVW 0:2 (0:1)

  • Türkgücü München: Vollath – Park (83.Tosun), Kusic (75. Akkaynak), Zorba, Stangl – Sijaric, Berzel, Maier (83. Gorzel), Kircicek (57. Röser) – Serarer, Sliskovic (57. Bouziane).
  • SV Waldhof: Königsmann – Gottschling, Gohlke, Seegert, Donkor (70. Hofrath) – Schuster, Saghiri (86. Jurcher) – Costly, Gouaida (70. Christiansen), Garcia (74. Jastrzembski) – Martinovic.
  • Tore: 0:1 Costly (20.), 0:2 Martinovic (75.).
  • Gelbe Karten: Vollath, Berzel, Gorzel - Gottschling.
  • Beste Spieler: Maier – Costly, Martinovic.
  • Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart).
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Die hochgelobte Türkgücü-Offensive kam zwar vor allem gegen Spielende ebenfalls zu klaren Chancen, bis dahin hatte der einmal mehr sehr effiziente Waldhof mit Toren durch Marcel Costlys Kunstschuss per Hacke (20.) und Dominik Martinovics Konter (75.) die Weichen bereits gestellt. „So eine offensive Wucht kannst du nicht über 90 Minuten weghalten“, blickte Coach Glöckner auf die letzten 15 Spielminuten, als Türkgücü noch drei klare Möglichkeiten hatte.
Zuvor war der SVW aber wie schon gegen Dresden meistens auf Augenhöhe, Druckphasen oder Ballverluste blieben ohne bleibende Schäden. Für Mittelfeld-Lenker Marco Schuster, mit dessen Comeback die zurückgewonnene Stabilität ganz eng verknüpft ist, ist das alles andere als Zufall. „Wir spielen jetzt wieder aus einer sehr guten Grundordnung heraus. Das muss in dieser Liga die Basis sein“, meinte der Führungsspieler vor der Abwehr - und das spätestens seit dem Sieg in Lübeck zurückgekehrte Selbstvertrauen tut inzwischen sein übriges. „Wir hatten so viele Auswärtsfahrten, haben uns aber nie unterkriegen lassen und jedes Spiel so gespielt, als wäre es unser letztes“, blickte Torschütze Costly zurück, der zuletzt wohl die meisten Kilometer gemacht hatte und sich mit seinem Treffer und der Vorlage zum 2:0 entsprechend belohnte. Ein bisschen Eigenlob war deshalb durchaus erlaubt. „Was wir in den vergangenen Wochen abgeliefert haben - da kann man einfach mal den Hut ziehen“, meinte der Ex-Magdeburger zum Lauf der Mannheimer, die derzeit gekonnt die Erfolgswelle reiten.


„Voller Fokus auf das Derby“


Mit Blick auf die neu gewonnene Ausgangsposition und einen eventuell noch rosigeren Fußball-Frühling hielten sich die Mannheimer dagegen eher bedeckt. „Am Ende wird die Tabelle das hergeben, was du dir auch verdient hast“, blieb Coach Glöckner hinter einer bekannten Floskel verbal in Deckung. Wie schnell es in die andere Richtung gehen kann, hat der Tabellensiebte in dieser Spielzeit schließlich schon selbst leidvoll erfahren.

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Das anstehende Derby gegen den taumelnden FCK geht der Waldhof aber natürlich mit dem nötigen Selbstbewusstsein an. „Wir haben jetzt vollen Fokus auf das Derby. Jeder weiß, was das heißt. Da wollen wir nochmal eine Schippe drauf legen, Gas geben und weiter hungrig bleiben“, wollte sich Marcel Costly auch von zwei freien Tagen nicht stoppen lassen.

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dpa/red
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