Fußball Waldhof gehen die Spieler aus

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Thorsten Hof
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Mannheim. Der Hallesche FC gegen den SV Waldhof – diese Drittliga-Partie am Dienstagabend war ein echtes Fest für Statistik-Freunde. Schließlich war der SVW mit 32 Auswärtspartien ohne Niederlage nach Sachsen-Anhalt gereist, Halle hatte zuvor einen vereinsinternen Negativrekord mit 13 Spielen ohne Sieg aufgestellt. Nach dem 3:0 (1:0)-Erfolg des HFC waren dann gleich beide Serien Geschichte, Waldhof-Trainer Bernhard Trares  wollte sich mit solchen Marken aber nicht lange aufhalten. „Die Serie juckt uns nicht“, meinte der 54-Jährige nüchtern, bevor sich die Mannheimer auf die lange Heimreise Richtung Kurpfalz machten.

Marco Schuster im Zweikampf mit Terrence Boyd. © Michael Ruffler
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Und auf der gab es dann wohl auch nicht allzu viel zu grübeln. „Wir haben einfach nicht gut genug gespielt, der Gegner war stärker und hat uns über die Mentalität geschlagen“, stellte der SVW-Coach fest. „Wir waren im eigenen und gegnerischen Strafraum nicht konsequent genug“, fügte Kapitän Kevin Conrad an.

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Viel erinnerte beim erneuten Aufeinandertreffen beider Clubs an das Hinspiel im vergangenen Oktober. Auch hier machte der Waldhof beim 0:4 über weite Strecken das Spiel, die Tore stattdessen der Gegner. Ein Freistoß von Toni Lindenhahn (17.), ein Konter, den Terence Boyd abschloss (60.) und eine Umschaltaktion, von der Julian Guttau (78.) profitierte – viel mehr bekam Waldhof-Torhüter Timo Königsmann gar nicht auf den Kasten. Doch während Halle diese Chancen eiskalt nutzte, kam der Waldhof nicht zu den zwingenden Gelegenheiten und hatte eigentlich nur durch Gianluca Kortes Distanzschuss (59.) eine echte Gelegenheit.

Trainer Trares zählte dazu noch den nicht gegebenen Elfmeter gegen Marco Schuster (6.), das war es dann aber auch. „Viele Szenen kriegst du in so  Spiel nicht, da brauchst du eben ein Tor“, sagte der Coach.  

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Mit „so einem Spiel“ meinte der Ex-Profi vor allem den intensiv geführten Kampf der Hallenser, die ihre körperlichen Vorteile immer wieder ohne Rücksicht auf Verluste einbrachten. Dass nur einen Tag vor dem Spiel der Trainer gewechselt wurde und die zuvor vom alten Coach Ismail Atalan suspendierten Spieler Terence Boyd und Marcel Hilßner in den Kader zurückkehrten, machte die Sache ebenfalls nicht einfacher. „Der Trainerwechsel kam natürlich ungünstig für uns, der Gegner hat sich rechtzeitig zusammengerauft“, beobachtete der Mannheimer Trainer „lauter Maschinen“ in den roten Trikots, die seinen eher aufs Spielerische ausgerichteten Profis bei jeder Gelegenheit deutlich machten, dass im Erdgas-Sportpark keine Schönheitspreise zu vergeben waren.

Dass diese Gangart natürlich nicht über 90 Minuten durchzuhalten ist, bewahrheitete sich spätestens nach dem Seitenwechsel, als der SVW das spielbestimmende Team war und auf den Ausgleich drängte. Doch Boyds 2:0 genau in diese Drangphase, war der berühmte Tiefschlag. „Da war das Ding gegessen“, wusste auch Trares.

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Bis dahin war der SVW zumindest auch läuferisch noch auf der Höhe, dass die hohe Taktung des Saisonendspurts  schon jetzt ihre Spuren zeigt, war allerdings nicht zu übersehen. „Die Energie, die wir zuletzt auf den Platz gebracht haben, war einfach nicht da“, räumte Mittelfeld-Renner Marco Schuster ein. „Wir waren nicht schnell genug im Kopf und die Gegentore haben wir zu einfach bekommen“, analysierte der 24-Jährige.

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Und in der nächsten Partie gegen die Überflieger vom FC Bayern München II (Sonntag, 17 Uhr) wird sich beim Thema Frische nicht viel ändern – im Gegenteil. Arianit Ferati und Michael Schultz müssen wegen der fünften gelben Karte zusehen, Mohamed Gouaida fällt wegen einer Knöchelverletzung aus. Zudem ist Maurice Deville (Prellung) weiter angeschlagen, Marcel Seegert und Max Christiansen keine Optionen.

„Im Moment brauchen wir eigentlich jeden und Impulse von außen. Das ist bitter in so einer Phase“, sehnt sich nicht nur Schuster nach Entlastung und Alternativen im weiter offenen Aufstiegsrennen. Doch Selbstmitleid ist den Blau-Schwarzen fremd. „Klar, geht das an die Substanz. Aber wir wussten, dass wir da nicht so breit aufgestellt sind“, betrachtete Trainer Trares die Situation vor den eingeschränkten Möglichkeiten und fügte sich. „Da müssen wir jetzt durch. Fertig.“

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