SV Waldhof zieht souverän ins Halbfinale ein

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Thorsten Hof
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Norbert Kirschner (vorne) versucht per Grätsche, an den Schussversuch von Gianluca Korte zu kommen. © PIX-Sportfotos/Lukas Adler

Mannheim. Am Ende hatten wohl alle das, was sie gerne wollten: Der SV Waldhof erreichte mit dem 3:0 (1:0) beim VfR Mannheim das Halbfinale im BFV-Pokal, die Rasenspieler spielten dagegen ein passables Ergebnis ein und mit 4197 Zuschauern in seinem Rhein-Neckar-Stadion durfte sich der deutsche Meister von 1949 auch über die erhoffte Resonanz im 141. Stadt-Derby freuen. Die Stimmung im VIP-Raum des Verbandsligisten war dementsprechend gelöst, ein lauer Herbstsamstag hatte ein für alle Seiten versöhnliches Ende gefunden.

VfR Mannheim gegen SVW Das 141. Stadtderby im Rhein-Neckar-Stadion

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Dass es auf dem Rasen wenig spannend zuging, dürfte Waldhof-Trainer Bernhard Trares dabei gerne verschmerzt haben. „Bei solchen Spielen geht es nicht um den großen Glanz, sondern um das Ergebnis – und das haben wir eingefahren“, zog der Coach des Drittligisten zufrieden Bilanz. Eine Runde weiter, keine neuen Verletzten – vielmehr wollte das Waldhof-Herz an diesem Nachmittag wohl auch gar nicht. Und selbst wenn sich der Außenseiter vielleicht etwas mehr erhofft hatte, ging für den Verbandsligisten ebenfalls keine Welt unter. „Alles in allem war das ein verdienter Sieg für den Waldhof“, gab es für VfR-Trainer Uli Brecht keine Zweifel.

Wie angekündigt gab Waldhof-Trainer Bernhard Trares einigen seiner Stammkräfte eine Pause. Mit Torhüter Timo Königsmann, Marcel Hofrath, Maurice Deville, Dorian Diring und Marco Schuster machte gleich ein Quintett Platz für Spieler aus der zweiten Reihe. An den erwartbaren Kräfteverhältnissen auf dem Platz änderte das allerdings nichts.

Waldhof war körperlich präsenter, spielte den schnelleren Ball und war zweikampfstärker – allerdings suchte der Drittligist zunächst vergeblich eine Lücke im engmaschigen Fünfer-Mittelfeld, das VfR-Trainer Brecht vor seiner Viererkette aufgebaut hatte. Auch die Versuche aus der Distanz sorgten für wenig Gefahr, die erste nennenswerte Möglichkeit hatte sogar der VfR, als Gaetano Giordano eine weite Flanke von Marcel Gessel verpasste (23.). Der Favorit wollte da natürlich nicht nachstehen, doch Kevin Koffi scheiterte sieben Minuten später aussichtsreich an VfR-Keeper Marcel Lentz.

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Auch im weiteren Verlauf schien die Partie erneut am Waldhof-Stürmer, der zunächst einige unglückliche Szenen hatte, vorbeizugehen. Doch dass der 33-Jährige natürlich die Klasse hat, um gegen einen Verbandsligisten zu treffen, war in der 30. Minute nicht zu übersehen: Eine Hereingabe von rechts nahm der Ivorer geschickt herunter und eine kurze Drehung genügte dem SVW-Angreifer, um die 1:0-Führung für den Favoriten herzustellen. Die VfR-Abwehr hatte ihm hier einmal etwas mehr Platz gelassen – einmal zu viel. Bis zum Wechsel machten die Rasenspieler nochmals mit ihrem einzigen echten Angreifer Sahin Aygünes auf sich aufmerksam (44.), doch die Halbzeitführung des Nachbarn ging klar in Ordnung. Lediglich die bisherige Abschlussquote kam bei Waldhof-Coach Trares nicht sonderlich gut an. „Da hätten wir bestimmt schon früher führen können“, meinte der 54-Jährige.

Start nach Maß für den SVW nach der Halblzeitpause

In der Halbzeit hatte sich der VfR dann vorgenommen, das Spiel so lange wie möglich offenzuhalten, doch stattdessen erwischte der SV Waldhof einen Start nach Maß. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß auf der linken Seite fand eine Flanke von Nachwuchsmann Jonas Weik passgenau Gianluca Korte hinter der Strafraumgrenze und der Spielmacher traf sehenswert zum 2:0 ins rechte obere Eck (49.). „Dieser Treffer war wie schon der erste vom Zeitpunkt sehr unglücklich. Da wurde es von der Moral her natürlich schwer“, blickte VfR-Coach Brecht auf den vorentscheidenden Spielstand.

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Dieser Vorsprung sollte dem Favoriten nun Ruhe geben, doch die Waldhöfer lehnten sich deshalb keinesfalls zurück. Nach Koffis Vorarbeit hätte Arianit Ferati frei vor Lentz das 3:0 machen müssen (50.), danach war der VfR-Keeper bei Koffis Versuch aufs kurze Eck noch mit den Fingerspitzen am Ball (56.). Torschütze Korte hatte zehn Minuten später ebenfalls noch eine Gelegenheit, als er von links in den Strafraum zog und nur Torwart Lentz traf. Dem eingewechselten Mounir Bouziane war es schließlich vorbehalten, für den 3:0-Endstand zu sorgen. Einen VfR-Konter beantwortete der SVW mit einer Gegenattacke, die der Franzose gekonnt abschloss (88.). „Am Ende hatten wir wohl eion paar Körner mehr“, freute sich Torschütze Korte, bevor sich der SVW-Tross zu Fuß in die gewohnte Umgebung ein paar Meter weiter ins Carl-Benz-Stadion aufmachte. Dort stand noch das abschließende Auslaufen auf dem Programm. Enge Nachbarschaft kann manchmal also auch seine Vorteile haben.

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SV Waldhof: Varvodic – Celik, Seegert, Schultz, Marx – Chrístiansen (73. Schuster), Flick – Weick (61. Schwarz), G. Korte (88. Hocker, Ferati – Koffi (76. Bouziane).

VfR Mannheim: Lentz – Schwall, Roumeliotis, Kirschner, Schneider – Glückschalt ( 78. Dogan) – Gessel (68. Huller), Giordano (46. Herm), Denefleh, Haag – Aygünes (80. Sabah).

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Redaktion Sportredakteur, Schwerpunkte SV Waldhof, Rhein-Neckar Löwen.