Fußball - Der frühere Waldhof-Torjäger findet sich in Hannover immer besser ein – doch andere Mannheimer Aufstiegshelden kämpfen bei ihren neuen Clubs mit Problemen Sulejmani bestellt Döner – und trifft

Von
Alexander Müller
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Mannheim. Ob es eine Charmeoffensive bei seinem in der Türkei geborenen Trainer Kenan Kocak war? Aus Anlass seines 25. Geburtstags bestellte Valmir Sulejmani in der vergangenen Woche einen mobilen Döner-Stand ans Trainingsgelände von Hannover 96. Den Kollegen des früheren Stürmers des SV Waldhof schmeckte der Kebab – und Sulejmani bekam die für Profi-Fußballer unkonventionelle Kost auch. Beim 2:1-Derbysieg in Braunschweig stand „Vale“ in der Startelf und erzielte den Hannoveraner Ausgleich. Wie ergeht es Sulejmani und den anderen Mannheimer Aufstiegshelden, die den SVW im vergangenen Sommer verlassen haben? Ein Überblick:

Frühere Waldhöfer mit unterschiedlichen Stimmungslagen: Valmir Sulejmani (gr. Bild) hat sich bei Hannover 96 etabliert, Trainer Bernhard Trares (oben) wartet in Würzburg weiter auf den Aufschwung, und Kevin Conrad ist Fünfter in der Regionalliga. © dpa

Valmir Sulejmani

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Trainer Kocak lockte den Angreifer mit dem Versprechen, ihm in der Zweiten Liga eine realistische Chance zu geben, zurück zu seinem Jugendverein Hannover 96. Der frühere Waldhof-Coach hielt Wort: Sulejmani verzeichnet schon 19 Einsätze bei 96, meist über die linke Außenbahn. „Es ist einfach schön, für deine Stadt zu treffen – und für deinen Verein, in dem du als Neunjähriger begonnen hast“, sagte Sulejmani nach seinem ersten Saisontor gegen Bochum Mitte Dezember, dem der erwähnte Treffer in Braunschweig folgte. Dazu kommen zwei Vorlagen. „Vale“ ist auf einem guten Weg.

Bernhard Trares

Kann das gut gehen? Das fragten sich viele Experten, als der Baumeister der Mannheimer Rückkehr in den Profifußball Ende November beim Zweitliga-Letzten Würzburger Kickers anheuerte. Übrigens zusammen mit seinem einstigen Assistenten beim SVW, Benjamin Sachs. Die Skeptiker scheinen recht zu behalten. In 13 Spielen mit den Franken hat Trares nur drei Siege geholt (2 Unentschieden/8 Niederlagen), das rettende Ufer ist zehn Punkte, der Relegationsplatz sechs Zähler entfernt. Die Zeichen stehen auf Abstieg, und ob Felix Magath, der starke Mann im Hintergrund bei den Würzburgern, mit dem Heppenheimer auch einen Neustart in der 3. Liga angehen würde? Äußerst fraglich.

Kevin Conrad

Die wirtschaftlich gut aufgestellte SV Elversberg holte den 30-Jährigen als Führungsspieler und Aufstiegsexperten in die Regionalliga Südwest. „Klar werden wir als Favorit Nummer 1 gehandelt, aber wenn ich andere Mannschaften wie Steinbach, Offenbach oder auch Ulm sehe, wird es auf keinen Fall ein Selbstläufer“, sagte Conrad vor der Saison dieser Redaktion. Der Plan ging bisher nur bedingt auf. Die Saarländer stehen mit dem Mannheimer Aufstiegskapitän momentan lediglich auf Platz fünf, sechs Punkte hinter Spitzenreiter TSV Steinbach Haiger. Allerdings sind in der wegen Corona kurzzeitig unterbrochenen Saison auch noch 20 Spieltage zu absolvieren. Der frühere Waldhof-Stürmer Kevin Koffi kickt übrigens ebenfalls für Elversberg (10 Saisontore).

Maurice Deville

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Die Startbilanz des Luxemburgers bei seinem neuen Verein 1. FC Saarbrücken liest sich durchwachsen. Am Anfang war Deville oft mit der Nationalmannschaft weg, dann bremsten ihn immer wieder Verletzungen. Unter FCS-Trainer Lukas Kwasniok ist der 28-jährige Angreifer beim Drittligisten bisher nur ein besserer Ergänzungsspieler (12 Spiele/3 Tore). In Mannheim war sein Stellenwert größer.

Gianluca Korte

Sein Weggang vom SV Waldhof im vergangenen Sommer war für viele Fans eine emotionale Angelegenheit. Sie hatten den technisch überragenden Unterschiedsspieler aus der Vorderpfalz in ihr Herz geschlossen. Jetzt wirbelt Korte im offensiven Mittelfeld von Drittligist SV Wehen Wiesbaden – und zwar ziemlich erfolgreich. Auf vier Tore und fünf Vorlagen bringt es „Gianni“ bisher in der hessischen Landeshauptstadt – im neuen Jahr kämpft der Speyrer aber mit Knieproblemen.

Michael Schultz

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Der Sprung in die 2. Liga war dem Landauer nach einer überragenden Drittliga-Saison mit dem SVW locker zuzutrauen. Schultz ging zu Aufsteiger Eintracht Braunschweig, führte sich gut ein – und erlebte einen harten Absturz. Bei der 0:4-Klatsche in Darmstadt Ende November stand Schultz komplett neben sich, verschuldete zwei Gegentore und wurde schon in der Pause ausgewechselt. Danach bekam er in Braunschweig keine echte Chance mehr (insgesamt 5 Einsätze) und wechselte schließlich – nachdem auch sein Ex-Club SVW im Januar bei ihm angeklopft hatte – zu Drittligist Viktoria Köln. „Ich erhoffe mir, mehr Spielzeit zu bekommen“, sagte der 27-Jährige, der bis Saisonende nach Köln ausgeliehen ist.

Mounir Bouziane

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Der französische Angreifer wäre nur zu gern in Mannheim geblieben, bekam aber auch nach einem Probetraining keinen Vertrag angeboten. Bei Drittligist Türkgücü München steht der 30-Jährige bisher eindeutig im zweiten Glied und wird meist nur eingewechselt (8 Einsätze/1 Tor).

Redaktion Fußball-Reporter: Nationalmannschaft, SV Waldhof, Eintracht Frankfurt, DFB