0:1-Niederlage gegen Wehen Wiesbaden Spätes „Gurkentor“ besiegelt Waldhof-Niederlage gegen Wiesbaden

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Alexander Müller
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Nach einem langen Einwurf klingelte es in der 89. Minute im Tor des SV Waldhof. © PIX

Mannheim. Als alles schon auf ein leistungsgerechtes Unentschieden hinauslief, brachte der Wiesbadener Marvin Ajani in der 89. Minute noch einmal einen langen Einwurf in Richtung des Waldhof-Strafraums. Die bis dahin konzentrierte Mannheimer Defensive agierte einmal nicht konsequent genug und klärte die Szene nicht, Gustaf Nilsson schoss zum entscheidenden 1:0 für den SV Wehen Wiesbaden ein. „So ein Gurkentor, das darf uns nicht passieren, wie wir uns da anstellen. Wenn man das gesamte Spiel gesehen hat, ist das extrem ärgerlich“, sagte Waldhof-Trainer Patrick Glöckner nach dem Abpfiff, als die unglückliche Niederlage besiegelt war. Auch wenn die kleine Wiedergutmachung für das verkorkste Derby gegen den FCK (0:2) nicht gelang, zeigte sich der 44-Jährige mit dem Auftritt seines Teams dennoch grundsätzlich zufrieden. „Wir haben den Rückschlag gegen Lautern gut weggesteckt. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, waren sehr griffig, stark in den Zweikämpfen. Bis auf das Tor kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir nehmen mit, dass der Fußball manchmal ungerecht ist.“ Mit 33 Punkten stehen die Mannheimer vor den Sonntagsspielen in der 3. Liga auf Platz 8, das Polster auf den ersten Abstiegsplatz fällt mit zwölf Zählern weiter komfortabel aus.

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Glöckner hatte die Startformation im Vergleich zur Derby-Niederlage gegen Lautern auf zwei Positionen verändert. Max Christiansen stand zum ersten Mal seit Anfang Dezember wieder in der ersten Elf und bildete mit Marco Schuster wieder die starke Doppelsechs aus der Vorsaison. Hamza Saghiri rückte auf die 10, Mohamed Gouaida saß genauso auf der Bank wie Rafael Garcia, für den Neuzugang Dennis Jastrzembski auf der linken offensiven Außenbahn begann. Bei den Wiesbadenern stand der Ex-Waldhöfer Gianluca Korte nach Knieproblemen zumindest wieder im Kader – und wurde kurz vor dem Abpfiff an alter Wirkungsstätte auch noch eingewechselt. Die fleißigen Helfer und die Rasenheizung hatten ganze Arbeit geleistet: Der Rasen im Carl-Benz-Stadion befand sich trotz des Winterwetters der vergangenen Woche in einem guten Zustand.

SVW - Wehen Wiebaden 0:1 (0:0)

SV Waldhof: Königsmann – Gottschling, Gohlke, Seegert, Hofrath (90.+1 Verlaat)– Schuster, Christiansen – Jastzrembski, Saghiri (80. Gouaida), Costly – Martinovic (85. Jurcher).

SV Wehen Wiesbaden: Boss – Ajani, Mockenhaupt, Gürleyen, Kempe (88. Korte) – Medic, Chato – Lankford (67. Hollerbach), Nilsson  – Tietz, Malone (46. Brumme).

Tore: 0:1 Nilsson (89.).

Beste Spieler: Königsmann, Schuster/Boss, Ajani.

Gelbe Karten: Seegert, Gottschling, Schuster, Hofrath (5., nächstes Spiel gesperrt)/Medic, Tietz.

Zuschauer: nicht zugelassen.

Schiedsrichter: Tobias Schultes (Betzigau).

Würde der SVW die von Glöckner geforderte Reaktion auf die schmerzhafte Derbyschmach zeigen? Struktur, Körperlichkeit und Einstellung stimmten zumindest gegen die zuletzt sieben Mal in Folge ungeschlagenen Wiesbadener. Die Hessen kamen im Mannheimer Strafraum vor der Pause nie richtig gefährlich zum Abschluss, die Waldhof-Defensive funktionierte.

Die besseren Gelegenheiten hatte eindeutig die Glöckner-Elf. Schon nach 22 Sekunden setzte sich Dominik Martinovic mit seinem Körper gegen Wehens Kapitän Sascha Mockenhaupt durch, in der Mitte scheiterte Marcel Costly an Gästekeeper Tim Boss, der mit dem Fuß parierte. Nach einer Viertelstunde setzte Martinovic wieder Costly ein, bei dessen Abschluss nur weniger Zentimeter zur Mannheimer Führung fehlten. Die folgende Ecke köpfte Marcel Seegert in die Arme von Boss (15.).

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Danach neutralisierten sich beide Teams, Ballbesitzvorteile verzeichnete aber der SVW. Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte kamen die Kurpfälzer noch einmal durch: Doch der einschussbereite Jastrzembski wurde geblockt (45.+1). „Es war sehr viel Mittelfeldgeplänkel mit einigen Nickligkeiten und nicht ganz so viel Spielfluss, wie wir erwartet haben. Waldhof hat ein bisschen mehr vom Spiel“, sagte Ex-SVW-Profi Raffael Korte, der im vergangenen Sommer seine Karriere beendet hat, als Halbzeit-Gast bei „MagentaSport“.

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Mannschaft des früheren Waldhof-Profis Rüdiger Rehm deutlich engagierter. Nach einer Freistoßflanke parierte Waldhof-Schlussmann Timo Königsmann Paterson Chatos Kopfball aus kurzer Distanz überragend (51.). Der Wiesbadener Jakov Medic durfte sich kurz danach bei Schiedsrichter Tobias Schultes bedanken, dass sein Ellbogeneinsatz gegen Christiansen nicht mit der möglichen Gelb-Roten Karte bestraft wurde (61.).

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Der SVW befreite sich wieder vom Wiesbadener Druck, entwickelte außer Schusters Chance nach einem Eckball, die Boss parierte (70.), aber zu wenig Torgefahr. Nach einem Fehler von Gottschling verhinderte Kapitän Seegert auf der Linie gegen Philipp Tietz‘ Schuss noch den Rückstand (78.), in der vorletzten Minute musste Königsmann dann doch noch hinter sich greifen. „Dass kurz vor Schluss einer reinfällt – Wiesbaden weiß selbst nicht wie – tut doppelt weh“, sagte der Mannheimer Torhüter, der seiner Mannschaft dennoch eine klare Leistungssteigerung im Vergleich zum verlorenen Derby attestierte: „Wir haben ein ganz anderes Gesicht gezeigt, mit einer anderen Körpersprache und besserer Präsenz in den Zweikämpfen." Dennoch stand am Ende die zweite Heim-Niederlage hintereinander auf der Anzeigetafel.

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