Fußball - Mannheimer Drittliga-Aufsteiger hat neben der Lizenz für die aktuelle Spielklasse auch die Teilnahme an der 2. Liga beantragt Liga zwei – Waldhof mit dabei?

Von 
Thorsten Hof
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Die Stimmung im Mannheimer Carl-Benz-Stadion ist bereits zweitligareif, der SV Waldhof hat nun auch die Lizenz für das Fußball-Unterhaus beantragt. © Michael Ruffler

Mannheim. Die offizielle Zielsetzung des Drittliga-Aufsteigers SV Waldhof lautete lange Zeit Klassenerhalt. Doch allein ein Blick auf die Tabelle reicht aus, um sich zu verdeutlichen, dass der Durchmarsch der Blau-Schwarzen in die 2. Liga alles andere als die Fantasie ein paar realitätsferner Traumtänzer ist. Dazu passte am Montagnachmittag die Meldung aus der SVW-Geschäftsstelle, dass der Tabellendritte für die nächste Spielzeit nicht nur die Lizenz für die 3. Liga, sondern auch für die 2. Bundesliga beantragt und die geforderten Unterlagen pünktlich eingereicht hat. Adressaten waren der Deutsche Fußball-Bund (DFB, 3. Liga) und die für das Fußball-Unterhaus verantwortliche Deutsche Fußball-Liga (DFL).

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Die Entscheidung, in Mannheim auch für die 2. Liga den Finger zu heben, wurde bereits zur Winterpause gefasst, als bereits Tuchfühlung zu den Spitzenplätzen bestand. Erst im Januar konnte der SVW dann aber damit beginnen, die Unterlagen endgültig zusammenzustellen. „Wesentlicher Bestandteil ist schließlich der finanzielle Halbjahresabschluss zum 31. Dezember“, erläutert SVW-Geschäftsführer Markus Kompp beispielsweise das Vorgehen im Bereich der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vor und während der Spielzeit. Hier muss nicht zuletzt dokumentiert werden, wie etwaige Budget-Lücken geschlossen werden. Bislang hatte Präsident Bernd Beetz immer zuverlässig die Löcher gestopft und vor rund einem Jahr für die Erhöhung des Stammkapitals der Spielbetriebs-GmbH auf über 2,5 Millionen Euro gesorgt. Auch diese Marke ist in der 2. Liga Grundvoraussetzung für die Teilnahme am Spielbetrieb.

Wie in der Lizenzierungsordnung (LO) der DFL nachzulesen ist, müssen allerdings noch viele weitere Voraussetzungen erfüllt werden, die nicht nur die finanzielle Solidität der Antragsteller betrifft. So muss laut LO bei einem Zuschauerschnitt von 10 000 Fans aufwärts beispielsweise ein zweiter hauptamtlicher Fan-Beauftragter mit entsprechenden Qualifikationen eingestellt werden und auch was die Talentförderung betrifft, gibt es klare Regelungen: Ohne Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) mit einem ausgebildeten Fußball-Lehrer als Hauptverantwortlichen gibt es keine Lizenz. Hier hat sich der SVW bekanntermaßen bereits auf den Weg gemacht.

Eine weitere Baustelle im wahrsten Sinn dürfte auch das Carl-Benz-Stadion werden. So erwartet die DFL laut Lizenzierungsordnung, dass die nötige Ausrüstung für die Torlinientechnologie installiert wird, eventuell müssten auch einige schon genutzte Flächen asphaltiert werden. „Hier wollen wir allerdings erst die Rückmeldung der DFL abwarten und würden dann ins Gespräch mit der Stadt gehen“, wollte Kompp mit Blick auf die baulichen Gegebenheiten nicht ins Detail gehen. Fest steht dagegen, dass mit einem durchaus höheren Zuschauerschnitt als den 8700 Fans in der aktuellen Drittliga-Sasion geplant wird.

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Für den unwahrscheinlichen Fall des Drittliga-Abstiegs werden sich die Mannheimer übrigens ebenfalls wappnen und auch die Lizenz für die Regionalliga Südwest beantragen.

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Von
Alexander Müller
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Redaktion Sportredakteur, Schwerpunkte SV Waldhof, Rhein-Neckar Löwen.