Fußball - Aaron Denk-Gracia, Samuel Reisgys, Sinisa Sprecakovic, Marcel Kaspar und Matthias Kuhn mischen das College auf Große Träume in den USA

Von 
Andi Nowey
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Spielerberater Tony Mamodaly (v.l.) an alter Wirkungsstätte mit Marcel Kaspar, Aaron Denk-Gracia, Matthias Kuhn und Samuel Reisgys. Sinisa Sprecakovic, der im College-Fußball ebenfalls erste Fußspuren hinterlassen hat, weilt derzeit noch in den USA. © Andi Nowey, Andi Nowey

Mannheim. Laut dem Internetportal transfermarkt.de sind momentan 225 deutsche Legionäre im US-Fußball aktiv. Neben den MLS-Profis Julian Gressel (Washington D.C. United), Florian Jungwirth (San Jose Earthquakes) und Kai Wagner (Philadelphia Union) spielen allerdings die meisten im College-Fußball, der in den dortigen Universitäten einen hohen Stellenwert besitzt.

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Die Vorteile liegen auf der Hand: ein Stipendium, Fußball auf einem anspruchsvollen Leistungsniveau, ein Abschluss nach vier Jahren und die nicht unberechtigte Aussicht auf den Sprung in den Profifußball. Auf diesem Weg - jedoch noch am Anfang - befinden sich derzeit fünf Talente aus Mannheim, die noch vor ein oder zwei Jahren in der Nachwuchs-Abteilung des SV Waldhof Mannheim gespielt haben und nun den College-Fußball aufmischen.

„Alle Spieler sind hungrig und extrem fokussiert“, lobt der Mannheimer Tony Mamodaly, der das Quintett mit seiner auf diesen Karriereweg ausgerichteten Agentur Mind Game Sport nach Amerika transferiert hatte und bei den Waldhof-Buben besondere Tugenden zu schätzen weiß. „Im Gegensatz zu Spielern aus den Bundesliga-Nachwuchsleistungszentren bringen die Spieler aus der Waldhof-Jugend noch eine große Portion Leichtfüßigkeit und Unbekümmertheit mit.“

Wohl wegen dieser Eigenschaften haben die Mannheimer im College-Fußball erste Fußspuren hinterlassen. Aaron Denk-Gracia beispielsweise wurde in der Conference seines Teams Mercy Mavericks zum notenbesten Spieler ausgezeichnet, was die beste fußballerische Leistung würdigt. „Ich bin davon überzeugt, dass das der richtige Schritt war, da mir hier eine ideale Plattform gegeben wurde, Fußball mit dem Studium zu verbinden“, sagt Denk-Gracia, der vor einem Wechsel zur renommierten University of West Virginia steht. „Ich habe viele Erfahrungen gesammelt und mich als Persönlichkeit weiterentwickelt.“

Auszeichnung für Reisgys

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Einen Einstand nach Maß feierte auch Torhüter Samuel Reisgys, der noch vor einem Jahr mit der U 19 des SV Waldhof in der Oberliga Baden-Württemberg Meisterschaftsdritter wurde und in die Badische Auswahl berufen worden war. Nun wurde er bei NJIT Highlanders - eigentlich als Nummer zwei verpflichtet - ins kalte Wasser geworfen und verbuchte zu Beginn gleich drei Zu-Null-Spiele, was ihn jedes Mal zum „Defensive Player of the week“ machte. Als Lohn für eine herausragende Saison, an deren Ende die Meisterschaft stand, wurde er zum „Goalkeeper of the Year“ bestimmt.

Sprecakovic bester Liga-Neuling

„Man kann seine Ziele nie hoch genug stecken. Letzte Saison wollte ich mir hinter dem Stammtorhüter ein paar Spielminuten erarbeiten. Am Ende wurde ich als Torwart des Jahres in unserer Konferenz ausgezeichnet. Da scheint das amerikanische Motto ,Dream Big’ gar nicht so weit hergeholt“, sagt Reisgys. Ebenfalls mit Auszeichnung ausgestattet wurde Sinisa Sprecakovic, der noch bis Ende des vergangenen Jahres beim SV Waldhof Teil des Drittligakaders war, den Durchbruch allerdings nicht schaffte.

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Nach seiner ersten Saison, in der er für die SNHU Penmen acht Tore erzielt und sieben Vorlagen beigesteuert hat, wurde er zum „Rookie of the Year“, also dem besten Neuling, gewählt. „Anfangs hatte er noch Probleme, doch nach dem dritten Spiel ist bei ihm der Knoten geplatzt. Man merkt ihm den Spaß und die Lockerheit wieder an“, erklärt Mamodaly.

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Auch Sprecakovic selbst ist die Leichtigkeit wieder anzumerken: „Aus meiner Waldhof-Zeit konnte ich einiges mitnehmen. Wenn man zwei Jahre jeden Tag mit Vollprofis zusammenarbeitet, lernt man natürlich einiges dazu. Die professionelle Einstellung blieb da bei mir hängen und hilft mir sehr in meiner weiteren Karriere.“

Ebenfalls ihre erste Saison in Amerika hinter sich haben Marcel Kaspar und Matthias Kuhn, die natürlich auch das große Ziel Profifußball vor Augen haben. Kuhn: „Ich möchte noch besseren College-Fußball spielen und nächste Saison Kapitän sein. Danach habe ich mir zum Ziel gesetzt, mir die Zeit zu nehmen, um den Sprung auf dem zweiten oder gar dritten Anlauf zu schaffen oder durch meinen guten Uni-Abschluss in Amerika oder in Deutschland eine Karriere zu starten.“

Freie Autorenschaft Schwerpunkte: Mannheimer Kreisfußball, Kreisklassen A und B, Kreispokal, Waldhof-Legenden