Fußball - Mit 4:0 gegen 1860 München feiert SV Waldhof ersten Sieg in der 3. Liga / Kortes Doppelpack entscheidet Partie Erlösung nach 5937 Tagen

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Alexander Müller
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Riesige Erleichterung beim Waldhof: Gianluca Korte (Mitte) hat das 2:0 nachgelegt. © PIX-Sportfotos/Michael Ruffler

Mannheim. 5937 gefühlt unendliche Tage hat es gedauert, bis der SV Waldhof wieder einen Sieg im Profifußball feiern konnte. Am Montagabend war es so weit: Mit dem furiosen 4:0 (1:0)-Erfolg gegen den TSV 1860 München setzten die Mannheimer nach drei Unentschieden zu Beginn ein dickes Ausrufezeichen in der 3. Liga. Michael Schultz (32.), Gianluca Korte (49., 53.) und Dorian Diring (89.) trafen für den Aufsteiger. Der letzte Sieg im Profifußball datierte zuvor vom 4. Mai 2003, ein 2:1 in der 2. Liga gegen Alemannia Aachen. In der Tabelle rückte der SVW mit sechs Punkten auf Platz neun vor und steht nun erstmals seit 29 Jahren wieder vor Erzrivale 1. FC Kaiserslautern.

SV Waldhof – TSV 1860

  • SV Waldhof: Scholz – Conrad (87. Celik), Seegert, Schultz, Marx – Diring, Schuster, dos Santos (46. Christiansen), Korte, Deville – Sulejmani (83. Koffi).
  • TSV 1860 München: Bonmann – Steinhart, Erdmann, Weber, Paul – Willsch (52. Greilinger, Dressel (52. Gebhart), Wein, Bekiroglu, Kindsvater – Mölders (77. Ziereis).
  • Tore: 1:0 Schultz (32.) 2:0, 3:0 Korte (49., 53.) 4:0 Diring (89.). – Beste Spieler: Marx, Sulejmani, Korte/Kindsvater. – Gelbe Karten: Christiansen, Schultz/Willsch.
  • Schiedsrichter: Christof Günsch (Marburg).
  • Zuschauer: 14 221.
  • Nächstes Spiel: SV Waldhof – Eintracht Frankfurt, 1. Runde DFB-Pokal, Sonntag, 15.30 Uhr, Carl-Benz-Stadion
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„Wir brauchten irgendwann einen Dosenöffner, da hat uns die Standardsituation natürlich geholfen“, sagte Waldhof-Trainer Bernhard Trares. „Das 1:0 ist immer das wichtigste Tor in einem Spiel, danach hatten wir viel Raum und konnten nachlegen.“

SV Waldhof Mannheim SVW holt gegen 1860 München ersten Sieg in der 3. Liga

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Andreas Doering
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In Anlehnung an das Vereinsgründungsjahr beendeten die Waldhof-Ultras nach genau 19 Minuten und sieben Sekunden ihren Stimmungsboykott aus Protest gegen die Montagsspiele. Bis dahin hatten 1600 Löwen-Anhänger im Carl-Benz-Stadion akustisch dominiert, doch auf dem Platz waren die Kräfteverhältnisse zu Beginn ausgeglichen gewesen. Der SVW zeigte eine engagierte Leistung, Jan Hendrick Marx machte über die rechte Seite gleich viel Betrieb. Maurice Devilles Großchance mit einem Kopfball wurde wegen eines vermeintlichen Fouls an 1860-Verteidiger Felix Weber abgepfiffen (7.). Im gegnerischen Strafraum fehlten danach ein bisschen die Ideen.

In der Partie war aber generell viel Tempo drin, auch die Münchner Löwen spielten vergleichsweise mutig nach vorne, außer ein paar Halbchancen mit Distanzschüssen fehlten jedoch zunächst die hochkarätigen Gelegenheiten. Der SVW blieb geduldig – und ging nach einer Standardsituation in Führung. Dorian Diring brachte den Ball mit viel Effet genau auf den Kopf von Innenverteidiger Schultz, der problemlos zum 1:0 einköpfte (32.).

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Beinahe hätten sich die Mannheimer schon kurz danach um diesen Vorsprung gebracht, als die Waldhof-Defensive am eigenen Strafraum viel zu fahrlässig kombinierte, Marco Schuster den Ball letztlich verlor – und Schlussmann Markus Scholz bei einer Doppelchance durch Sascha Mölders und Benjamin Kindsvater einen erheblich erhöhten Adrenalinausstoß verzeichnete (34.). Bis zur Pause beruhigte die Trares-Elf das Geschehen wieder. Bei zwei starken schnellen Vorstößen über rechts verpassten Diring (36.) und Korte (41.) sogar das zweite Tor.

Doch die Vorentscheidung war nur vertagt – mit einem Doppelschlag erlegte der entfesselte Gianluca Korte die Löwen. Erst spielte der zur Pause für dos Santos eingewechselte Max Christiansen einen starken öffnenden Pass auf den rechten Flügel, von wo Deville in den Strafraum eindrang und Sulejmani bediente. Dessen Versuch konnte 1860-Torwart Hendrik Bonmann noch parieren – doch Korte jagte das Spielgerät mit aller Vehemenz in den Winkel (49.). Vier Minuten später, 1860 wirkte nach einem Doppelwechsel völlig unsortiert, chippte Deville den Ball in den Strafraum auf Korte, der das Carl-Benz-Stadion mit dem Flachschuss zum 3:0 fast abheben ließ (53.). „Der SVW ist wieder da“, sangen die Mannheimer Anhänger.

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Ein Patzer von Schuster ermöglichte zwar Mölders’ Pfostenschuss, aber auf der Gegenseite hatte der Waldhof jetzt viel Platz zum Kontern. Zu Kortes möglichem Hattrick oder mehr fehlten in der 65., in der 84. und 87. Minute jeweils nur ein paar Zentimeter. Den Job zum 4:0 erledigte stattdessen Diring mit einem ins lange Eck gezirkelten 16-Meter-Schuss (89.).

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Redaktion Fußball-Reporter: Nationalmannschaft, SV Waldhof, Eintracht Frankfurt, DFB