Blick in die 3. Liga - Rauswurf von Daniel Frahn schlägt beim Chemnitzer FC hohe Wellen / AfD sympathisiert mit dem Stürmer Beschimpft und bedroht

Von 
Alexander Müller und Marc Stevermüer
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Der Chemnitzer Daniel Frahn, hier eine Szene aus dem Spiel gegen den SV Waldhof, ist aus dem Team geflogen. © dpa

Mannheim. Der Chemnitzer FC wirft mit Daniel Frahn seinen besten Stürmer raus, Sportdirektor Thomas Sobotzik wird anschließend bedroht. Uerdingens Kevin Großkreutz muss vier Spiele zuschauen. Wir blicken auf die wichtigsten Nachrichten der Rivalen des SV Waldhof in der 3. Fußball-Liga.

Chemnitzer FC

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Beim Aufsteiger aus Sachsen geht es schon kurz nach Saisonstart drunter drüber: Der e.V. steht kurz vor der Auflösung, was den Zwangsabstieg des Profi-Teams zur Folge haben könnte, Trainer Daniel Bergner beklagt sich über die ständige Unruhe im Umfeld – und am Montag trennte sich der CFC wegen vereinsschädigendem Verhalten auch noch von seinem besten Stürmer Daniel Frahn, weil der im Fanblock seine Sympathie zu führenden Köpfen der rechts gesinnten Gruppierung „Kaotic Chemnitz“ und der aufgelösten Gruppe „NS-Boys“ zur Schau stellte. Für den Club war damit das Fass übergelaufen, Frahn gilt diesbezüglich als Wiederholungstäter. Bereits im März war der Stürmer beim Spiel gegen Altglienicke aufgefallen, als er bei einem Torjubel ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Support your local Hools“ hochgehalten hatte.

Sportdirektor Sobotzik erklärte gegenüber dem MDR, dass Frahn „nicht sehr einsichtig“ gewesen sei, als der Club ihm die Trennung mitgeteilt habe: „Das war noch einmal enttäuschend.“ Bereits vor dem Gespräch mit dem Stürmer habe er von „vermeintlichen Fans“ viele WhatsApp-Nachrichten bekommen, die nicht nur nett gewesen seien. Auf die Frage, ob er sich bedroht gefühlt habe, sagte Sobotzik: „Wenn man das als Bedrohung wertet, dann ja.“

Die sächsische AfD hat unterdessen die Entlassung von Frahn aus politischen Gründen scharf kritisiert. „Diese Maßnahme steht in keinem Verhältnis und ist rein politisch motiviert“, sagte der AfD-Landtagsabgeordnete Carsten Hütter der „Jungen Freiheit“: „Der CFC soll sich nicht in die Politik einmischen, sondern sich um seine Finanzen und den Nachwuchs kümmern. Dafür wird er von seinen Fans und Anhängern unterstützt – und nicht dafür, Politik zu betreiben.“

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Auch bei den Fans ist die Trennung von Frahn umstritten. In den sozialen Netzwerken herrscht zu einem Großteil Unverständnis über den Rauswurf, es wird sogar ein Boykott des Pokalspiels am Sonntag gegen den Hamburger SV thematisiert.

KFC Uerdingen

Ein paar Tage musste Weltmeister Kevin Großkreutz um das Wiedersehen mit seiner großen Liebe Borussia Dortmund in der ersten Runde des DFB-Pokals (Freitag, 20.45 Uhr) bangen. Am Dienstag konnte er durchatmen: Zwar wurde der 31-Jährige wegen einer Tätlichkeit im Duell in Großaspach (2:2) am vergangenen Sonntag zu einer Tätlichkeit vom DFB-Sportgericht nachträglich zu einer Vier-Spiele-Sperre verurteilt – diese gilt aber nur für die Liga und nicht den Pokal. Großkreutz, das zeigten die TV-Bilder, war Dimitry Imbongo Boele mit voller Kraft auf den Fuß gestiegen. Schiedsrichter Robert Hartmann sah die Aktion aber nicht. Der DFB-Kontrollausschuss eröffnete ein Ermittlungsverfahren. Dies war möglich, weil Hartmann auf Nachfrage erklärte, die Szene nicht gesehen zu haben. Das Sportgericht belegte Großkreutz insgesamt sogar mit einer Sperre von insgesamt sechs Liga-Spielen – zwei davon werden bis Ende Juni 2020 allerdings zur Bewährung ausgesetzt. Sowohl Uerdingen als auch Großkreutz haben dem Urteil bereits zugestimmt.

Carl Zeiss Jena

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Vier Spiele, null Punkte: Jenas Trainer Lukas Kwasniok, zuvor im Jugendbereich beim Karlsruher SC tätig, knöpfte sich nach dem 0:2 in Zwickau Schiedsrichter Michael Bacher vor, der dem Jenaer Trainer nach Schlusspfiff den obligatorischen Handschlag verweigert haben soll. „Das ist heute der erste Tag, an dem mir die Krawatte platzt“, schimpfte Kwasniok. „Ich dachte eigentlich, ich wäre im Profibereich angekommen. Aber offenbar nicht alle.“

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