Fußball - Kriselnder SVS tritt in Paderborn an Um etwas Zuversicht bemüht

Von
Maximilian Wendl
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Sandhausen. Lange nachdenken musste Gerhard Kleppinger nicht, als ihm der Sportliche Leiter Mikayil Kabaca und Präsident Jürgen Machmeier das Angebot unterbreiteten, sich wieder um den SV Sandhausen zu kümmern. Unter Michael Schiele, der am Montag freigestellt wurde (wir berichteten), musste Kleppinger ins Nachwuchsleistungszentrum weichen. Nun kümmert er sich mit Stefan Kulovits zusammen um die Vorbereitung auf das Zweitliga-Duell am Samstag beim SC Paderborn (Spielbeginn: 13 Uhr).

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„Wir haben beide einen Hut auf“, sagt der 62-Jährige zur Aufgabenverteilung und Entscheidungsfindung. Vorrangig gehe es aber darum, der Mannschaft wieder die Basics zu vermitteln. „Kompaktheit und Zweikampfstärke haben den SVS in den vergangenen Jahren ausgezeichnet. Das wollen wir der Mannschaft wieder einimpfen. Die Null muss mal wieder stehen und wenn man mal in Führung liegt, dann müssen wir es auch mal wieder schaffen, einen dreckigen Sieg nach Hause zu bringen.“

Gerhard Kleppinger fordert mehr Stabilität. © dpa

Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, habe man den Spielern einen einfachen Plan mit auf den Weg gegeben. Gerade in der Fremde hat der SVS in dieser Saison aber große Probleme. Sollte es zu einer weiteren Niederlage kommen, dann hätte man einen vereinsinternen Negativrekord im Unterhaus eingestellt. Sechs Auswärtspleiten nacheinander gab es bisher nur in der Saison 2012/2013.

Angespannte Personallage

Auf der anderen Seite ist der SCP daheim seit vier Partien ungeschlagen. Kleppinger ist darum bemüht, Optimismus zu verbreiten, mahnt aber gleichzeitig auch: „Ich habe in der ersten Einheit eine Mannschaft angetroffen, die in mentaler Hinsicht in Ordnung war. Die Stimmung in der Kabine passt auch und im Training zieht jeder mit. Aber man darf nach vier Tagen auch keine Wunderdinge erwarten.“

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Zumal die Personalsituation weiter angespannt bleibt. Julius Biada, Nikolas Nartey, Rick Wulle, Tim Kister, Alexander Rossipal und Robin Scheu fallen allesamt verletzungsbedingt aus. Das könnte Auswirkungen auf die taktische Ausrichtung haben. Beim 1:2 beim FC St. Pauli ließ Schiele eine Dreierkette auflaufen, daheim beim 2:3 gegen den Karlsruher SC operierte er dann mit einer Viererkette. Werden Kleppinger und Kulovits alles auf den Kopf stellen? „Wir haben unsere festen Vorstellungen. Es gibt noch ein, zwei Fragezeichen. Die genaue Taktik werden wir aber nicht vorzeitig preisgeben“, lässt sich der gebürtige Ober-Ramstadter nicht in die Karten schauen.

Ebenso wenig sickert durch, ob das Duo nur für das Auswärtsspiel einspringen wird. „Ich habe mir dazu wirklich noch keine Gedanken gemacht. Mein Fokus gilt dem Spiel in Paderborn. Auch das verlangt eine Menge Anstrengung“, sagt er. „Mein Akku ist wieder voll und ich bin mir sicher, dass wir dem Team einen Ruck geben können.“

Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.