Handball - Linksaußen will den Bundesligisten nach Informationen dieser Redaktion in Richtung Dänemark verlassen Tollbring vor Löwen-Abschied

Von 
Marc Stevermüer
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Mannheim. Linksaußen Uwe Gensheimer sprach von einer „großen Rennerei“. Und damit meinte der Kapitän der Rhein-Neckar Löwen nicht etwa die Rückreise von Ljubljana über Graz und Wien zurück nach Hause, sondern das Spiel des Handball-Bundesligisten in der European League beim slowenischen Erstligisten Trimo Trebnje. Der zweifache deutsche Meister gewann zwar ungefährdet mit 35:29 und hatte angesichts der uneingeschränkten Spielkontrolle sogar Gelegenheit, ein paar Dinge auszuprobieren. Aber das ging eben auch nur, weil die Löwen die Tempo-Ansage des Gegners von Beginn an mitgingen und schließlich ziemlich schnell deutlich machten, wer diese „große Rennerei“ besser und konsequenter durchhält. „Körperlich hat Trebnje etwas gefehlt“, sagte ein zufriedener Trainer Martin Schwalb.

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Wegen eines Infekts nicht in Slowenien dabei war Gensheimers Linksaußen-Kollege Jerry Tollbring (Bild) – und wie es aussieht, wird er auch nicht mehr allzu lange das Trikot des badischen Bundesligisten tragen und den Club am Saisonende in Richtung Dänemark verlassen. Nach Informationen dieser Redaktion steht der 25-Jährige trotz eines bis 2023 datierten Vertrags bei den Löwen vor einem Wechsel zu GOG Gudme. Tollbring ist unzufrieden mit seiner Rolle als klare Nummer zwei hinter Gensheimer und verlor zuletzt sogar seinen Platz in der schwedischen Nationalmannschaft. Kurzum: Der Rechtshänder will wieder mehr spielen – und für den zweifachen deutschen Meister ist er gemessen an seiner Einsatzzeit schlichtweg zu teuer.

Wäre er in Trebnje dabei gewesen, hätte der Linksaußen dort gewiss seine Chance bekommen. Trainer Schwalb verteilte die Belastung, probierte eine Angriffsformation mit zwei Kreisläufern und ließ über weite Strecken der zweiten Hälfte mit dem siebten Feldspieler agieren. „Wir wollen das entwickeln“, sagte der Trainer. Die Tivoli-Halle in Ljubljana eignete sich allerdings nicht zwingend dafür. Die Werbebanden standen so dicht hinter dem Tornetz, dass der Ball nach einem Treffer direkt wieder aus dem Tor in Richtung Mittellinie flog. „Das hat das Spiel beschleunigt“, sagte Schwalb. Gensheimer verglich die Szenerie mit einem flotten Pass des gegnerischen Keepers zum Anwurf. Die Folge: Ab und zu konnten die Löwen gar nicht wieder so schnell einen Schlussmann einwechseln, ehe der Ball schon im leeren eigenen Tor lag.

Ins Gewicht fiel das aber nicht weiter, dafür war der Gegner zu schwach. Das wird am Sonntag (16 Uhr) in Göppingen gewiss ganz anders sein. Bild: rnl

Redaktion Handall-Reporter, Rhein-Neckar Löwen und Nationalmannschaft