Handball - Spieler trainieren weiterhin individuell Quarantäne für fast alle Löwen vorbei

Von 
Marc Stevermüer
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Mannheim. Bei den von zahlreichen Corona-Infektionen schwer getroffenen Bundesliga-Handballern der Rhein-Neckar Löwen normalisiert sich die Lage ein wenig. „Seit Mitte vergangener Woche ist die Quarantäne für ein Großteil unserer Mannschaft abgelaufen. Es wird aber natürlich nach wie vor kein Mannschaftstraining geben“, sagte Geschäftsführerin Jennifer Kettemann dieser Redaktion: „Die Spieler halten sich weiterhin individuell fit und bleiben so viel wie möglich zuhause. Wir alle sind uns nach wie vor unserer Verantwortung für die Gesundheit aller bewusst.“

Mikael Appelgren hat die Corona-Infektion überstanden. © imago
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Als erster Bundesligaspieler überhaupt war Mads Mensah Larsen positiv auf das Virus getestet worden, anschließend machten auch seine Teamkollegen Patrick Groetzki, Jannik Kohlbacher, Mikael Appelgren, Gedeón Guardiola und Trainer Martin Schwalb ihr positives Testergebnis öffentlich.

Appelgren putzt, Gensheimer baut

Wegen der Infektionen wurde die gesamte Mannschaft samt Trainerstab unter Quarantäne gestellt, die Zeit in der häuslichen Isolation nutzte Spielmacher Andy Schmid beispielsweise zur Vorbereitung auf seine angestrebte Trainerkarriere.

Für Torwart und „Paradiesvogel“ Appelgren war die Einsamkeit aber auch durchaus anstrengend – oder besser gesagt: eine mentale Herausforderung. Zunächst machte der Schwede Anfang der vergangenen Woche einen Spaziergang auf dem Balkon seiner Heidelberger Wohnung. Er lief eine Stunde im Kreis und kam nach einer Stunde auf 6431 Schritte, 5,13 Kilometer und 1099 verbrannte Kalorien. „Fühle mich schwindelig und habe einen Sonnenbrand“, teilte der Schlussmann über das soziale Netzwerk Instagram mit. Wenige Tage später meldete er sich dort erneut und veröffentlichte ein Video, das ihm beim Wischen zeigte: „Diese Unruhe wird ernst, zumindest glänzt der Boden.“

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Appelgren fühlt sich nach überstandener Erkrankung jetzt wieder „wie vorher. Ich habe auf meinem Balkon trainiert, der ist mein Fitnessstudio, mein Lesezimmer und auch meine Küche.“ Am Samstag warf der 30-Jährige beispielsweise den Grill an.

Uwe Gensheimer gestand hingegen auf Facebook mit einem Grinsen, dass er zuletzt jeden Morgen eine „große Frage“ zu klären hatte: „Welche Jogginghose ziehe ich heute an?“ Der Weltklasse-Linksaußen nutzte die freie Zeit, um im Garten zu werkeln, für seinen Sohn Matti baute der 33-Jährige ein Trampolin und eine Schaukel auf. „Er freut sich, dass wir zuhause sind.“ Wie alle anderen Löwen versucht auch Gensheimer, sich so gut wie möglich fit zu halten. Doch er gibt auch zu: „Es ist nicht so einfach, sich zu motivieren.“ Denn keiner wisse so genau, für was er eigentlich trainiere.

Redaktion Handall-Reporter, Rhein-Neckar Löwen und Nationalmannschaft