Handball - Löwen setzen auf Linksaußen Jerry Tollbring – auch bei einer möglichen Rückkehr von Uwe Gensheimer Mann der Zukunft

Von 
Marc Stevermüer
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Die Löwen schätzen die Qualitäten des 23-jährigen Schweden Jerry Tollbring (l.). © binder

Mannheim. Die Wertschätzung für Jerry Tollbring ist bei den Rhein-Neckar Löwen ungebrochen groß. Die Badener wissen ganz einfach, dass sie da einen Mann mit außergewöhnlichen Qualitäten in ihrem Kader haben. „Er ist einer der talentiertesten Spieler der Welt auf der Linksaußenposition. Jerry bringt ein vielseitiges Wurfrepertoire mit, ist gut im Gegenstoß und in der zweiten Welle. Jerry ist auf Linksaußen der Spieler der Zukunft – und zwar nicht nur bei uns, sondern auch international“, schwärmt der Sportliche Leiter Oliver Roggisch geradezu, wenn er über den 23-Jährigen spricht.

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Auch Trainer Nikolaj Jacobsen lobt: „Er ist schnell, clever, hat viele Wurfvarianten, ein gutes Spielverständnis. Jerry ist noch nicht ganz in die Weltklasse vorgestoßen, wird in den nächsten Jahren aber ganz sicher in diesen Bereich kommen.“

Ein Stammspieler ist der Rechtshänder, der heute (19 Uhr) mit dem Handball-Bundesligisten in der Champions League auf seinen Ex-Club IFK Kristianstad trifft, aber (noch) nicht – was allerdings weniger an ihm, sondern vor allem an der Konkurrenzsituation liegt.

Denn mit Gudjon Valur Sigurdsson steht nicht irgendein zweiter Linksaußen im Kader, sondern ein routinierter Weltklasse-Mann. In der vergangenen Saison bekam der erfahrene Isländer deutlich mehr Einsatzzeit als Tollbring, in dieser Runde wechselt sich das Duo von Spiel zu Spiel ab – wenn nicht gerade eine Verletzung dazwischenkommt. Tollbring verpasste deshalb die Begegnung gegen Brest, in der er wieder an der Reihe gewesen wäre.

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„Natürlich will jeder Handballer immer spielen“, gibt der Rechtshänder zu. Doch er weiß die Situation gut einzuschätzen: „Sigurdsson hat im Januar den Weltrekord für die meisten Nationalmannschafstreffer gebrochen. Das sagt doch alles über seine Qualitäten. Ich kann sehr viel von ihm lernen.“ Vor allem schätzt Tollbring die Einstellung seines Kollegen: „Ich denke, dass es keinen Spieler gibt, der professioneller lebt als er. Da kann man sich immer etwas abschauen.“

Vertrag soll verlängert werden

Was für den jungen Schweden spricht, ist der Faktor Zeit. Sigurdsson gehört zwar immer noch zu den fittesten Bundesligaspielern, wird im nächsten Sommer aber 40 Jahre alt. Der Vertrag des Isländers endet nach dieser Runde. Gut möglich, dass der Routinier dann einen Schlussstrich unter seine imposante Karriere zieht. Die Löwen beschäftigen sich zumindest schon intensiv mit einer Nachfolgeregelung, sie arbeiten an einer spektakulären Rückholaktion und haben längst Gespräche mit dem 31-jährigen Uwe Gensheimer aufgenommen. Der gebürtige Mannheimer verließ die Löwen 2016 nach 13 Jahren und wechselte zu Paris Saint-Germain, sein Vertrag beim französischen Hauptstadtclub endet ebenfalls im Sommer 2019.

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Doch was wird aus Tollbring, wenn der Ex-Kapitän in die Quadratestadt zurückkehrt? Nach Informationen dieser Zeitung wäre eine Gensheimer-Verpflichtung für den 23-Jährigen kein Grund, den Club zu verlassen. „Wir sind uns einig, dass bei uns die Zukunft auf der Linksaußenposition Jerry gehört. Darüber habe ich zuletzt auch mit dem Aufsichtsrat gesprochen“, sagt Geschäftsführerin Jennifer Kettemann. Mit dem Schweden, der noch bis 2020 an den Club gebunden ist, soll schon bald über eine vorzeitige Vertragsverlängerung gesprochen werden. „Unser neuer Trainer Kristján Andrésson setzt auf ihn“, verrät Kettemann. Kurzum: Die Löwen wollen auch künftig auf Linksaußen ein starkes Gespann aufbieten. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es Tollbring/Gensheimer heißen wird.

Redaktion Handall-Reporter, Rhein-Neckar Löwen und Nationalmannschaft