Knapper Sieg Löwen setzen Ausrufezeichen gegen Melsungen

Von 
Marc Stevermüer
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Löwen-Torwart Andreas Palicka zeigte einen starken Auftritt gegen Meslungen. (Archivbild) © AS Sportfoto/ Binder

Kassel. Die Rhein-Neckar Löwen haben in der Handball-Bundesliga einen wichtigen Sieg im Kampf um die Europapokal-Teilnahme errungen. Bei der ebenfalls ambitionierten MT Melsungen gewannen die Badener mit 26:25 (15:14). Der überragende Andy Schmid erzielte in der umkämpften Schlussphase die letzten beiden Tore für den zweifachen deutschen Meister. „Ich bin sehr zufrieden, diesen Sieg hat sich die Abwehr zusammen mit Torwart Andreas Palicka erarbeitet“, sagte Trainer Martin Schwalb. Sein Kollege Gudmundur Gudmundsson ärgerte sich: „Wir haben den Start in den zweiten Durchgang verpasst.“

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Löwen - Melsungen 26:25 (15:14)

Löwen: Palicka (1 Tor), Katsigiannis, Späth - Gensheimer (3), Kohlbacher (3), Kirkeløkke (3) - Nilsson (1), Schmid (5/1), Lagergren (1) - Gislason (1), Patrail, Lagarde (1), Nielsen, Veigel, Ahouansou, Tollbring (7/4).

Melsungen: Simic, Heinevetter (ab 18. Minute) - Kühn (3), Reichmann (3/2), Kunkel (3), Mikkelsen (1), Danner (1), Arnarsson, Allendorf, Pregler, Häfner (3), Salger, Kastening(7), Kuntscher, Pavlovic (3).

Schiedsrichter: Hartmann/Schneider.

Zuschauer: keine.

Strafminuten: Danner (4), Mikkelsen (2) - Kirkeløkke (2), Patrail (2), Lagergren (2).

Beste Spieler: Kastening - Palicka, Schmid

Die Löwen starteten mit einer offensiven Deckungsformation, im Zentrum agierte Mait Patrail und die Position auf der Spitze übernahm Ymir Gislason. Das funktionierte nicht so gut, doch nur deshalb lagen die Badener zunächst nicht mit 0:2 (4.) zurück. Sie erzielten in ihren ersten drei Angriffen schlichtweg keinen einzigen Treffer. Rückraumspieler Niclas Kirkeløkke agierte in Abwesenheit des verletzten Patrick Groetzki zunächst auf der für ihn ungewohnten Rechtsaußenposition, nach seinem zweiten Treffer zum 3:3 (8.) waren dann auch die Löwen in der Begegnung und lieferten sich mit den Nordhessen ein Duell auf Augenhöhe. Beim 10:8 (20.) lag der Vorsprung des zweifachen deutschen Meisters erstmals bei zwei Treffern, der im Rückraum wenig überzeugende Albin Lagergren hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Rolle mit Kirkeløkke getauscht, was dem Spiel ebenso gut tat wie eine taktische Umstellung in der Deckung.

Trainer Schwalb ließ sein Team fortan in der der defensiveren 6:0-Formation verteidigen, in der insbesondere Patrail viele Bälle blockte. Und dann stand mit Andreas Palicka einmal mehr ein starker Rückhalt zwischen den Pfosten. Der Schwede parierte erst spektakulär und traf dann selbst mit einem Wurf über das ganze Spielfeld zum 15:13 (29.), da die Melsunger in Unterzahl ihren Torhüter gegen einen Feldspieler getauscht hatten. Die MT verkürzte noch einmal, im letzten Angriff vor dem Seitenwechsel kamen die Löwen aber noch nicht einmal mehr zu einer klaren Möglichkeit, obwohl genügend Zeit war und Schwalb auch noch extra eine Auszeit genommen hatte.

Die Löwen erwischten einen Traumstart in die zweite Halbzeit, ohne dabei sonderlich zu brillieren. Es reichten ein überragender Palicka, der sofort drei Paraden zeigte, und ein Melsunger Ballverlust, um auf 18:14 (35.) zu erhöhen. Es wäre sogar noch mehr möglich gewesen, doch einmal bekam Lagergren den Ball nicht gefangen und wenig später verloren die Löwen beim Gegenstoßversuch das Spielgerät.

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Nach einer Auszeit berappelte sich die MT wieder - und profitierte davon, dass auch die Löwen im Angriff nicht frei von Fehlern agierten. Der eingewechselte Jerry Tollbring zeigte starke und weniger gelungene Aktionen, er erzielte wichtige Tore wie das 20:17 (39.) und das 22:19 (47.), verlor aber ebenso den Ball im Gegenstoß und schloss einmal zu schnell ab, als eine Vier-Tore-Führung drin war. Keine Frage: Die Badener versäumten es angesichts der guten Deckungsleistung, die Begegnung früher auf ihre Seite zu ziehen. Und das rächte sich, als erst Patrail und dann Lagergren jeweils eine Zeitstrafe kassierten. Melsungen verkürzte und glich dann zum 24:24 (55.) aus. Nun war Nervenstärke gefragt - und die zeigt bei den Löwen in diesen Situationen immer ein Mann: Andy Schmid.

Redaktion Handball-Reporter, Rhein-Neckar Löwen und Nationalmannschaft