Handball - Mit drei Punkten im Doppelpack bei den Kadetten Schaffhausen können die Löwen gut leben / Manch einem ist der fehlende Rhythmus aber anzumerken In der Anlaufphase für den Ernstfall

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Marc Stevermüer
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Pflicht erfüllt: Freude bei den Rhein-Neckar Löwen nach dem Sieg am Mittwoch in der Schweiz. © Binder

Schaffhausen. Andy Schmid versuchte alles. Und zwar nicht nur während der beiden Spiele der Rhein-Neckar Löwen bei den Kadetten Schaffhausen, sondern auch schon davor. Irgendwie wollte der Schweizer in seiner Heimat seine Mutter und seine Schwester in die Halle schleusen, doch selbst für ihn, den besten eidgenössischen Handballer aller Zeiten und neuen Nationalhelden seit der starken WM in Ägypten, gibt es in Corona-Zeiten keine Ausnahmen. Was ja auch irgendwie ein gutes Zeichen ist.

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Und so bekam der Weltklasse-Spielmacher zwar seine Familie nicht zu Gesicht, nahm dafür aber in zwei Begegnungen der Euroepan League drei Punkte mit. Dem 30:30 (17:13) am Dienstag folgte 24 Stunden später ein 34:27 (15:15) am Mittwoch. „Wir waren zweimal über lange Zeit die bessere Mannschaft“, meinte der 37-Jährige. Im Gegensatz zum Unentschieden im ersten Duell leisteten sich die Badener beim Wiedersehen am nächsten Tag aber keine dramatische Schwächephase, weshalb sie das Spiel gewannen und durchaus mit einem guten Gefühl die Schweiz verließen. Dies galt insbesondere für Niclas Kirkeløkke, der seinem rätselhaften Auftritt am Dienstag eine eindrucksvolle Vorstellung am Mittwoch folgen ließ. „Das war wichtig für mich. Ich hatte etwas gutzumachen und wollte besser spielen. Ich glaube, dass mir das gelungen ist“, sagte der achtfache Torschütze.

Nilsson noch nicht in Tritt

Schmid hofft, dass durch die zwei Begegnungen nun alle wieder ihren Rhythmus gefunden haben. Manch einem Nicht-WM-Fahrer war die lange Pause nämlich dann doch anzumerken. Für Kirkeløkke galt das im ersten Spiel, für seinen Kollegen Lukas Nilsson auf der halblinken Position gar in beiden. Er befindet sich ganz offensichtlich noch in der Anlaufphase. Dass in Abwesenheit der drei Stammtorhüter Mikael Appelgren (verletzt), Nikolas Katsigiannis (verletzt) und Andreas Palicka (Quarantäne) noch dazu die Hilfe von der Torwartposition ein wenig fehlte, war da zu verschmerzen. Für den 21-jährigen Niklas Gierse und den 18-jährigen David Späth gelten eben andere Maßstäbe. Man mag es Welpenschutz nennen, vielleicht aber auch ganz einfach nachvollziehbare Fürsorge.

„Es war nicht einfach für sie. Wir wissen, dass es ein Unterschied ist, ob Palicka und Katsigiannis oder einer der beiden Jungs im Tor steht. Aber sie haben das gut gemacht“, meinte Schmid. Immerhin legte Gierse am Mittwoch in der zweiten Halbzeit mit fünf Paraden den Grundstein für den Sieg, der hochtalentierte Späth zeigte ohnehin schon mehrmals in dieser Saison, dass aus ihm durchaus ein Bundesliga-Torwart werden kann.

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Möglicherweise steht einer von ihnen auch am nächsten Dienstag wieder im Kader, wenn in Slowenien bei Trimo Trebnje eine weitere Europapokalaufgabe auf den zweifachen deutschen Meister wartet. Im Duell mit der vom ehemaligen Weltklasse-Spielmacher Uros Zorman trainierten Mannschaft können die Löwen fast schon den Achtefinal-Einzug perfekt und einen entscheidenden Schritt in Richtung des angestrebten Gruppensieges machen.

Vor allem aber dient diese Partie als allerletzte Möglichkeit, um vor der Bundesliga-Fortsetzung am 14. Februar bei Frisch Auf Göppingen endgültig Schwung aufzunehmen.

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Redaktion Handall-Reporter, Rhein-Neckar Löwen und Nationalmannschaft