Handball - Rhein-Neckar Löwen gewinnen 34:27 in Schaffhausen / Torwart Niklas Gierse steigert sich nach der Pause Fünf Paraden reichen schon

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Marc Stevermüer
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Schaffhausen. Martin Schwalb war zufrieden, was ja durchaus impliziert, dass es noch besser geht. Aber am Mittwochabend zählten für ihn erst einmal nur die Punkte. „Wir haben über 60 Minuten sehr stabil gespielt. Das ist das, was ich immer anmahne. Natürlich macht man Fehler, diese dürfen sich aber nicht häufen. Und das ist uns speziell in der zweiten Halbzeit gelungen“, sagte der Trainer der Rhein-Neckar Löwen nach dem 34:27 (15:15) in der European League bei den Kadetten Schaffhausen. Am Tag zuvor hatte der zweifache deutsche Handball-Meister nur 30:30 gegen die Schweizer gespielt.

Niklas Gierse kam erst gar nicht in die Partie. © Binder
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Da Andreas Palicka sich nach seiner WM-Teilnahme noch in Quarantäne befindet und Nikolas Katsigiannis und Mikael Appelgren verletzt sind, traten die Löwen wie schon beim Remis 24 Stunden zuvor mit den beiden Nachwuchstorhütern Niklas Gierse und David Späth an. Und genau das erwies sich – um es bei aller Nach- und Rücksicht für die Jugend positiv auszudrücken – zunächst nicht gerade als Vorteil.

European League Löwen holen ersten Sieg in diesem Jahr gegen Kadetten Schaffhausen

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Die Löwen starteten mit Späth zwischen den Pfosten sowie Jesper Nielsen und Ilija Abutovic im Mittelblock einer 6:0-Deckung, Mitte der ersten Halbzeit übernahm Ymir Gislason für Nielsen – und in der Abwehr machten alle einen guten Job. Mehrfach drängte der zweifache deutsche Meister die Schweizer ins Zeitspiel oder zwang sie zu Abschlüssen aus schwierigen Positionen, doch in der ersten Halbzeit landete tatsächlich jeder Wurf auch im Tor.

Nach einem 5:7-Rückstand (13.) wechselte Trainer Schwalb den Keeper und brachte Gierse, dank einiger Ballgewinne in der Abwehr und eines schnellen Umschaltspiels drehten die Löwen die Begegnung danach auch. Außerdem präsentierte sich Niclas Kirkeløkke in einer deutlich besseren Verfassung als noch beim ersten Vergleich, bis zum 11:8 (17.) für den deutschen Pokalsieger von 2018 war er bereits dreimal erfolgreich. Keine Frage: Was die Löwen da im Angriff boten, war richtig gut. Nur ohne jegliche Hilfe von der Torwartposition wird es eben schwer, eine gewisse Sicherheit zu bekommen oder sich ein wenig deutlicher abzusetzen.

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Die Kadetten-Keeper Ignacio Biosca und Kristian Pilipovic spielten gar nicht mal überragend. Aber sie wehrten zumindest die drei Bälle ab, die sie halten mussten. Und das reichte für die Schweizer, um ein Spiel auf Augenhöhe zu bekommen und ein 15:15 mit in die Pause zu nehmen.

Nach dem Seitenwechsel ging es zunächst weiter wie gehabt. Kirkeløkke traf – und sein Kollege zwischen den Pfosten hielt weiter keinen einzigen Ball, weshalb Schaffhausen mit 20:17 (36.) in Führung ging. Trotzdem gelang der 20:20-Ausgleich (39), weil die Löwen gut verteidigten und die Kadetten neben und über das Tor warfen, ehe Gierse tatsächlich für die erste Torwartparade sorgte und damit das 21:20 (40.) für seine Mannschaft durch Gislason ermöglichte. Danach war der Keeper gleich noch einmal zur Stelle, aber die Badener bauten ihren Vorsprung erst einmal nicht aus, weil Lukas Nilsson vergab und Patrick Groetzki den Ball verlor. Was in der ersten Halbzeit noch bestraft worden wäre, spielte jetzt aber keine große Rolle. Denn plötzlich parierte Gierse immer wieder: Vier Glanztaten in neun Minuten ebneten den Weg zu einer 27:22-Führung (48.), es folgte eine weitere Parade. „Er hat in der zweiten Halbzeit richtig gut gehalten“, lobte Andy Schmid.

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Außerdem machte Uwe Gensheimer in der Deckung einen starken Job auf der Halbposition und meldete den wurfgewaltigen Donát Bartók mehr oder weniger ab. Am Vortag hatte der Ungar noch achtmal getroffen, diesmal spielte der deutlich bessere Halbrechte bei den Löwen. Er trug den Namen Kirkeløkke.

Schaffhausen: Biosca, Pilipovic – Schmidt, Csaszar (8/1), Gerbl ...

Schaffhausen: Biosca, Pilipovic – Schmidt, Csaszar (8/1), Gerbl (2), Herburger (2), Tominec, Schelker, Zehnder (1), Schopper (1), Bartok (4), Montoro, Novak, Frimmel (4), Maros (4), Sesum (1).

Löwen: Späth, Gierse (ab 13. Minute) – Gensheimer (9/3), Kohlbacher (5), Groetzki (4) – Nilsson (1), Schmid (6), Kirkeløkke (7) – Gislason (1), Nielsen, Abutovic, Patrail (1), Tollbring, Scholtes (n.e.), Ahouansou.

Schiedsrichter: Bounouara/Sami (Frankreich).

Zuschauer: keine.

Strafminuten: Schmidt (2) – Schmid.

Beste Spieler: Csaszar – Kirkeløkke, Gensheimer.

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