Handball Ahouansous Elf-Tore-Show für die Löwen

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Marc Stevermüer
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Daumen hoch: Der 19-jährige Philipp Ahouansou wird seinen Auftritt gegen Trebnje nicht so schnell vergessen. © AS Sportfoto/ Binder

Mannheim. Der junge Mann strahlte. Erst während des Spiels – und dann danach. Es gab ja auch allen Grund dazu. Elf Tore sind für einen 19-Jährigen schließlich keine Selbstverständlichkeit, doch beim 31:28 (15:11)-Sieg der Rhein-Neckar Löwen in der Europaen League kam Philipp Ahouansou bei nur drei Fehlwürfen auf genau diese fabelhafte Ausbeute. „Das kann man mal so machen“, flachste der bestens gelaunte Rückraummann, der den badischen Handball-Bundesligisten nicht nur zum Erfolg über den slowenischen Erstligisten führte, sondern auch zum Gruppensieg. „Jetzt freuen wir uns auf das Achtelfinale“, sagte Trainer Martin Schwalb.

Sieg gegen Trebnje Löwen ziehen vorzeitig ins European-League-Achtelfinale ein

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Die Löwen mussten kurzfristig auf Niclas Kirkeløkke verzichten, der Däne fehlte wegen eines grippalen Infekts. Dafür kehrten die zuletzt leicht verletzt fehlenden Romain Lagarde und Ilija Abutovic zurück in den Kader und standen direkt in der Startformation, in der sich wie zuletzt gegen Tatabanya auch Jerry Tollbring wiederfand. Der schwedische Linksaußen startete stark in die Begegnung, erzielte bis zum 8:3 (13.) bereits drei Treffer und gefiel im Umschaltspiel und nach schneller Mitte erneut als der Mann im Zentrum mit der Entscheidungshoheit.

In der Anfangsviertelstunde überrannte der zweifache deutsche Meister seinen slowenischen Gegner förmlich, die starke 75-prozentige Trefferquote resultierte nicht zuletzt aus vielen Toren nach Schnellangriffen. Und da zwischen den Pfosten Nikolas Katsigiannis bis zum 10:4 (17.) bei einer Fangquote von 56 Prozent stand, fiel der Vorsprung entsprechend deutlich aus.

Trainer Schwalb baute danach den Rückraum um, Ahouansou kam herein und Lagarde rückte auf die für ihn als Rechtshänder ungewohnte Position im rechten Rückraum. Fortan fehlte es den Offensivbemühungen ein wenig an Struktur, nach einigen badischen Ballverlusten drückte nun Trebnje aufs Tempo und verkürzte Tor um Tor. Und daran hatte auch Ahouansou seinen Anteil. „Philipp hat da zwei, drei Fehler gemacht. Wenn die unter Druck in einem Spiel passieren, in dem es um mehr geht, dann weiß man nicht, wie lange er auf dem Feld bleibt“, sagte Schwalb, der sich aber in Nachsicht übte, den 19-Jährigen weitermachen ließ und für das Vertrauen belohnt wurde.

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In der Schlussphase des ersten Durchgangs funktionierte eigentlich nur noch die Achse mit Mittelmann Andy Schmid und Kreisläufer Jannik Kohlbacher. Elf Sekunden vor dem Seitenwechsel wehrte Katsigiannis zum zweiten Mal einen Siebenmeter ab, der Ball kam schnell zu Ahouansou und dank seines Treffers sowie der Torwartparade zuvor stand es zur Pause 15:11 anstatt 14:12.

Trotz seiner starken Vorstellung blieb Katsigiannis zu Beginn des zweiten Durchgangs draußen, der junge David Späth übernahm. Am Kreis agierte zudem Jesper Nielsen, dessen Vertrag im Sommer bei den Löwen endet und der vom dänischen Erstligisten Aalborg umwoben wird. Die Skandinavier sorgten am Donnerstag für Schlagzeilen, als sie die spektakuläre Verpflichtung von Superstar Mikkel Hansen bekanntgaben. Der Weltklasse-Rückraumspieler wechselt 2022 von Paris Saint-Germain zurück in seine dänische Heimat.

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Den Löwen gelang es zunächst nicht, den später noch wegen seiner dritten Zeitstrafe disqualifizierten Nielsen in ihre Angriffe einzubinden. Stattdessen reihte sich ein Ballverlust an den nächsten, nach dem 15:13 (32.) folgte aber schließlich der große Auftritt von Ahoaunsou, der immer dann traf, wenn es sein musste. „Das hat richtig Spaß gemacht“, freute sich der Rechtshänder: „Aber Andy Schmid hat mich auch gut in Szene gesetzt.“

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Redaktion Handall-Reporter, Rhein-Neckar Löwen und Nationalmannschaft