Eishockey - Der 16 Jahre alte Jungadler-Verteidiger Fabrizio Pilu zeigt beim DEL Junior Cup, warum er als großes Talent gilt Feiner Techniker für die Aha-Momente

Von 
Andreas Martin
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Jungadler-Verteidiger Fabrizio Pilu träumt von einer Profikarriere. © Binder

Mannheim. Eishockey ist eine Sportart, in der es sich lohnt, ein zweites Mal hinzuschauen. Eine solche Szene präsentierte Jungadler-Verteidiger Fabrizio Pilu am Samstag im Spiel um Platz drei des DEL Junior Cups 2019, als er seinen Gegenspieler vom St. Andrew’s College praktisch rückwärts umkurvte und Florian Elias in Überzahl mustergültig zum 5:2-Endstand bediente.

Beste Abwehrspieler

  • Die punktbesten Verteidiger des DEL Junior Cups 2019:
  • 1. Jack Bar (St. Andrew’s College): 3 Spiele, 2 Tore, 2 Vorlagen, 4 Punkte.
  • 2. Hugo Gabrielson (Frölunda): 4 Spiele, 1 Tor, 3 Vorlagen, 4 Punkte.
  • 3. Fabrizio Pilu (Jungadler): 5 Spiele, 0 Tore, 4 Vorlagen, 4 Punkte.
  • 4. Matthew Roy (St. Andrew’s College): 4 Spiele, 1 Tor, 2 Vorlagen, 3 Punkte.
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„Ich habe gemerkt, dass mein Gegenspieler zu dicht an mir dran war, um vorwärts an ihm vorbeizukommen. Da habe ich mich entschieden, es andersherum zu probieren“, erzählt der 16-jährige gebürtige Mannheimer selbst recht unaufgeregt von der Szene, die in der Nebenhalle Süd der SAP Arena so manchen in Verzückung geraten ließ.

Zufrieden mit Bronzeplatz

Strahlen konnte Pilu aber schon, der Gewinn der Bronzemedaille im Duell mit den Kanadiern bedeutete für die Jungadler beim eigenen Vorbereitungsturnier definitiv etwas. Obwohl Fabrizio Pilu erst am 31. Oktober 17 Jahre alt wird, war es nicht der erste DEL Junior Cup, an dem der junge Verteidiger teilnahm, schon 2018 kam er zweimal zum Einsatz.

Obwohl Pilu letztlich den Neuen im Team des deutschen Nachwuchsmeisters für die Saison 2019/20 zuzurechnen ist, ist er doch nicht ganz neu mit an Bord. „Ich habe letzte Saison ja auch schon 15 Saisonspiele mit der U 20 der Jungadler bestritten, da kennt man die Jungs und das höhere Tempo“, empfindet Pilu die Spielgeschwindigkeit in der U-20-Liga als einen der größten Unterschiede zum U-17-Bereich, in dem der Schüler des Mannheimer Ludwig-Frank-Gymnasiums zuletzt eigentlich zuhause war.

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Mit der U 17 der Jungadler wurde Pilu in der vergangenen Spielzeit Deutscher Meister. Die Augen des 16-Jährigen beginnen zu leuchten, wenn er an das Ende einer dreijährigen Leidenszeit denkt. „2017 hatten wir in der ganzen Saison zuvor nur ein einziges Spiel nach Penaltyschießen gegen Rosenheim verloren. Beim Finalturnier in Bad Tölz unterlagen wir dann im Endspiel gegen Rosenheim, das tat schon sehr weh! 2018 lief es mit Platz fünf dann nicht für uns. Letzte Saison sind wir als Außenseiter ins Endturnier gegangen und haben uns endlich den Titel geholt“, berichtet Pilu.

„Meine Eltern Christina und Eduardo kommen aus Argentinien, wobei die Familie von meinem Papa aus Italien stammt“, hat Pilu neben der deutschen auch die italienische Staatsangehörigkeit. „Argentinien und Italien – eigentlich hätte ich wohl Fußballer werden müssen“, sagt der Jungspund mit einem Lächeln im Gesicht.

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Dass er beim Eishockey gelandet ist, hat er seinem älteren Bruder Gianluca zu verdanken. „Er war einer der Ersten, die über das Grundschulprojekt der Jungadler zum Eishockey gekommen sind. Ich war zunächst auf Rollerblades unterwegs, aber irgendwann durfte ich mal mit und bin beim Eishockey hängengeblieben“, erzählt Pilu. Er träumt davon, Profi zu werden. Talent besitzt der 16-Jährige offensichtlich, beim DEL Junior Cup 2019 war er mit vier Scorerpunkten in dieser Wertung drittbester Verteidiger. Zudem landete er als einziger Abwehrspieler in der Plus-Minus-Bilanz mit +4 unter den Top-Fünf des Turniers: Ein Plus gibt es, wenn man bei einem eigenen Tor auf dem Eis steht – ein Minus bei einem Gegentreffer. Überzahltore gehen nicht in diese Statistik ein.

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