Handball - Eulen Ludwigshafen sind am Donnerstag beim zuletzt schwächelnden Topteam aus Berlin in der Außenseiterrolle

Mal schauen, was möglich ist

Von 
Marc Stevermüer
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Ludwigshafen. Benjamin Matschke fühlt sich wohl in der Außenseiterrolle. Wobei das nicht nur für den Trainer der Eulen Ludwigshafen gilt, sondern für die gesamte Mannschaft. Denn fraglos ist es ja immer angenehmer, wenn man nichts zu verlieren hat, anstatt gewinnen zu müssen. Letzteres galt am vergangenen Wochenende, als der Handball-Bundesligist gegen den Tabellenletzten HSC Coburg zum Siegen verdammt war, um weiterhin eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Die Pfälzer erfüllten ihre Pflicht, siegten 22:19.

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Füchse unter Druck

Am Donnerstag (19 Uhr) bei den ambitionierten – zuletzt aber auch arg kriselnden – Füchsen Berlin sieht das schon wieder ganz anders aus. Alles kann, nichts muss. „Es geht darum, Spaß zu haben“, sagt Matschke, der mit den Eulen schauen will, was denn da so geht in der Hauptstadt. Zuletzt im Derby bei den Rhein-Neckar Löwen fehlte schließlich auch nicht viel, um einen überraschenden – und durchaus verdienten – Punkt aus Mannheim mitzunehmen. Nun ist die Ausgangssituation ähnlich, denn wieder treffen die Ludwigshafener auf einen schwächelnden Favoriten, der zuletzt dreimal in Folge verlor und ernsthaft um die erneute Qualifikation für die Europaen League bangen muss.

Trainer Ben Matschke (rechts) war zuletzt zufrieden mit der Leistung von Torwart Martin Tomovski (links). © Pix

Entsprechend angespannt ist die Stimmung bei den Berlinern. Sportvorstand Stefan Kretzschmar spricht davon, den „Bock umstoßen“ zu müssen, nachdem er den Kader vor der Saison prominent verstärkt hat und eigentlich plante, näher an die zuletzt dominierenden Nord-Teams aus Kiel und Flensburg heranzurücken.

Doch wie auch den Löwen gelingt das dem Hauptstadt-Club in dieser Runde nicht. Entsprechend prognostiziert Kretzschmar nun einen „mühsamen Weg“, der im weiteren Verlauf dieser Runde noch vor den Füchsen liege. Aber er sieht trotz der Niederlage zuletzt bei Frisch Auf Göppingen auch positive Ansätze, das dreitägige Kurz-Trainingslager vor der Begegnung im Schwabenland habe sich ausgezahlt. Gerade auch mit Blick auf den Teamgeist.

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Dass der bei den Eulen ohnehin immer stimmt, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden. Sonst würden sie nicht seit Jahren immer und immer wieder die teils stärker besetzte Konkurrenz überraschen und sich stets den Klassenerhalt sichern. Momentan haben die Ludwigshafener als Tabellenvorletzter vier Punkte Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz, was erst einmal keine gänzlich neue Situation ist. Gleichwohl sammeln seit Wochen alle Mannschaften konsequent ihre Zähler ein, teilweise auch mit ziemlich überraschenden Resultaten.

Ein Coup würde helfen

„Wir brauchen Punkte. Außer gegen Essen waren 2021 alle Spiele in Ordnung, aber wir hätten mehr punkten müssen“, ärgert sich Rückraumspieler Jan Remmlinger. Umso hilfreicher wäre es, auch einmal einen unerwarteten Coup zu landen. So wie in der vergangenen Saison gegen die SG Flensburg-Handewitt. Oder in der Runde davor bei den Rhein-Neckar Löwen.

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„Berlin ist kein Spiel, in dem wir in der Pflicht sind. Wir wollen natürlich eine gute Leistung zeigen und uns am Ende nicht sagen müssen, dass wir an uns selbst gescheitert sind“, sagt Remmlinger, der in der extremen Drucksituation der Füchse eine „gewisse Brisanz“ sieht: „Wir müssen schauen, ob wir eine Chance bekommen, ob für uns was möglich wird.“

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Redaktion Handball-Reporter, Rhein-Neckar Löwen und Nationalmannschaft