Handball - Eulen Ludwigshafen bekommen es am Sonntag mit TuSEM Essen zu tun und müssen im Kampf um den Klassenerhalt unbedingt gewinnen Ausnahmsweise Favorit

Von
Reiner Bohlander
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Ludwigshafen. Es ist ein sehr wichtiges Vier-Punkte-Spiel für die Eulen Ludwigshafen im Kampf um den Ligaverbleib: Der Handball-Bundesligist empfängt am Sonntag, 16 Uhr, in der Friedrich-Ebert-Halle das Tabellenschlusslicht TuSEM Essen. Die Woche fiel bei der Mannschaft von Trainer Benjamin Matschke entsprechend intensiv aus, denn im Kampf um den Klassenerhalt ist für die Pfälzer ein Erfolg Pflicht.

Erfolg von Stuttgart vergolden

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„Wenn wir etwas von dem Sieg in Stuttgart haben wollen, dann müssen wir gegen Essen gewinnen“, sagt der 43-jährige Torwart Gorazd Skof, der sich mit diesen Drucksituationen perfekt auskennt und weiß: Auf ihn und seinen 20 Jahre jüngeren Torhüter-Partner Martin Tomovski wird es am Sonntag ankommen. Der Routinier gibt sich vor dem wichtigen Duell als absoluter Teamspieler. „Wir müssen es mehr und mehr mit Martin probieren. Er ist jung, er ist motiviert“, sagt Skof. Er hätte keine Probleme, wenn Coach Matschke wie gegen Stuttgart auf Tomovski setzt, denn Skof sieht seine Rolle bei den Eulen auch als Mentor. Er ist sich nicht zu schade, mit den Rückraumspielern wie Hendrik Wagner mal Sonderschichten im Training einzulegen. Und die Extraeinheiten zahlen sich aus, Wagner beispielsweise blüht seit der WM-Pause richtig auf. Auch der Russe Azat Valiullin hat sich gesteigert. Skof sagt: „Die Jungs haben großes Talent, sie verbessern sich immer weiter.“

Matschke warnt

Pascal Durak (links) und Gorazd Skof jubelten zuletzt mit den Eulen in Stuttgart und wollen sich am Sonntag wieder freuen. © pix

Wenn man sieht, wie sich der Torwartfuchs bei gelungenen Aktionen seiner Kollegen auf der Bank freut oder wie er bei einem gehaltenen Ball jubelt, dann wird deutlich: Skof will sich in seiner vielleicht letzten Profi-Saison nicht als Absteiger verabschieden.

Für ihn ist das Essen-Spiel am Sonntag daher auch enorm wichtig. „Gegen TuSEM müssen alle 60 Minuten lang 100 Prozent geben. Das Spiel ist eine große Chance für uns. Wenn wir gewinnen, hätten wir zehn Punkte“, sagt der Keeper und macht klar: „Wenn der Trainer mich zwischen den Pfosten sehen will, dann bin ich natürlich bereit.“

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Matschke vermeldet vor der Begegnung, dass er alle Spieler im Kader zur Verfügung hat. Der 20-jährige Yessine Meddeb, der beim Lehrgang der deutschen Junioren-Nationalmannschaft weilte, kehrte fit zurück. Der Trainer, der die Eulen am Saisonende in Richtung Wetzlar verlässt, hat vor den Essenern Respekt. Er sagt: „Sie haben Qualität. Die Mannschaft ist jung, besitzt ganz viel Herz und hat viele Spiele verloren, in der sie bis zur 45. Minute führte. Da hat dann mal die Cleverness gefehlt oder es war auch mal die Breite im Kader nicht da. Die Jungs spielen schnell, das könnte uns Probleme machen.“

Matschke sieht aber auch einen Vorteil bei seiner Mannschaft: „Wir haben Erfahrung mit solchen Spielen.“ Tatsächlich zeigten die Eulen in der Vergangenheit schon, wie Abstiegskampf in den entscheidenden Situationen funktioniert. „Wir brauchen Konsequenz, Konzentration und absolute Achtsamkeit“, sagt Matschke vor diesem wichtigen Duell.

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