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Fußball

Kostics unvollendete Rückkehr

Von 
A. Schirmer, E. Dobias
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Frankfurts Filip Kostic (r.) jubelt nach seinem Tor zum 1:0 mit Erik Durm, doch gegen den VfB Stuttgart kassierte die Eintracht noch den späten Ausgleich. © dpa

Frankfurt. Ein Fußball-Märchen ist es für den begnadigten Rebellen Filip Kostic nicht geworden, aber ein Happy End nach seiner Streikaffäre. „Leider war es nicht so, wie ich es ihm vorher gesagt habe: Du kommst rein und schießt das Siegtor“, sagte Eintracht Frankfurts Trainer Oliver Glasner nach dem 1:1 (0:0) am Sonntag gegen den VfB Stuttgart. Damit verlängerte sich die Negativserie der Hessen auf vier sieglose Fußball-Bundesligaspiele.

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„Geduld gehört nicht zu meinen Stärken. Das nervt. Mir tun die Spieler leid“, meinte der 47-jährige Österreicher und betonte: „Das wirft uns nicht um, wir werden alle Steine, die im Weg liegen, wegräumen.“ Am besten schon am Donnerstag beim Start in die Europa League gegen Fenerbahce Istanbul. „Luft nach oben ist noch, das streiten wir nicht ab“, so Glasner, der nun hofft, dass die Eintracht auf der europäischen Bühne „einen Gang höher“ schalten möge.

Omar Marmoush (88.) bescherte den Schwaben mit seinem späten Ausgleich einen wichtigen Punkt und entriss den Hessen vor 25 000 Fans in der ausverkauften Arena noch den ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga, der nach dem Führungstor von Kostic (79.) greifbar nahe war. „Natürlich ist das Remis ärgerlich. Es soll derzeit nicht sein“, haderte Frankfurts Kapitän Martin Hinteregger.

Applaus bei Einwechslung

Zwei Wochen nach seiner Streikaktion, mit der er einen Wechsel zu Lazio Rom erzwingen wollte, kehrte Kostic in den Kader der Eintracht zurück. Der 28-Jährige saß zunächst nur auf der Bank – kam dann aber nach einer Stunde unter dem Applaus der Zuschauer zu seinem 100. Bundesligaeinsatz für die Eintracht und krönte diesen mit seinem Treffer. Doch dann traf Marmoush in Unterzahl für den VfB, nachdem Waldemar Anton (82. Minute) wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen hatte. „Dieser Punkt ist extrem wichtig. Wir nehmen viel Rückenwind mit“, frohlockte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo.

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„Filip hat überragend gespielt – so, wie wir ihn kennen. Er hat sich wie immer präsentiert“, lobte Hinteregger und fügte hinzu: „Für uns war das nie ein Thema.“ Zugleich wetterte er gegen die Medien: Sie hätten im Fall Kostic „die eine oder andere Halbwahrheit“ verbreitet.

Die Frankfurter begannen schwungvoll und hätten schon in der 2. Minute in Führung gehen können. Jens Petter Hauge verfehlte mit seinem Schuss aber knapp das Stuttgarter Tor. Die Schwaben, die zuletzt zwei Niederlagen einstecken mussten, waren erst einmal um Ballkontrolle bemüht. Die erste Gelegenheit ergab sich nach 17 Minuten für Marmoush, der im Sturm den Vorzug vor Hamadi Al Ghaddioui erhielt. Er scheiterte nach schönem Solo aus spitzem Winkel an Eintracht-Torwart Kevin Trapp.

Frankfurt hatte zwar Feldvorteile, die auf Konter lauernden Stuttgarter aber die besseren Chancen. Roberto Massimo (34.) scheiterte aber ebenfalls an Trapp. Die Hessen versuchten es zu oft durch die Mitte und liefen sich an der nicht sattelfesten VfB-Abwehr fest. Zwei Schüsse von Daichi Kamada waren die Offensivausbeute, stellten VfB-Keeper Florian Müller aber nicht vor Probleme.

Hintereggers Pech

Nach dem Wechsel setzte erneut Marmoush das erste Zeichen – ein Schuss ging aber nur ans Außennetz. Doch dann kam Kostic und belebte auf Anhieb das Eintracht-Spiel. Frankfurt war nun am Drücker und der Führung zweimal ganz nahe. Erst scheiterte Sam Lammers aus Nahdistanz an Müller, dann hatte Hinteregger mit einem Kopfball an die Latte Pech. Kostic zielte dann einen Tick genauer. Die Führung löste riesigen Jubel aus, der kurz vor dem Ende verstummte.

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„Wir nehmen alles mit, was man mitnehmen kann“, sagte ein frustrierter Glasner über die Lattentreffer und das Ausgleichstor der Gäste in Unterzahl. dpa

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