Fußball - Weltmeister von 1974 hat als Dialyse-Patient Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus / 441 Bundesligaspiele für Eintracht Frankfurt Grabowski sorgt sich um seine Gesundheit

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Wegen seiner ausgeprägten Nierenschwäche gehört Jürgen Grabowski zur besonders gefährdeten Coronavirus-Risikogruppe. © dpa

Frankfurt. Die Fahrten ins Krankenhaus zur dringend notwendigen Dialyse sind für Jürgen Grabowski der reinste Horror. Der an einer ausgeprägten Nierenschwäche leidende Fußball-Weltmeister von 1974 fürchtet sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus. „Natürlich habe ich etwas Angst vor der Geschichte. Man kann nur beten, dass uns keiner ansteckt“, sagte der ehemalige Bundesligaprofi von Eintracht Frankfurt am Freitag in einem Interview auf der Vereinshomepage.

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Der 74-Jährige gehört wegen seiner Erkrankung, die 2016 diagnostiziert wurde und sich Ende des Vorjahres verschlimmert hatte, zur besonders gefährdeten Risikogruppe. Doch darauf wird aufgrund der steigenden Fallzahlen keine Rücksicht genommen. „Als Dialyse-Patient bekommst du im Krankenhaus leider keinen Schutz für den Transport“, berichtete Grabowski. Dreimal pro Woche muss er sich dem Blutreinigungsverfahren unterziehen. „Da werde ich von einem Fahrzeug abgeholt, in dem den ganzen Tag Patienten transportiert werden. Deshalb habe ich mich entschlossen, bei diesen Fahrten seit einer Woche Handschuhe und Mundschutz zu tragen, auch wenn das nicht allzu viel hilft“, erzählte Grabowski.

Stadionbesuch aufgeschoben

Immerhin hat die Eintracht-Legende, die von 1965 bis 1980 insgesamt 441 Bundesligaspiele für die Hessen bestritt und dessen außergewöhnliche Fähigkeiten sogar in der Vereinshymne besungen werden, die akuten gesundheitlichen Probleme zu Beginn des Jahres mittlerweile überwunden. „Zunächst hatte ich mich nach den Behandlungen richtig schlecht gefühlt“, sagte Grabowski. Jetzt gehe es ihm „wieder besser“. Deshalb wollte er im April wieder ins Stadion gehen, „denn ich habe Lust auf Fußball“. Doch daraus wird vorerst nichts, weil die Saison wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens zum 30. April unterbrochen ist.

So muss er sich derzeit mit Erinnerungen an bessere Zeiten trösten. Wie zum Beispiel das erste Länderspiel im damals neuen Waldstadion vor 46 Jahren gegen Schottland. „Das war ein ganz wichtiges Spiel für mich. Wir haben 2:1 gewonnen, ich konnte nach einer Vorlage von Uli Hoeneß einen Treffer zum Sieg beisteuern“, erzählte Grabowski. „Das hat mir geholfen, einige Monate später bei der WM mehr Spielzeiten zu erhalten.“ Der Triumph 1974 war der Höhepunkt seiner Karriere. dpa