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Finale

Frankurts Kevin Trapp: „Schönster Tag meiner Karriere“

Von 
Alexander Müller
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Fast 50 000 begeisterte Frankfurter Fans im Stadion feierten die Eintracht-Helden bis kurz vor Mitternacht. © Arne Dedert/dpa

Frankfurt. In der Stunde des Triumphs dachte Markus Krösche an den Fehlschlag zurück, mit dem alles begann. „Als wir vor einem Jahr angefangen und das erste Pflichtspiel in Mannheim verloren haben, haben wir sicherlich nicht daran geglaubt, im Mai im Finale der Europa League zu stehen“, sagte der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt am Donnerstagabend.

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Um Krösche herum herrschte bei diesen eher nüchternen Aussagen der komplette emotionale Ausnahmezustand, nachdem die Hessen mit einem 1:0-Sieg im Halbfinalrückspiel gegen West Ham United Historisches vollbracht hatten: Die Eintracht steht als erste deutsche Mannschaft im Endspiel der Europa League.

18. Mai, Sevilla. Gegner Glasgow Rangers. Zwei große Traditionsvereine gegeneinander. Begriffe wie Traum und Märchen werden im Sportjournalismus heutzutage inflationär benutzt, aber in diesem Fall sind sie angebracht: Mit dem Einzug ins erste europäische Finale seit dem UEFA-Cup 1980 ist für die Eintracht ein Traum wahr geworden.

Krösche hätte dementsprechend allen Grund gehabt, nach diesem hypnotischen und historischen Fußballabend entrückt wie alle anderen Frankfurter Protagonisten einfach die Party für eröffnet zu erklären. Doch der Manager reflektierte stattdessen zunächst den schweren Start, den er und der neue Trainer Oliver Glasner bei der Eintracht erlebt hatten – mit der Blamage in der ersten Runde des DFB-Pokals beim SV Waldhof (0:2).

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Ermahnungen nach Platzsturm

Am Donnerstagabend wirkte das Malheur von Mannheim nur noch wie eine ferne Erinnerung. Als die Traumreise nach Sevilla gebucht war, stürmten Hunderte Frankfurter Anhänger den Platz und konnten erst nach mehreren Ermahnungen des Stadionsprechers zur Vernunft gerufen werden. „Das ist der schönste Tag meiner Karriere“, sagte Torhüter Kevin Trapp. Und Coach Glasner postulierte auf der Pressekonferenz um kurz vor Mitternacht: „Es war ein wunderbarer Abend, keiner wird ihn jemals vergessen.“

Dabei hatte die Eintracht nicht einmal ihre beste Leistung in dieser Europa-League-Saison gezeigt, war aber nach dem 2:1 im Hinspiel dennoch völlig verdient ins Endspiel eingezogen. West Ham blieb trotz der frühen Roten Karte wegen Notbremse für Aaron Creswell (19.) und des Rückstands kurz danach durch ein Tor von Raffael Borré (26.) ein zäher, unangenehmer Gegner, der sich in der zweiten Halbzeit in Unterzahl ein Übergewicht erarbeitete. „West Ham hat es uns schwergemacht. Sie haben alles investiert und sehr physisch gespielt. Es war wichtig, dass wir dagegenhalten. Wie die Jungs das mit Leidenschaft verteidigt haben und wie Kevin unser Rückhalt war – fantastisch“, sagte Glasner.

Der Österreicher ließ seine Jungs danach von der Leine. Nachdem die Feierlichkeiten mit den Fans beendet waren, hob Glasner die Sperrstunde auf. Erst am Freitag um 12 Uhr bat der Eintracht-Coach zu einem Waldlauf. „Die Jungs haben ein bisschen was auszuschwitzen“, meinte er mit einem Lächeln. Am Sonntag kommt Gladbach in der Bundesliga, aber natürlich liegt ab sofort der komplette Fokus der Frankfurter auf der womöglich einmaligen Gelegenheit, die sich am 18. Mai in Andalusien bietet. „Mit dieser Truppe und den Fans noch mal nach Sevilla zu reisen, ist der Wahnsinn. Es ist einfach geil, auch die Fans sind überwältigt. Jetzt ist noch ein Schritt zu gehen, wir wollen den Pokal holen!“, sagte der Bensheimer Sebastian Rode, bis zu seiner Auswechslung wie schon in London einer der Besten bei der SGE.

Die Chance auf den großen Coup ist riesig. Denn Finalgegner Glasgow Rangers schaltete mit Borussia Dortmund und RB Leipzig zwar zwei Bundesliga-Schwergewichte aus, ist fußballerisch aber die Kragenweite der Eintracht. „Es wird ein extrem schwieriges Spiel. Aber jetzt wollen wir den Weg zu Ende gehen“, sagte Sportvorstand Krösche. Die Saison, die mit dem Fehlschlag von Mannheim begann, soll mit der Krönung von Sevilla enden.

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Redaktion Fußball-Reporter: Nationalmannschaft, SV Waldhof, Eintracht Frankfurt, DFB

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