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Fußball - Auch mit fast 38 Jahren ist Makoto Hasebe für Eintracht Frankfurt noch unverzichtbar

Eloge auf den Alterspräsidenten

Von 
Frank Hellmann
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Frankfurts Wortführer Makoto Hasebe (2.v.r.) diskutiert mit den Freiburgern Kevin Schade (l.) und Vincenzo Grifo sowie Schiedsrichter Florian Badstübner.

Frankfurt. Man lernt nie aus. Auch mit 37 Jahren kann Makoto Hasebe diese Weisheit nur bestätigen. Zusammen mit ehemaligen Spielern wie Weltmeister Sami Khedira hat der Defensivallrounder von Eintracht Frankfurt nämlich die Trainerausbildung begonnen. „Plötzlich bin ich wieder Schüler. Ich muss Aufgaben schriftlich erledigen. Perfekt Deutsch zu schreiben, muss ich noch lernen“, hat der Japaner gerade verraten. Seit er drei Jahre alt ist, so erzählt es der aus der Stadt Fujieda in der Präfektur Shizuoka stammende Musterprofi, hat der Fußball sein Leben bestimmt. Heute kann er sich keinen Beruf mehr ohne Fußball vorstellen.

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Auf dem Platz hat er den Wandel des Spiels so gut weggesteckt wie kaum ein anderer. Der älteste Spieler der Bundesliga zeigt nicht den leisesten Anflug von Müdigkeit. Im Gegenteil: Seinem aktiven Mitwirken ist der zarte Aufschwung der Adlerträger vor dem Europa-League-Heimspiel gegen Royal Antwerpen (Donnerstag 21 Uhr/ RTL) zu verdanken, doch es hat erstaunlich lange gedauert, bis Trainer Oliver Glasner dessen Wert erkannte. Hasebe will nun im Frankfurter Stadtwald helfen, vorzeitig den Gruppensieg einzutüten – damit hätten die Hessen bereits das Achtelfinale ohne nervenaufreibende Play-off-Spiele gegen einen Champions-League-Gruppendritten sicher. Endlich ist die Nummer 20 wieder wichtig für die Eintracht, für die der im Januar 2008 in die Bundesliga gekommene Hasebe bereits seine achte Saison spielt.

Ältester Bundesliga-Profi

Er gab drei Jahre unter Adi Hütter den heimlichen Strategen, der als zentraler Kopf der Dreierkette das Frankfurter Spiel von hinten aus dirigierte. Mit Übersicht und Umsicht. Doch Hütters Nachfolger hatte anfangs wenig Verwendung für den passsicheren Defensivallrounder, der sich bis heute fast jeden Abend ein Entspannungsbad zur Regeneration gönnt. Der Heißwasserliebhaber Hasebe pendelte zwischen Ersatzbank und Tribüne. Erst als die anhaltende Erfolgslosigkeit den österreichischen Fußballlehrer zwang, wieder auf das alte System umzustellen, schlug auch Hasebes Stunde. Vergangenen Sonntag beim Überraschungssieg in Freiburg (2:0), dem dritten Pflichtspielerfolg hintereinander, hob er bei seinem erst vierten Startelfeinsatz das gesamte Team auf ein höheres Niveau. Die Elogen auf den Alterspräsidenten, der am 18. Januar nächsten Jahres seinen 38. Geburtstag feiert, wollten danach kaum enden.

„Hase ist ein Spieler, der viel Qualität besitzt. Er strahlt eine enorme Ruhe aus, ist dadurch wichtiger Anker gerade für die jungen Spieler. Und er löst viele Situationen spielerisch, weil er ein sehr guter Fußballer ist“, lobte Manager Markus Krösche. Auch wenn Hasebe nur 33 Prozent seiner direkten Duelle gewann, war seine Ballsicherheit der größte Trumpf. Am Ende hatte er im Breisgau mehr Ballkontakte als alle Mittelfeldspieler und die beste Passquote. Damit gab der Libero moderner Prägung in seinem 345. Bundesligaspiel nicht nur seinen jungen Verteidigerkollegen Even Ndicka und Tuta einigen Halt, sondern half technisch beschlagenen Akteuren wie Jesper Lindström, Daichi Kamada oder Rafael Borré. Zu Anfang dieser Spielzeit sah so mancher Auftritt der Glasner-Truppe nach wildem Gebolze aus, wenn Martin Hinteregger als Abwehrchef die Bälle beharrlich blind nach vorne drosch. Dauerbrenner Hasebe beweist, das Aufbauspiel auch anders geht.

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Heimspiel gegen Brügge

Fast zwangsläufig kommt dieser Tage wieder die Frage auf, ob dieser treue Diener, der mit seiner Mentalität auch früher in Wolfsburg und Nürnberg hoch angesehen war und immerhin 114 Länderspiele auf dem Konto hat, wirklich seine letzte Profisaison in Deutschland bestreitet. Und wie jedes Jahr gibt es die gleiche Antwort: „In den letzten drei Jahren habe ich immer gesagt: ‚Das ist meine letzte Saison – und dann im April meinen Vertrag verlängert. Also sage das jetzt nicht mehr. Weil ich nicht weiß, ob die Eintracht mich weiter will und ob ich überhaupt noch weiterspiele. Die Entscheidung fällt im April.“ Same procedure as every year, Makoto.

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