Fußball - Frankfurter nach Niederlage in Wolfsburg angefressen / Nächste Chance gegen Gladbach Eintracht im Niemandsland

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dpa
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Die Frankfurter Aymen Barkok (l.) und Djibril Sow sind bedient. Die Eintracht musste die nächste Niederlage einstecken. © dpa

Wolfsburg/Frankfurt. Eintracht Frankfurt driftet immer mehr ins Mittelmaß ab. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter bekommt vor dem nächsten Spiel bereits am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) gegen den Champions-League-Achtelfinalisten Borussia Mönchengladbach nun auch vom Sportdirektor Druck. „Gladbach ist ein guter Gegner, dennoch müssen wir zu Hause gewinnen“, forderte Bruno Hübner nach dem ernüchternden 1:2 (0:0) am Freitagabend in der Fußball-Bundesliga beim VfL Wolfsburg.

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Torschütze Bas Dost ist zuversichtlich, dass die Negativserie von acht sieglosen Spielen in Serie endlich zu Ende geht. „Nicht alles, was wir machen, ist schlecht“, sagte der Niederländer. Zwei Siege, gleich sieben Unentschieden, zwei Niederlagen – die Tabelle zeigt jedoch deutlich den ernüchternden bisherigen Saisonverlauf. Die Frankfurter wirkten oft ängstlich und harmlos. Irgendwie passend zum Stimmungsbild gab es zum Wochenende noch eine schlechte Nachricht: Der Vorstand mit Fredi Bobic, Axel Hellmann und Oliver Frankenbach fehlte in Wolfsburg, weil er sich in Quarantäne begeben musste. Grund war ein positiver Corona-Test bei einem Mitglied der Führungsriege. „Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, dass der komplette Vorstand nicht mit nach Wolfsburg gereist ist“, sagte Club-Sprecher Jan Strasheim der „Bild“.

Letzter Sieg am 3. Oktober

Hütter machte in Wolfsburg keinen Hehl aus der Enttäuschung. „Wir sind alle sehr angefressen, dass wir nicht gewinnen konnten“, sagte der Österreicher. „Drei Punkte waren möglich.“ Mit 13 Zählern verharren die Hessen weiter im Niemandsland der Liga. Kein Wunder, dass Hübner meinte: „Einen Punkt hätten wir zumindest mitnehmen müssen. Wir waren nicht konzentriert genug, es über die Zeit zu bringen.“

Der letzte Erfolg der Eintracht datiert vom 3. Oktober beim 2:1 gegen Hoffenheim – eine solch lange Durststrecke gab es zuletzt in der Saison 2016/17. „Es fühlt sich sehr schlecht an im Moment“, sagte Mittelfeldspieler Djibril Sow über die Gefühlslage. „Wir wollten unbedingt gewinnen, weil wir oft nah dran waren in letzter Zeit. Wir sind enttäuscht, das ist bitter.“

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Dabei sah es zunächst gut aus für die Eintracht, die am Freitagabend ohne ihren verletzten Torjäger André Silva auskommen musste. Der Ex-Wolfsburger Dost brachte die Frankfurter mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 63. Minute in Führung. Doch Wout Weghorst (76./Handelfmeter, 88.) drehte die Partie zugunsten der in elf Saisonspielen noch ungeschlagenen Niedersachsen. Abwehrspieler Martin Hinteregger bekannte: „Ich bin richtig sauer. Wir schenken Wolfsburg zwei Tore, bei denen wir uns nicht gut angestellt haben. Das tut weh.“

Hütter sprach die Fehler direkt an. „Wir müssen versuchen, konsequenter zu verteidigen. Speziell über die Seite haben wir zu passiv agiert und in der einen oder anderen Situation den letzten Pass nicht verhindert, weil wir nicht aggressiv genug waren“, kritisierte der 50-Jährige.

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Nach der Partie gegen Gladbach geht es am Samstag nach Augsburg, einem zähen und kampfstarken Gegner. Noch hat die Eintracht die Chance, bis zur kurzen Winterpause etwas gut zu machen. „Auf der einen Seite befinden wir uns im Niemandsland, auf der anderen Seite haben wir noch in zwei Spielen die Gelegenheit, alles rauszuhauen, um einen oder vielleicht zwei Siege einzufahren“, sagte Hütter und versprach: „Dieser Herausforderung werden wir uns stellen.“