Eishockey - Adler können Rang zwei zum Hauptrundenende mit zwei Siegen perfekt machen / Coronavirus bereitet Sorgen Schicksal in eigenen Händen

Von 
Christian Rotter
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Mannheim. Für David Wolf ist nur das Beste gut genug. Mit Mittelmaß gibt sich der Stürmer der Adler Mannheim nicht zufrieden. Der 30-Jährige strebt mit seiner Mannschaft in der Deutschen Eishockey Liga nach Perfektion. Insofern verwunderte es kaum, dass Wolf am Sonntag nach dem Sieg gegen Ingolstadt nicht in Jubelstürme ausbrach.

Der Adler-Sturm, der gegen Ingolstadt dominierte: Andrew Desjardins (v.l.), Matthias Plachta und David Wolf. © Binder
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„Ein bisschen Frust ist bei mir schon dabei“, sagte der Nationalspieler. Diese Gefühlslage ließ sich durchaus nachvollziehen. Trotz großer Dominanz und einer 3:1-Führung bis sechs Minuten vor Schluss musste sich der Titelverteidiger gegen die Oberbayern mit zwei Punkten zufriedengeben. Da Wayne Simpson mit einem späten Doppelschlag Ingolstadt in die Verlängerung rettete, sicherte erst Borna Rendulic den Adlern im Penaltyschießen den Erfolg – und den im Kampf um den zweiten Tabellenplatz nicht unwichtigen Zusatzzähler.

Vorverkauf fürs Viertelfinale startet

  • Seit dem 3:0-Sieg am Freitag gegen die Krefeld Pinguine steht fest: Die Adler starten mit Heimrecht ins Play-off-Viertelfinale. Das bedeutet, dass sie im ersten, dritten und – falls notwendig – fünften und siebten Duell vor den eigenen Fans spielen.
  • An diesem Dienstag (10 Uhr) beginnt der Ticketverkauf für die ersten beiden Play-off-Heimspiele am Mittwoch, 18. März (19.30 Uhr), und Sonntag, 22. März (Uhrzeit offen). Der Gegner steht noch nicht fest.
  • Karten gibt es unter anderem im Ticketshop der SAP Arena, unter Telefon 0621/18 19 03 33 oder unter www.saparena.de. In der Dauerkarte sind die Play-offs inbegriffen.

Vielleicht wäre Wolf milder gestimmt gewesen, hätte er unmittelbar nach der Partie gewusst, dass die beiden Punkte reichen würden, um im Klassement an den Straubing Tigers auf Rang zwei vorbeiziehen zu können. Da das Überraschungsteam der Saison deutlich mit 1:4 bei den Kölner Haien verlor, rutschte es auf den dritten Platz ab.

Aufwärtstrend erkennbar

„Die Mannschaft hat am Wochenende Selbstvertrauen zurückgewonnen“, betonte Wolf. Nach vier Niederlagen in Folge waren die Adler am Freitag mit dem 3:0 gegen die Krefeld Pinguine in die Erfolgsspur zurückgekehrt, am Sonntag setzte sich der Aufwärtstrend fort, obwohl die optimale Punkteausbeute ausblieb. „Wir haben viele Chancen kreiert. Vor allem im zweiten Drittel hätte mehr als das eine Tor aus unseren Bemühungen herausspringen müssen“, konstatierte Pavel Gross.

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Der Trainer nahm zufrieden zur Kenntnis, dass bei einigen Spielern unmittelbar vor dem Play-off-Start Mitte März der Knoten geplatzt ist. Ben Smith schoss gegen Krefeld das 2:0, Andrew Desjardins gegen Ingolstadt das 3:1. Beiden war beim Torjubel die Erleichterung anzusehen. „Ich freue mich für ,Desi’, dass er wieder getroffen hat“, betonte Wolf. „In der ersten Saisonhälfte musste er den Puck nur aufs Tor werfen – und er war drin. Zuletzt hatte er ziemliches Pech beim Abschluss.“ Wolf, Desjardins und Matthias Plachta traten gegen Ingolstadt derart dominant auf, dass sogar Gästetrainer Doug Shedden in der Pressekonferenz ein Extralob aussprach. „Die große, schwere Reihe um Desjardins hat den Unterschied ausgemacht“, sagte der Kanadier.

Sportlich sieht die Situation vor dem letzten Hauptrunden-Wochenende für die Adler wieder sehr gut aus. Sie haben ihr Schicksal in den eigenen Händen. Mit Siegen beim Tabellenvorletzten Iserlohn Roosters (Freitag, 19.30 Uhr) und gegen das Schlusslicht Schwenninger Wild Wings (Sonntag, 14 Uhr) würden sie den zweiten Tabellenplatz in trockene Tücher bringen. Ganz sorgenlos blicken sie den nächsten Wochen allerdings nicht entgegen: Auch in der Mannheimer Kabine ist das Coronavirus ein großes Thema.

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„Die Situation ist nicht gerade angenehm“, sagte Gross. Die Adler leben nicht in ihrer eigenen Welt, sondern bekommen sehr wohl mit, was um sie herum passiert. Sie haben registriert, dass in der Schweiz das letzte Hauptrundenwochenende unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen wurde.

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Spiele ohne Fans? Nur vor Offiziellen und Medienvertretern? Ganz auszuschließen ist dieses Szenario auch in der Deutschen Eishockey Liga nicht. „Wir alle haben Familien, ich daheim sogar ein Baby. Wir Athleten haben ein gut funktionierendes Immunsystem, aber ich mache mir schon Gedanken um die Schwächeren“, betonte Wolf. Er begrüßte die Maßnahme, dass es nach der Begegnung gegen Ingolstadt kein Händeschütteln gab: „Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Sicherheit geht vor. Das ist allemal besser, als zu jammern, dass man etwas hätte tun sollen, wenn es zu spät ist.“

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Redaktion Koordinator der Sportredaktion