Eishockey - Adler-Trainer Pavel Gross geht mit DEL-Gesellschaftern hart ins Gericht / Beim Spiel in Nürnberg am Mittwoch kehrt Stürmer Tommi Huhtala zurück „Eine Riesen-Enttäuschung der ganzen Liga“

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Jan Kotulla
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Tommi Huhtala hat seine Verletzung auskuriert. © AS Sportfoto/Sörli Binder

Mannheim. Es gibt Themen, da kennt Pavel Gross kein Halten. Auf den Spielplan der Deutschen Eishockey Liga angesprochen, platzte dem Trainer der Adler Mannheim in der Online-Pressekonferenz vor dem Spiel am Mittwoch in Nürnberg (18.30 Uhr) der Kragen.

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So äußerte der Coach seine Kritik am Festhalten des Play-off-Modus’ ganz offen. Am Montag war der Spielplan für den zweiten Teil der Hauptrunde und der Starttermin der Play-offs bekanntgegeben worden. Zunächst treffen die Teams der Süd- und Nordgruppe jeweils zwei Mal aufeinander. „Wir haben zwischendrin wieder eine Woche Pause. Ich dachte, dass wir mehr erreichen als ,best of three‘. Das ist ein Foul am Eishockey. Das ist eine Riesen-Enttäuschung von der ganzen Liga“, redete Gross Klartext.

„Ich war bei den Verhandlungen nicht dabei, aber für mich ist das 70er, 80er Jahre Eishockey“, stellte der 52-Jährige fest. Matthias Binder erklärte auf Nachfrage: „Aus Trainersicht habe ich Verständnis. Es gibt keine zwei Meinungen, dass ,best of seven‘ die sportlich fairste Sache ist.“ Der Adler-Geschäftsführer verwies jedoch auch auf die besonderen Umstände: „Jedem musste klar sein, dass diese Saison nie eine normale wird. Die Pausen wurden bewusst eingebaut, damit wir im Notfall für Nachholspiele Puffer haben. Dass es kaum Nachholspiele gab, ist toll, damit war aber nicht zu rechnen.“

Gross ging mit den Gesellschaftern der Clubs hart ins Gericht: „Ich finde keine Worte, dass diesem Modus so zugestimmt wurde. Das ist fast Betrug an den ganzen Fans und den Spielern, die sich so auf die Play-offs freuen. Und Play-offs sind ,best of seven‘. Das ist das Highlight der Saison.“ Darauf angesprochen sagte Binder: „Ich habe zwei Mal versucht, zumindest die Viertelfinals auszudehnen, aber die Adler sind einer unter 14. Es gab keine Mehrheit.“

Kein Spaziergang

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Als es um das rein Sportliche ging, war Gross entspannt, als er vermeldete: „Tommi Huhtala kommt zurück, die weiteren Verletzten sind noch nicht einsetzbar.“ Ob der finnische Stürmer nach seiner knapp vierwöchigen Zwangspause zunächst in der vierten Reihe neben zwei Talenten gegen die Ice Tigers agieren soll, da wollte sich Gross nicht in die Karten gucken lassen.

Immerhin treten die Mannheimer als Erster beim Letzten an. Da sollten die Rollen klar verteilt sein. Auch in der Südgruppe der DEL. Dennoch warnt Co-Trainer Mike Pellegrims davor, das Schlusslicht zu unterschätzen. „Wir müssen uns warm anziehen“, rechnet er keinesfalls mit einem Frühlingsspaziergang. 5:1 und 3:2 gewannen die Adler die bisherigen Duelle, doch zuletzt haben die Franken Erfolge gegen Straubing und Augsburg gefeiert.

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„Das wird ein harter Kampf. Vor allem in Überzahl haben die Ice Tigers jetzt viele Tore geschossen. Da haben sie gute Formationen gefunden“, hat Pellegrims den Gegner genau unter die Lupe genommen. „Und schon das letzte Spiel in Nürnberg war nicht einfach“, verweist er darauf, dass das Team von Trainer Frank Fischöder stets hart kämpft, sich aber nicht belohnt. Damit die Adler möglichst drei Punkte mit nach Mannheim nehmen, „müssen wir die Intensität weiter erhöhen“, fordert Pellegrims.

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Redaktion Sportredakteur