Eishockey - Mit dem 3:1-Sieg im sechsten Finalspiel feiern die Blau-Weiß-Roten zum ersten Mal nach 2007 wieder den Titel Deutscher Meister! Adler machen Mannheim stolz

Von 
Christian Rotter und Jan Kotulla
Lesedauer: 

Nach dem Schlusspfiff feierten die Fans ihre Mannschaft frenetisch.

© Daniel Karmann

Ingolstadt. Als Kapitän Marcus Kink gestern um exakt 22.13 Uhr im goldenen Konfettiregen den Silberpokal nach oben streckte, hatte das lange Warten ein Ende, endlich war die Sehnsucht gestillt: Der Titel kehrt zurück in die Eishockey-Stadt, die Adler haben das Ding - zum ersten Mal seit 2007. Im sechsten Finalspiel gewann die Mannschaft von Erfolgstrainer Geoff Ward in Ingolstadt mit 3:1 (0:0, 1:1, 2:0). Damit ging die Serie "Best of Seven" mit 4:2-Siegen an die Blau-Weiß-Roten. Mit der Schlusssirene um 21.58 Uhr stand fest: Mannheim darf nach 1980, 1997, 1998, 1999, 2001 und 2007 zum siebten Mal eine deutsche Eishockey-Meisterschaft bejubeln.

ERC Ingolstadt - Adler 1 :3

  • Drittelergebnisse: 0:0, 1:1, 0:2
  • Die Adler: Endras - Reul, Raymond; Akdag, Wagner; Foster, Richmond; Goc - Höfflin, Hecht, Buchwieser; Rheault, Joudrey, Kink; Tardif, Hospelt, Plachta; Yip, Ullmann, Arendt.
  • Tore: 1:0 Gawlik (28:02), 1:1 Foster (31:40), 1:2 Joudrey (43:51), 1:3 Rheault (59:36).
  • Schiedsrichter: Lars Brüggemann (Iserlohn) und Daniel Piechaczek (Landsberg).
  • Zuschauer: 4815 (ausverkauft).
  • Strafminuten: Ingolstadt 6 - Mannheim 8.
AdUnit urban-intext1

Für die Adler-Fans gab es nur eines: den Titel. 500 Anhänger sorgten in der mit 4815 Zuschauern ausverkauften Saturn-Arena in Ingolstadt für prächtige Stimmung - in der heimischen SAP Arena fieberten sogar 10 784 Fans mit. Sie sahen eine Anfangsphase, die ihrer Mannschaft gehörte. Das Ward-Team belohnte sich zunächst aber nicht für einen richtig guten Auswärtsauftritt. Jon Rheault und Kurtis Foster verpassten die frühe Führung (2.).

Endras rettet zweimal

Brandon Yip trug ebenfalls nicht dazu bei, dass sich die Nerven beruhigten. Erst scheiterte er an Panther-Torhüter Timo Pielmeier (12.), dann kassierte er eine unnötige Strafzeit. Nur gut, dass Dennis Endras in Meisterform war: Im Spagat rettete der Schlussmann gegen Jeff Szwez (16.). Zuvor hatte er schon prächtig reagiert, als Jared Ross' Querpass von Bobby Raymonds Schlittschuh tückisch vors Tor geprallt war (14.).

Zum zweiten Drittel kamen die Adler mit Volldampf aus der Kabine. Nach Martin Buchwiesers Klasse-Pass drückte Jochen Hecht die Direktabnahme knapp vorbei (21.). Da auch Kurtis Fosters Hammer im Powerplay den Kasten verfehlte (27.), durften die Blau-Weiß-Roten vor allem eines: sich die Haare raufen. Wie es besser gemacht wird, zeigte Christoph Gawlik auf der anderen Seite, als er seinen eigenen Nachschuss zum 1:0 über die Linie schob (29.).

AdUnit urban-intext2

Als Thomas Greilinger den Puck an die Latte donnerte (31.), hatten die Mannheimer Glück. Eine Überzahl half ihnen auf die Sprünge. Dustin Friesen saß gerade sieben Sekunden in der Kühlbox, als es hinter seinem Torhüter einschlug. Nach Kai Hospelts Bullygewinn leitete Hecht die Scheibe zu Foster weiter, der Rest war nur noch Formsache - 1:1 (32.). Jetzt war das Ward-Team wieder voll auf der Höhe. Danny Richmond setzte zum Solo an und hätte dem am langen Pfosten lauernden Ronny Arendt aufgelegt - leider aus Adler-Sicht fälschte Yip den Pass ab (34.).

Egal, weiter ging's. Andrew Joudrey hatte zu Beginn des Schlussabschnitts das leere Tor vor sich, der Kanadier wurde unfair am Abschluss gehindert. Die Überzahl verpuffte wirkungslos. Ja, einfach - das können andere! Drei Minuten später durfte Joudrey aber doch den Führungstreffer bejubeln: Steve Wagner brachte die Scheibe vor das Tor, der Mittelstürmer gab ihr die entscheidende Richtungsänderung (44.).

AdUnit urban-intext3

Vor drei Jahren hatten die Adler im vorentscheidenden vierten Finale gegen Berlin eine 5:2-Führung gut 14 Minuten vor Schluss verspielt - und diesmal? Würden sie die 16 Minuten und neun Sekunden überstehen? Marcus Kink (48.), Rheault (51.) und Buchwieser (51.) hätten für die Vorentscheidung sorgen können - sie taten es nicht. Doch weil die Adler nicht nachließen, Teufelskerl Endras 32 Sekunden vor Schluss gegen Greilingers Hammer die Fanghand nach oben riss und Rheault 24 Sekunden vor dem Ende mit dem 3:1 in den leeren Kasten zur Entscheidung traf, durften die Mannheimer den Partymarathon starten.

AdUnit urban-intext4

Hecht, der gebürtige Mannheimer, wurde als wertvollster Spieler (MVP) ausgezeichnet, dann fuhr Kink mit dem Objekt der Begierte zum Meisterfoto vor die eigenen Fans. Mit Sprechchören feierten die Anhänger Meistercoach Geoff Ward - und ihre erfolgreichen Titeljäger.

Mehr zum Thema

Interview NHL-Star Hecht: Der Glaube in der Kabine war groß

Veröffentlicht
Mehr erfahren

"Fahrplan" für den DEL-Meister und seine Fans Adler: So wird der Titel gefeiert

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Fans Um kurz vor 22 Uhr hebt das "Ufo" komplett ab

Veröffentlicht
Von
Rüdiger Ofenloch
Mehr erfahren