Eishockey - Mannheim muss sich gegen Ingolstadt mit zwei Punkten begnügen / Zurück auf Platz zwei Adler sind weit entfernt von Zufriedenheit

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Christian Rotter
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Schiedsrichter Andrew Wilk zeigt es an: David Wolf hat gerade seinen ersten Treffer gegen Ingolstadt erzielt. © Binder

Mannheim. Den nächsten Sieg geholt, aber einen Zähler liegengelassen – die Adler Mannheim haben sich am Sonntag damit schwergetan, den 4:3 (1:1, 1:0, 1:2, 0:0, 1:0)-Erfolg nach Penaltyschießen gegen den ERC Ingolstadt richtig einzuordnen. „Ich finde, wir hätten drei Punkte verdient gehabt. Nach unserer 3:1-Führung haben wir einige falsche Entscheidungen getroffen. Ehrlich gesagt bin ich unterm Strich eher enttäuscht“, sagte David Wolf.

Eishockey Adler Mannheim schlagen ERC Ingolstadt

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Bis sechs Minuten vor dem Ende durfte der 30-Jährige mit sich und der Welt hochzufrieden sein. Er hatte die ersten zwei Tore für die Mannschaft von Trainer Pavel Gross selbst erzielt und das 3:1 von Andrew Desjardins mit vorbereitet. Mit einem späten Doppelschlag entriss Ingolstadt den Blau-Weiß-Roten aber die optimale Ausbeute. „Trotz des Siegs ist bei mir etwas Frust dabei, weil wir uns den zweiten Tabellenplatz holen wollen“, betonte Wolf. Zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey Liga haben sich die Adler diesen von Straubing zurückgeholt, das in Köln mit 1:4 unterlag. Zum Abschluss geht es für den Meister am Freitag nach Iserlohn, am Sonntag kommt Schwenningen in die SAP Arena.

Drittelergebnisse: 1:1, 1:0, 1:2, 0:0, 1:0. Die Adler: Endras – ...

Drittelergebnisse: 1:1, 1:0, 1:2, 0:0, 1:0.

Die Adler: Endras – Reul, Katic; Lampl, Krupp; Akdag, Billins; Möser – Plachta, Desjardins, Wolf; Huhtala, Smith, Stützle; Rendulic, Goc, Järvinen; Krämmer, Raedeke, Klos.

Tore: 0:1 Wagner (1:35), 1:1 Wolf (14:01), 2:1 Wolf (35:47), 3:1 Desjardins (49:23), 3:2 Simpson (54:10), 3:3 Simpson (58:31), 4:3 Rendulic (im Penaltyschießen).

Schiedsrichter: Aleksi Rantala (Finnland) und Andrew Wilk (USA).

Zuschauer: 12 637.

Strafminuten: Mannheim 8 – Ingolstadt 8.

Nächstes Spiel: Iserlohn Roosters – Adler (Freitag, 19.30 Uhr).

Aus Mannheimer Sicht hätte das Spiel nicht schlechter beginnen können, gleich der erste Schuss der Panther saß: Valentino Klos leistete sich in der eigenen Zone einen folgenschweren Puckverlust, Fabio Wagner überwand Dennis Endras – beim 0:1 waren gerade einmal 95 Sekunden absolviert. Brent Raedeke suchte zweimal die schnelle Antwort (5.), diese Chancen durften jedoch nicht über den Gesamteindruck hinwegtäuschen: Die Blau-Weiß-Roten taten sich gegen früh störende Ingolstädter schwer. Ein ums andere Mal misslang der Aufbaupass, die Scheibenannahme funktionierte nur in den seltensten Fällen.

Eigentor bringt Ausgleich

Die Bayern lauerten auf solche Fehler, um ein Haar hätte Darin Olver Mannheim den zweiten Treffer eingeschenkt, Endras ließ sich aber nicht vernaschen (9.). Da im Zusammenspiel wenig klappte, wunderte es nicht, dass ein Ingolstädter den Ausgleich erzielte, als David Elsner Wolfs Passversuch ins eigene Netz lenkte (15.). Die Adler waren wieder obenauf und hätten sogar fast die Führung bejubelt. Matthias Plachta scheiterte in Überzahl knapp an ERC-Torhüter Jochen Reimer (20.).

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Nachdem das Gross-Team einen Schreckmoment überstanden hatte, als der von der Strafbank aufs Eis zurückeilende Wagner durchbrach, jedoch an Endras scheiterte (22.), zog der Meister die Daumenschrauben an. Raedeke nach schöner Kombination über Mark Katic und Tommi Huhtala (28.), Borna Rendulic per Direktabnahme und im Nachschuss (32./33.) – der zweite Mannheimer Treffer lag in der Luft und fiel nach einem perfekt vorgetragenen Konter. Nach einem Puckgewinn in der eigenen Zone schalteten die Adler schnell um, Andrew Desjardins legte quer zu Wolf, der die Scheibe in den Winkel jagte – 2:1 (36.).

Mannheim hielt den Druck aufrecht. In Überzahl verpasste Desjardins nach tollem Rendulic-Pass das 3:1 (47.), drei Minuten später fiel die vermeintliche Entscheidung doch. Die beste Adler-Formation warf den Turbo an. Wolf, Plachta, Desjardins – Tor (50.). Die Rechnung hatte der Titelverteidiger aber ohne die Schiedsrichter gemacht. Nachdem Aleksi Rantala und Andrew Wilk in den ersten 40 Minuten großzügig gepfiffen hatten, wichen sie von dieser Linie ab. Die Strafe gegen Cody Lampl war fragwürdig (53.). Ingolstadt interessierte das nicht. Wayne Simpson nutzte die Überzahl zum Anschlusstor (55.), und nachdem die Referees einen Check von Steve Seigo gegen Björn Krupp ungeahndet gelassen hatten (55.), rettete erneut Simpson 89 Sekunden vor Schluss den Gästen mit dem 3:3 einen Punkt. „Für meinen Geschmack haben wir im letzten Drittel ein paar Strafen zu viel genommen“, sagte Gross. Die Adler ließen zwar in einem knapp vierminütigen Powerplay in der Verlängerung die Entscheidung liegen, doch im Penaltyschießen war auf Topscorer Rendulic Verlass. Der Kroate zog ansatzlos ab – und sicherte den Adlern damit den Sieg.

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Dass es keine drei Punkte wurden, wurmte Gross nicht großartig. Der Coach hob lieber das Positive hervor. „Läuferisch waren wir heute noch einen Tick besser als bei unserem Sieg am Freitag gegen Krefeld. Ich bin mir sicher, dass es nächstes Wochenende spielerisch noch etwas besser wird“, sagte der 51-Jährige. Zu Krupps Gesundheitszustand, für den die Begegnung nach dem Check fünf Minuten vor Schluss beendet war, konnte sich Gross nicht detaillierter äußern: „Ich weiß noch nicht genau, wie schlimm es ist. Eventuell hat er sich am Arm verletzt.“

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Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/adler

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Redaktion Koordinator der Sportredaktion