Eishockey - Selbstkritik nach Sieg im Prestigeduell Adler Mannheim wollen sich gegen Ingolstadt weiter steigern

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Christian Rotter
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Dennis Endras (l.) war in München der große Adler-Rückhalt. © Sörli Binder

Mannheim. Die Adler Mannheim unter Trainer Pavel Gross zeichnet eines aus: Auch nach einem Erfolg heben sie nicht ab, dafür trägt der Coach Sorge. Sein Motto ist: Es gibt immer Luft nach oben. So war das auch am Freitag nach dem 5:4-Sieg im Prestigeduell beim EHC Red Bull München, als die Adler in der Deutschen Eishockey Liga lange eine bärenstarke Leistung zeigten. „Wir haben nicht unser bestes Eishockey gespielt“, sagte Gross. „Die Jungs waren in der Kabine selbstkritisch, das zeigt den Charakter des Teams.“

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Markus Eisenschmid (6.), Nico Krämmer (7.), Taylor Leier mit dem ersten Tor für seinen neuen Club (8.), Ben Smith (25.) und Thomas Larkin (35.) hatten am Oberwiesenfeld aus einem 0:1-Rückstand eine klare Führung gemacht. „Das 5:1 nach dem zweiten Drittel ist vielleicht ein bisschen zu hoch ausgefallen“, meinte Adler-Torhüter Dennis Endras, der 43 Paraden zeigte und vor allem in der 34. Minute über sich hinauswuchs: Patrick Hager hatte den leeren Kasten vor sich, zog ab - doch Endras sprang katzengleich ins bedrohte Eck und kratzte den Puck aus dem Winkel. „Das war der Manuel-Neuer-Übergreifer“, sagte der 35-jährige Fan des FC Bayern.

Gross wusste, dass trotz des Siegs, mit dem die Adler acht Punkte zwischen sich und München brachten, nicht alles stimmte. „Dennis war der beste Mann auf dem Eis“, lobte der Coach seinen Goalie. Stürmer Matthias Plachta ergänzte: „Die Münchner Aufholqualitäten sind bekannt. Wir müssen uns da schlauer anstellen und sind mit einem blauen Auge davongekommen.“

Solche Nachlässigkeiten wie am Freitag dürfen sich die Mannheimer am Montag (20.30 Uhr) im Topspiel gegen den ERC Ingolstadt nicht erlauben. „Ingolstadt ist die vielleicht schnellste Mannschaft der Liga. Wir müssen uns bei Scheibenverlusten in der offensiven Zone sofort nach hinten begeben. Wir werden aber nicht nur defensiv denken, sondern wollen auch Chancen kreieren“, betonte Gross, der eventuell wieder auf den zuletzt angeschlagen fehlenden Angreifer Felix Schütz zählen kann. „Bei ihm sieht es für das Ingolstadt-Spiel gut aus. Sollte es keinen Rückschlag geben, kann er wohl spielen“, sagte Jan-Axel Alavaara am Freitag.

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Der Mannheimer Sportmanager ist weiterhin auf der Suche nach einem Mittelstürmer. Er hofft, dass nach dem Transferschluss in Schweden an diesem Montag Bewegung in den Markt kommt. Noch konkurrieren die Adler nämlich vor allem mit Clubs aus der SHL und aus der Schweiz um Verstärkung.

„Wir arbeiten hart daran, die Spieler von uns zu überzeugen“, betonte Alavaara. Eine Rückholaktion des Finnen Jan-Mikael Järvinen, der im Sommer nach Malmö wechselte, ist kein Thema: „Die schwedische Liga SHL hat den Auf- und Abstieg nicht ausgesetzt, da wird es brutal zugehen. Die beiden schlechtesten Mannschaften nach der Hauptrunde kämpfen in einer Best-of-Seven-Serie gegen den Abstieg. Da gibt kein Team einen Spieler ab“, sagte Alavaara. Malmö ist Schlusslicht.

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