Fußball - Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß weiß genau, dass nur ein Heimsieg gegen Arminia Bielefeld weiterhilft Drei Punkte als Druck-Ventil

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Florian Huber
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Zuzenhausen. Wie gut, dass man als Trainer einer Bundesligamannschaft nicht die Zeit findet, alles zu lesen, was in den sozialen Netzwerken über einen geschrieben wird. Die Kritik an Sebastian Hoeneß ist groß nach fünf Niederlagen der TSG Hoffenheim in den vergangenen sechs Pflichtspielen. Auf Rang 14 sind die Abstiegsränge näher als das graue Mittelmaß, was ja auch schon lange nicht mehr der Anspruch beim Kraichgauclub ist.

TSG-Coach Sebastian Hoeneß hat viele Einzelgespräche geführt. © dpa
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Der Hoffenheimer Trainer nimmt die Kritik an sich und seinen Mannen tapfer und sagt: „Ich fühle mich nicht ungerecht behandelt.“ Der Druck sei nicht größer als sonst, behauptet Hoeneß: „Ich konzentriere mich auf die Dinge, die ich beeinflussen kann – wie das Training.“

Klar ist aber auch: Damit der Medien- und Fan-Druck auf Hoeneß nicht noch größer wird, muss an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) ein Heimsieg gegen Aufsteiger ArminiaBielefeld her. Nach dem 0:4-Debakel auf Schalke hat Sebastian Hoeneß viele Einzelgespräche geführt. „Mit dem einen aufbauend, mit dem anderen kritisch. Das ist individuell“, sagt Hoeneß.

Der rote Faden der Hoffenheimer Hinrunde besteht aus guten Phasen ohne eigenes Tor, wie zuletzt in der ersten Hälfte in Gelsenkirchen. „Laut unserer Fakten hatten wir 3:1-Großchancen“, sagt Hoeneß über die mangelnde Effizienz seiner Stürmer. Die eine Schalker Chance führte hingegen zum 0:1, weitere drei Gegentore folgten in Durchgang zwei. Sebastian Hoeneß tritt der Vermutung, die Mannschaft verloren zu haben, entschieden entgegen. „Ich habe den Eindruck, dass die Spieler mir zuhören. Die Mannschaft hat Energie, die Mannschaft lebt. Das macht mich zuversichtlich, dass wir uns kurz- bis mittelfristig stabilisieren und punkten werden“, erklärt er.

„Leichte Ballverluste verhindern“

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Die Frage dabei: Wie lange dauert es, bis eine stabile Defensive auf dem Feld steht, die nicht im Schnitt zwei Gegentore pro Partie kassiert? Das sei „ein längerer Prozess“, so Hoeneß: „Es geht auch darum, leichte Ballverluste zu verhindern.“ Um dann auch die zuletzt schwache Offensive in die Verantwortung zu nehmen „mal das erste Tor zu machen“. Ein simples 1:0 – und damit erstmals ein Bundesligaspiel ohne Gegentor – wäre dem TSG-Trainer dabei am Samstag wesentlich lieber als ein wildes 4:3-Spektakel gegen Bielefeld.

Helfen soll dabei auch eine bessere Kommunikation auf dem Feld, die ohne Zuschauer ein umso wichtigerer Faktor ist. „Es war auch ein Thema in dieser Trainingswoche, die Kommunikation hochzuhalten“, sagt Sebastian Hoeneß.

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Externe Winterneuzugänge soll es keine geben. „Kein Aktionismus, kein Schnellschuss“, wollen Hoeneß und Sportchef Alexander Rosen. Eher interne Neuzugänge sind gefragt, in Form von Rückkehrern nach langen Verletzungen. Sie sind auch das größte Argument, das Hoeneß derzeit in eigener Sache vorbringen kann: „Wir sprechen von zwölf Spielern, die uns nicht zur Verfügung standen“, sagt der 38-Jährige: „Ich weiß nicht, ob jedem die Tragweite bewusst ist, wer alles fehlt.“

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Umso erfreulicher ist jeder personelle Fortschritt. Pavel Kaderabek (Wade) stand in dieser Woche immerhin erstmals wieder kurz auf dem Trainingsplatz. Auch Sebastian Rudy (Knie), Havard Nordtveit (Oberschenkel-Zerrung)und Ryan Sessegnon (muskuläre Probleme) absolvierten Teile des Trainings und könnten zum Kader gehören. Dafür fehlt Offensiv-Hoffnungsträger Christoph Baumgartner gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld mit einer Gelbsperre.