Fußball - Kaiserslautern kommt mit neuem Trainer und der Gewissheit nach Mannheim, in nur einem Spiel die triste Stimmung im Umfeld drehen zu können Das Derby als Initialzündung für kriselnden FCK?

Von 
Florian Reis
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Der neue FCK-Trainer Marco Antwerpen. © dpa

Kaiserslautern. Seine letzte Begegnung mit dem SV Waldhof dürfte Marco Antwerpen, dem neuen Trainer des abstiegsgefährdeten Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern, noch in bester Erinnerung sein. Nach dem 3:2-Sieg von Eintracht Braunschweig am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison stand der Aufstieg des BTSV in die 2. Liga endgültig fest. Auch die Szenen nach dem Abpfiff hat Antwerpen sicherlich nicht vergessen, als die Braunschweiger Spieler und Offiziellen minutenlang über die Anzeigetafel im Stadion verfolgten, wie Bayern München II den Niedersachsen durch einen späten Treffer gegen den MSV Duisburg Schützenhilfe leistete.

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Doch trotz des Aufstiegs musste Antwerpen die Eintracht etwas überraschend wieder verlassen. Nach einem Fünf-Spiele-Intermezzo bei Zweitligist Würzburger Kickers ist Antwerpen nun in Kaiserslautern gelandet und nach Boris Schommers und dem am vergangenen Samstagabend beurlaubten Jeff Saibene schon der dritte FCK-Trainer der Saison. Der 49-Jährige übernimmt den viermaligen deutschen Meister vor dem Derby beim SV Waldhof (Samstag, 14 Uhr) auf Tabellenplatz 16. Magere 21 Punkte hat der FCK bisher gesammelt, nur noch das bessere Torverhältnis trennt die Pfälzer von einem Abstiegsplatz.

Götzes Bruder im Aufgebot

Am Mittwoch leitete Antwerpen seine erste Trainingseinheit auf dem Betzenberg und gab sich vor dem Südwest-Klassiker kämpferisch: „Das sind Spiele, die Fußball ausmachen. Warum sollte das nicht ein Startpunkt für uns sein, um den Hebel umzulegen? Mit den neuen Impulsen, die wir der Mannschaft jetzt geben, sind wir sehr wohl in der Lage, dort drei Punkte holen zu können.“

Bis Saisonende geht es für den FCK nur darum, den Klassenerhalt zu sichern. Aufgrund der Tabellensituation gehen die Pfälzer fast schon als Außenseiter ins Derby im Carl-Benz-Stadion – der Lauterer Fokus dürfe deshalb erst einmal auf einer sicheren Defensive liegen. Beim 0:1 gegen Wehen Wiesbaden am vergangenen Samstag hatte die Mannschaft eine desaströse Leistung abgeliefert – Saibene musste gehen.

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Nachfolger Antwerpen sagte bei seiner Vorstellung am Mittwoch zwar, dass das offensive Potenzial im Team vorhanden sei, schließlich habe man mit Marvin Pourié, Elias Huth oder Daniel Hanslik Spieler im Kader, die ihre Torgefährlichkeit in der 3. Liga schon bewiesen hätten. Nur 20 Tore in 22 Spielen sprechen allerdings eine andere Sprache. Auch in der Defensive offenbarten die Roten Teufel in den letzten Spielen unter Saibene oftmals eklatante Schwächen.

Deshalb wurde der FCK in letzter Minute noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv. Vom FC Augsburg wurde Felix Götze, Bruder von WM-Held Mario Götze, ausgeliehen. Von Zweitligist FC St. Pauli kam Marvin Senger, ebenfalls auf Leihbasis. Beide sind für das Derby gleich eine Option.

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Antwerpen braucht schnell Ergebnisse, um die Lauterer im Optimalfall zügig aus dem Tabellenkeller zu führen – am besten gleich am Samstag in Mannheim. Die Wahl der Mittel ist dabei vorerst nebensächlich. „Ich will Spiele gewinnen“, sagte er bei seiner Vorstellung: „Ich mag offensiven Fußball. Aber ich mag es auch, wenige Gegentore zu bekommen. Erfolgreicher Fußball steht bei mir im Vordergrund.“

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