Super Bowl - Bürstadts American Footballer vernetzen sich zum NFL-Endspiel vor den heimischen Geräten Redskins tippen auf die Chiefs

Von 
Claudio Palmieri
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Bürstadt. Um zu verstehen, welche Bedeutung der Super Bowl mittlerweile auch im Ried hat, reicht eine Rückblende in die Zeit vor der Pandemie – und ein Blick über den Rhein. Im Februar 2020 machten die Bürstadt Redskins in der Kinowelt Worms die Nacht zum Tag. Knapp 200 Football-Fans, übrigens auch mehr als 60 Nicht-Redskins, schauten sich damals das NFL-Finale zwischen den Kansas City Chiefs und den San Francisco 49ers auf der Großleinwand an. Vor den großen Football-Partys der Republik musste sich die Superbowl-Premiere in der Nibelungenstadt nicht verstecken. „Die Stimmung war unfassbar“, erinnert sich Redskins-Spieler Matthias Klöpsch.

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Ein Jahr später trifft Titelverteidiger Kansas in Tampa auf die Tampa Bay Buccaneers, doch an ein Event wie im Frühjahr 2020 ist nicht zu denken. „Ich werde das Spiel coronakonform schauen“, sagt Klöpsch: „Es ist ein sehr, sehr großes weinendes Auge da. Das wird ein sehr spezieller Super Bowl, gerade für mich als Musiker.“ Auf die Halbzeitshow ist der Offense-Line-Spezialist, der als Sänger und Gitarrist der Musik-Initiative Lampertheim bekannt ist, diesmal besonders gespannt: „Ich lasse mich überraschen, wie sie das umsetzen werden.“

Kann auch an der Gitarre was: Redskins-Spieler Matthias Klöpsch freut sich auf den Super Bowl. © Nix

Den Draht zu seinen Kameraden wird Klöpsch in der Nacht zum Montag trotzdem glühen lassen. Irgendwie zumindest. „Jeder schaut natürlich für sich. Das ist schade, aber den Umständen geschuldet“, meint Klöpsch. An der Idee, eine Online-Videokonferenz auf die Beine zu stellen, findet „Matt“ jedoch schnell Gefallen: „Bisher ist das nicht geplant, aber online ist nichts unmöglich. Vielleicht stampfen wir ja noch kurzfristig was aus dem Boden und vernetzen uns.“

Telefonkonferenz im Anschluss

Ein paar Gedankenspiele gibt es schon, verrät Bürstadts Kommunikationschef Harry Frommeld. „Wir machen uns Gedanken gemacht, ob wir uns über Microsoft Teams in der Nacht koppeln. Eine größere Veranstaltung haben wir zwar nicht geplant, wir haben ja diesmal keine Pregame- und keine Aftergame-Party“, weiß Frommeld: „Aber wir werden uns sicher in unseren vielen Whatsapp-Gruppen austauschen. Dann wird sicher eine Telefonkonferenz aufgebaut und es wird gefachsimpelt.“

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Der 55. Super Bowl ist in der American-Football-Abteilung des TV Bürstadt schon länger ein Thema – nicht nur, weil die Redskins die NFL-Saison selbstverständlich am heimischen Bildschirm verfolgen. „Vor den Finals durften alle tippen, der den Super Bowl holt“, erinnert sich Frommeld: „Jeder, der richtig getippt hat, bekommt zwei VIP-Karten für das erste Seniors-Heimspiel.“

Die Hoffnung auf einen normalen Sommer ist bei den Redskins nach über drei Monaten ohne Präsenztraining zwar nicht groß, die Austragung der 2021er Runde steht in den Sternen. Doch: Die Hoffnung lebt noch. „Ich hoffe, dass sich die Situation so entspannen wird, dass wir bald zumindest mal anfangen können, in Kleingruppen auf dem Platz zu trainieren“, wünscht sich Klöpsch: „Am meisten freue ich mich darauf, die Leute einfach wiederzusehen. Das Team ist eine echte Familie, ohne sie fehlt irgendwas. Das wird das Highlight, wenn es so weit kommen sollte.“

Sympathien für Kansas-Coach Reid

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Sportlich werden sich Klöpsch und Frommeld vor dem erwarteten „Alt gegen Jung“-Duell zwischen den Quarterbacks Tom Brady (Tampa) und Pat Mahomes (Kansas) schnell einig. „Ich habe keinen klaren Favoriten, setze aber auf die Chiefs. Allerdings nicht wegen Mahomes, sondern wegen Coach Andy Reid. Er ist der Mastermind“, hat Klöpsch viel für den Taktikfuchs des Vorjahres-Champions übrig. „Ich glaube nicht, dass wir so viel Laufspiel sehen werden, beide haben fantastische Defensive Lines. Die Defense, die besser drauf sind, holt den Super Bowl“, tippt Frommeld, der den Chiefs die Daumen drückt. Für Redskins-Abteilungsleiterin Anna Messina wird es auf „die Nervenstärke der beiden Quarterbacks“ und auf „die Stärke der dicken Jungs“ ankommen. Mit Brady kann sie „nicht so viel anfangen“, gibt sie zu: „Ich finde Andy Reid sehr sympathisch und würde ihm einen zweiten Titel in Folge gönnen.“

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Und wer weiß: Vielleicht wird Reids möglicher Titel-Hattrick dann in der Wormser Kinowelt zu sehen sein. „Wir freuen uns darauf, wenn wir die Party im nächsten Jahr wieder stattfinden lassen können“, denkt Frommeld schon an das NFL-Endspiel 2022.

Freie Autorenschaft Geboren 1987 in Viernheim. Aufgewachsen in Bürstadt. Lebt in Mainz. Seit 2009 freier Mitarbeiter in den Redaktionen Sport, Lokales (Bürstadt/Biblis/Lampertheim), Online, Kultur. Spezialgebiete im Sport: Eintracht Frankfurt, SV Waldhof, Fußball, American Football, Tischtennis, Judo, Basketball (Albert-Schweitzer-Turnier). Online: Social Media und der DEL-Liveticker. Weitere Autorentätigkeiten unter anderem für das ZDF und 11 FREUNDE.