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Fußball - Absageflut bremst die Euphorie der Olympia-Kicker

Mit Mini-Kader auf Medaillen-Mission

Von 
dpa
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Frankfurt. Mit einem verschworenen Häuflein von 18 Aufrechten machte sich Stefan Kuntz am Dienstag auf den Weg zur olympischen Medaillen-Mission der deutschen Fußballer in Tokio. Seine gute Laune und Zuversicht wollte sich der U-21-Nationaltrainer durch die akuten Personalprobleme nicht nehmen lassen. „Es hätte mich natürlich gefreut, wenn der eine oder andere mehr mitgekommen wäre. Aber diese Jungs brennen für Olympia. Ich bin überzeugt, dass sie entsprechend Gas geben werden“, sagte Kuntz wenige Stunden vor dem Abflug über seinen Mini-Kader.

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Am Montagabend hatte den 58-Jährigen die nächste Absage ereilt. Ismail Jakobs verzichtet wegen seines Wechsels vom 1. FC Köln zum französischen Erstligisten AS Monaco auf die Sommerspiele, weshalb nur 18 statt der erlaubten 22 Spieler den rund elfstündigen Flug antraten. „Es ist enttäuschend, wenn du nicht die nötige Unterstützung erhältst. Letztlich ist es so, dass du mit diesem Kader auch begrenzt bist. Wenn irgendwas passiert, kann es dünn werden“, sagte der Sportliche Leiter Joti Chatzialexiou.

„Das ist enttäuschend“

U-21-Cheftrainer Stefan Kuntz (l.) spricht mit Union-Profi Max Kruse. © dpa

Eine Nachnominierung für Jakobs wird es nicht geben. „Wir mussten im Januar eine 100er Liste erstellen. Wir haben alle Spieler auf dieser Liste abtelefoniert. Diese 18 sind übrig geblieben“, sagte Kuntz. Mehr Profis ließen sich angesichts der bevorstehenden Bundesliga-Saison nicht finden. „Einige Spieler wollten nicht, und dann haben wir einige Vereine, die mit der Unterstützung hinter dem Berg gehalten haben“, sagte Kuntz. „Ich finde, das ist kein optimales Zeichen. Es gibt sonst wohl keine Sportart, in der nicht alle möglichen Kaderplätze besetzt werden.“

Routinier Max Kruse kann die Absageflut ebenfalls nicht nachvollziehen. „Ich glaube, es wird ein einmaliges Erlebnis. Eine Olympia-Medaille in den Händen zu halten, ist für viele Sportler das Größte. So sollte es auch für uns Fußballer sein“, sagte der Offensivmann vom 1. FC Union Berlin und fügte mit Trotz in der Stimme hinzu: „Solange wir elf Leute auf den Platz bekommen, werden wir alles versuchen, die Goldmedaille zu holen. Die ist mehr Wert als jedes Geld.“

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Diese Einstellung soll das Team durch das Turnier tragen und wurde vom Mannschaftsrat bei der Prämienverhandlung untermauert. „Die Jungs haben das erste Angebot angenommen und bekommen soviel wie die anderen Athleten. Denen geht es nicht um die Kohle, die wollen Olympia spielen“, lobte Kuntz. „Das war ein geiles Zeichen von der Mannschaft.“ Für Gold gibt es in Tokio 20 000 Euro. dpa

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