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Fußball - Darmstadt 98 kann von Bundesliga-Aufstieg träumen

Lieberknecht bastelt an Märchen

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lhe
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Darmstadt. Torsten Lieberknecht (Bild) weiß, wie gut sich ein überraschender Aufstieg mit einem Außenseiter anfühlt. 2013 führte der Fußball-Lehrer Eintracht Braunschweig nach 28 Jahren erstmals wieder in die Bundesliga. Die überwältigenden Emotionen nach dem entscheidenden 1:0-Sieg beim FC Ingolstadt werden ihm „immer in Erinnerung bleiben“, erzählte Lieberknecht unlängst.

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Mit dem SV Darmstadt 98 könnte sich für den 48-Jährigen nun Geschichte wiederholen. Mit 35 Punkten überwintern die Hessen in der 2. Liga auf Rang zwei – nur einen Zähler hinter Spitzenreiter FC St. Pauli, aber schon fünf vor dem Tabellendritten Hamburger SV. „Es ist schwierig, um dieses Thema herum zu reden“, räumte Lieberknecht kurz vor Weihnachten nach dem 2:0 zum Jahresabschluss bei Jahn Regensburg lächelnd ein.

Er versucht es dennoch. „Es gibt viele Teams in der Liga, die sich um das Thema wesentlich mehr Gedanken machen müssen als wir“, betonte Lieberknecht. Wenn es nach der Winterpause am 15. Januar weitergehe, „wollen wir einfach an die bisherigen Leistungen anknüpfen und den Fans weiter Spaß und Freude bereiten. Das steht komplett im Vordergrund. Alles andere wird ein Nebenprodukt sein, das wir vielleicht irgendwann nicht mehr aufhalten können.“

Aufzuhalten waren die Lilien von ihren Gegnern zuletzt nur selten. Danach hatte es zu Saisonbeginn gar nicht ausgesehen. Aufgrund zahlreicher Corona-Fälle im Team wurden die ersten beiden Spiele deutlich verloren. Die Konsequenz: Platz 17 mit null Punkten und 0:5 Toren - und oben drauf das Pokal-Aus beim Drittligisten 1860 München. Doch dann kam der 6:1-Heimsieg gegen Ingolstadt - eine Art Befreiung. „Das war ein Zeichen nach der schweren Anfangszeit, dass die Mannschaft den Glauben an sich gewonnen hat“, sagte Lieberknecht im Rückblick.

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Der im Sommer für zwei Jahre verpflichtete Ex-Profi, der einst für den 1. FC Kaiserslautern, SV Waldhof Mannheim, FSV Mainz 05, 1. FC Saarbrücken und Eintracht Braunschweig kickte, hat ein Team mit Herz und Leidenschaft geformt. „Wir sind eine geile Truppe“, beschrieb Routinier Tobias Kempe das Binnenklima. „Es zeichnet uns aus, dass jeder für den anderen da ist.“

Stadion-Umbau bald fertig

Das ist ganz im Sinne von Lieberknecht, der bei seinem Antritt den Anspruch formuliert hatte: „Das Wichtigste ist, dass die Leute das Gefühl haben, sich mit der Mannschaft identifizieren zu können.“ Das ist vollauf gelungen – auch, weil alle an einem Strang ziehen und einen guten Draht zueinander haben. „Die Jungs lassen ihr Herz auf dem Platz und zeigen Identifikation mit dem Verein“, lobte Lieberknecht.

Doch nicht nur sportlich blühen die Lilien auf. Der Umbau des altehrwürdigen Stadions am Böllenfalltor für knapp 47 Millionen Euro schreitet voran und soll mit der Fertigstellung der neuen Haupttribüne im Herbst 2022 abgeschlossen werden. Dann wird es in Darmstadt erstmals auch Logen und Business-Seats geben. Der „stinkige Keller, wo sich der Pep Guardiola umziehen musste“, wie es Präsident Rüdiger Fritsch im Spätherbst auf der Mitgliederversammlung formulierte, ist dann nur noch ein Stück Fußball-Geschichte.

Der Blick bei den Verantwortlichen geht nach vorn. Im neuen Leitfaden des Vereins heißt es, man wolle sich mit wirtschaftlicher Stabilität langfristig in der Spitzengruppe der 2. Liga etablieren und die Top 20 im deutschen Profifußball herausfordern. Das könnte schneller gelingen als selbst von den größten Optimisten erhofft. lhe

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