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Spieler der Woche - Maximilian Meister möchte seinem Heimatverein dabei helfen, in der A-Liga zu bleiben

Kommissar mit Torinstinkt

Von 
Andreas Martin
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Gut in Form: Dem reaktivierten Offensivspieler Maximilian Meister (vorne) gelang in den vergangenen beiden Spielen fünf Tore. Nun will er mit der SG Nordheim/Wattenheim den Klassenerhalt schaffen. © Berno Nix / Julian Lösch

Nordheim/Wattenheim. Ob man direkt in der Kreisliga A Bergstraße bleiben darf oder doch noch in der Relegation um den Klassenerhalt spielen muss, wird man bei der SG Nordheim/Wattenheim zwar erst am Wochenende erfahren, doch vor dem letzten Rundenspiel beim TSV Reichenbach (Sonntag,15.30 Uhr) hat die Sportgemeinschaft auch dank eines Maximilian Meister die Dinge immer noch selbst in der Hand.

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Maximilian Meister

Er wurde am 13. Juli 1996 in Heppenheim geboren. Aufgewachsen ist er im Bibliser Ortsteil Wattenheim, wo er beim FC Boys Wattenheim mit dem Fußball begann.

Meister spielte noch für die JSG Nordheim/Wattenheim, dem SV Concordia Gernsheim und ist seit 2016 wieder bei der SG Nordheim/Wattenheim.

Meister ist als Kriminalkommissar im benachbarten Odenwaldkreis tätig. and

Nachdem der 25-jährige Stürmer schon eine Woche zuvor im Heimspiel gegen den Mitkonkurrenten ISC Fürth (2:0-Sieg) in der 90. Minute das wichtige 1:0 erzielte, legte er am Samstag vor Pfingsten gegen den ebenfalls als Mitkonkurrenten anzusehenden SV Winterkasten im wahrsten Sinne des Wortes spektakulär nach. Beim klaren 6:0 (2:0)-Erfolg erzielte Meister nicht nur die Tore zum 1:0 (7.), 2:0 (33.), 3:0 (66.) und 5:0 (75.), sondern legte Elias Bersch auch das 4:0 (74.) auf und holte den Elfmeter heraus, den Marc Bormuth zum 6:0 (79.) versenkte. „Das war schon nicht schlecht, aber ich will ja auch nicht dass die SG Nordheim/Wattenheim absteigen muss, denn das ist mein Heimatverein“, bekennt der vierfache Torschütze worum es ihm bei seinen Toren eigentlich geht: der NoWa die Zugehörigkeit zur A-Liga auch in der nächsten Saison zu ermöglichen.

„Ich habe jetzt auch erst zwei Spiele gemacht“, will der 25-Jährige die eigene Leistung denn auch nicht überbewerten, der in der laufenden Runde ursprünglich komplett pausieren wollte. „Ich arbeite als Kriminalkommissar in der Dienststelle Erbach im Odenwaldkreis und wollte eigentlich in dieser Spielzeit aussetzen und erst zur Saison 2022/2023 wieder bei der NoWa einsteigen. „Als mir dann NoWa-Trainer Jens Stark mitgeteilt hat, dass er mich brauchen könne, weil ihm langsam die Offensivkräfte ausgehen, war ich aber bereit einzuspringen, auch wenn ich nur einmal die Woche ins Training kommen kann, denn ich arbeite nicht nur im Odenwald, sondern wohne mittlerweile auch in Heppenheim“, nimmt Maximilian Meister die Strapazen aber gerne auf sich. „Maximilian ist ja ein echter Wattremer“, weiß auch NoWa-Trainer Jens Stark um die Heimatverbundenheit des Stürmers. „Technisch gibt es sicherlich stärkere Spieler als ihn, aber es ist seine Mentalität, die ihn auszeichnet. Er pusht das ganze Team und hat immer den Willen noch ein Tor zu schießen. Das war am vergangenen Samstag sogar beim Stand von 5:0 noch der Fall“, ist Stark froh, dass die kurzfristige Reaktivierung Meisters bisher solche Früchte getragen hat. Und sehenswert, wie etwa beim 3:0, sind sie auch noch. „Da habe ich fast von der Mittellinie aus gesehen, dass der Torhüter zu weit vor dem Tor steht und mein langer Ball ist dann genau ins linke obere Toreck rein“, sagt Meister nicht ohne Stolz.

Sein Job hat ihm gelehrt, geduldiger zu sein und sich auch über die kleinen Dinge im Leben zu freuen. Sich etwa an einer Supermarktkasse darüber aufzuregen, dass es nicht schnell genug vorangeht, kommt dem 25-Jährigen nicht mehr in den Sinn. „Wenn wir wo hinkommen, ist die Tat ja meist schon geschehen, aber man sieht dann, wie die Angehörigen des Opfers darunter leiden. Da bekommt man eine andere Einstellung zum Leben und regt sich über solche Kleinigkeiten nicht mehr auf“, meint Meister.

Der Kriminalkommissar kennt noch eine andere Perspektive, die ebenfalls verdeutlicht, was im Leben wirklich wichtig ist. Direkt nach seinem Abitur hat er eine dreimonatige Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht und sieht da mindestens eine Parallele zum Kriminalkommissar. „Du brauchst gute Kollegen, mit denen du über die unschönen Dinge sprechen kannst, die du gesehen hast“, betont er. Gute Kumpel sind ihm auch im Privatleben wichtig. „Viele, die bei der NoWa spielen, kenne ich schon aus dem Kindergarten“, sagt er und will der SG die Treue halten.

Freier Autor

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