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Olympia - Bei den Sommerspielen in Tokio will Beckenschwimmer Florian Wellbrock seinen Karrierehöhepunkt feiern

Bereit für neues Lieblingsvideo

Von 
Thomas Eßer, Christian Kunz
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Tokio. Die ergreifenden olympischen Momente von Rekordsieger Michael Phelps sind für Florian Wellbrock eine große Inspiration. Videos der sagenhaften Rennen des 23-maligen Olympiasiegers waren auch in der Vorbereitung des deutschen Schwimm-Weltmeisters auf seine eigenen besonderen Sommerspiel-Augenblicke fester Bestandteil. „Momentan sind die 200 Meter Kraul von Michael Phelps aus Peking mein Lieblingsrennen. Er ist da reingesprungen, war von Anfang an vorne und ist das Ding dominant zu Ende geschwommen“, sagt Wellbrock.

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So in etwa sieht auch das perfekte Drehbuch für den 23 Jahre alten Freistil-Ästheten aus, der die in London 2012 und Rio 2016 schwer geschlagenen Beckenschwimmer wieder in den Kreis der Medaillengewinner führen kann.

Florian Wellbrock gilt bei den Olympischen Spielen in Tokio als größte Medaillenhoffnung der deutschen Beckenschwimmer. © dpa

Wellbrock, der am Mittwoch mit dem Team aus dem Vorbereitungs-Camp in Kumamoto nach Tokio reiste, präsentiert sich cool, selbstbewusst und voller Vorfreude. „Ich fühle mich wohl mit der Favoritenrolle und es ist natürlich mein Ziel, möglichst weit vorne anzukommen“, sagt der Doppel-Weltmeister.

33 Jahre nach dem Triumph von Michael Groß in Seoul könnten die deutschen Beckenschwimmer dank Wellbrock goldene Spiele feiern. Zuletzt gab es bei Olympia zweimal gar keine Medaille auf der Schwimm-Bahn, letztmals triumphierte Britta Steffen 2008 in Peking. „Da ich selbst weiß, wie viel passen muss, um eine Medaille zu erkämpfen, möchte ich einfach nur die Daumen drücken!“, sagt die 37-Jährige.

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Bei einer letzten Ansprache in Kumamoto schwor sich das deutsche Team auf den um ein Jahr verschobenen Saisonhöhepunkt ein, bei dem Wellbrock größter Hoffnungsträger ist. „Ich weiß, dass ich auf den 1500 Metern und auch auf den zehn Kilometern als Favorit ins Rennen gehe“, sagt er. Auch über 800 Meter Freistil hat der Langdistanzspezialist Medaillenchancen.

„Ich glaube, es hat noch nie in Deutschland einen so guten Schwimmer mit solchen Möglichkeiten gegeben, sowohl stilistisch als auch von der Vielseitigkeit her“, sagt Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz. „Er ist für mich über 1500 Meter im Becken und auch im Open Water über 10 Kilometer der Topfavorit.“ Lurz gewann 2012 über die zehn Kilometer als Zweiter die letzte deutsche Schwimm-Medaille.

Der historische Doppeltitel von Gwangju 2019, die Dominanz, mit der Wellbrock in den meisten der wenigen Rennen der Corona-Zeit auftrat, und die jüngsten Trainingsergebnisse geben dem gebürtigen Bremer einen großen Glauben an die eigene Stärke. Und zwar einen so großen, dass es Bundestrainer Bernd Berkhahn fast schon zu viel wird.

Großes Selbstvertrauen

„Er ist sehr positiv eingestellt und strahlt eine gewisse Sicherheit aus, wo ich dann auch schon sage: Na, da muss ich Dich mal wieder wachrütteln. Sei Dir nicht zu sicher!“ Berkhahn erzählt das mit einem Lächeln. Sorgen macht er sich nicht: „Er hat mittlerweile eine gewisse Erfahrung und wird das zum Wettkampfstart hinbekommen.“ Das war 2016 in Rio noch anders. Wellbrock wurde vom gigantischen Ringespektakel und der Wucht des Events „überrumpelt“. Aus im Vorlauf. Das ereilte ihn auch vor zwei Jahren in Südkorea, zwischen seinen zwei WM-Titeln. Der Umgang mit der Enttäuschung und die anschließende Gold-Krönung auf seiner Paradestrecke machen ihn heute noch stärker.

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Immer wieder schaute er sich zur eigenen Motivation und zum Genuss seine Weltmeisterschaftsrennen an. Auch lange danach sorgte der Clip vom Coup bei ihm immer wieder für „Gänsehaut“. Ein ähnlicher Auftritt in Tokio? Dann hätte er wohl ein neues Lieblingsvideo. 

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